Aktienmärkte vernichten Jahresgewinne – Gold als Fluchthafen

27.10.2018 06:00  Von:: Markus Blaschzok

Der Goldpreis stieg in dieser Woche wiederholt auf 1.239 $ und erreichte damit ein Drei-Monats-Hoch. Ein weiterer Sell Off an den Aktienmärkten sorgte für eine Flucht in den sicheren Hafen der Edelmetalle. Der Rückgang am amerikanischen Aktienmarkt seit Anfang Oktober hat bereits die gesamten Jahresgewinne ausgelöscht. Die begründete Angst vor einer neuen Rezession macht sich breit, da die Zinsen steigen, die Liquiditätsversorgung der Märkte eingestellt wurde und die FED gar Geld dem Markt entzieht, sowie die Schwellenländer und China bereits eingebrochen sind. Der Deutsche Aktienindex „DAX“ ist bereits auf das Niveau von Dezember 2016 gefallen, womit auch hier die Gewinne der letzten zwei Jahre bereits ausgelöscht wurden. 

Zum Vergrößern hier klicken

Binnen eines Monats wurden die Gewinne des gesamten Jahres am US-Aktienmarkt ausgelöscht.

Zum Vergrößern hier klicken

Der deutsche Aktienindex DAX notiert auf dem niedrigsten Niveau seit Anfang 2017.

Der Preis für eine Feinunze Palladium stieg in dieser Handelswoche auf ein Allzeithoch von 1.151 USD und war damit nur noch 100 Dollar von der Parität mit dem Goldpreis entfernt. In diesem Jahr hatte Palladium seinen Rivalen Platin im Preis überholt und notiert mittlerweile 300 USD darüber. Steigende Nachfrage aus der Automobilindustrie für Benzinmotoren sowie der Elektroindustrie, bei gleichzeitig unverändert engem Angebot, sorgen seit anderthalb Jahren für ein Angebotsdefizit, das für ständig weiter steigende Preise sorgt. Spekulanten sind für diese Hausse am Palladiummarkt hingegen nicht verantwortlich. 

Zum Vergrößern hier klicken

Palladium erreichte in dieser Woche ein neues Allzeithoch bei 1.151$ je Feinunze.

Die Fallhöhe für eine Rezession steigt in Deutschland weiter. Nach einer Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) lag die Nachfrage nach Unternehmens- sowie Verbraucher- und Hausbaukrediten im dritten Quartal höher als in den drei Monaten zuvor. Hauptgrund dafür ist der künstlich niedrige Zins, welchen die EZB den Märkten auferlegt. Die Banken haben ihre Standards für die Kreditvergabe im Juli und September dazu noch gelockert, da die allgemeine konjunkturelle Lage gut sei und, um dem Konkurrenzdruck in der Bankenbranche Herr zu werden. Laut EZB hätten sich die Standards für die Kreditvergabe in allen führenden Volkwirtschaften des Währungsraums entschärft.

Der nun bereits dreiwöchige Rückgang der Notierungen an den Aktienmärkten nährt die Befürchtungen, dass die Stimuli der massiven Steuersenkungen für Unternehmen im Volumen von 1,8 Billionen USD in den USA und den steigenden Staatsausgaben, angesichts steigender Zinsen und der Abschöpfung von Liquidität aus den Märkten seitens der FED schneller verpuffen könnten, als viele sich erhofft hatten. Die FED erwartet vorgeblich zwar eine weiterhin wachsende US-Wirtschaft, doch mit ihrer extrem restriktiven Geldpolitik würgt sie den Aufschwung frühzeitig ab. Es scheint nur noch eine Frage von Monaten zu sein, bis die Aktien- und Anleihemärkte gleichzeitig mit der Wirtschaft einbrechen werden. Manch einer hofft, die FED möge ihre Pläne für vier weitere Zinsanhebungen bis Ende 2019 abmildern oder ganz über Board werfen. Es scheint jedoch, die US-Notenbank wolle den Karren nun frühzeitig gegen die Wand fahren und es stellt sich die Frage, ob die FED die Politik im Weißen Haus konterkarieren will. Die Bundesregierung hat Ihre Prognose zum Wachstum der deutschen Volkswirtschaft nun auch um 0,5% gesenkt. Womöglich schlittert die westliche Welt gerade in eine große Rezession ab.

Angesichts der restriktiven Geldpolitik in den USA ist der Dollar weiterhin im Aufwind, während sich die europäische Gemeinschaftswährung aufgrund der katastrophalen und wohlstandsvernichtenden Politik seitens der EZB und der Politik in Brüssel weiter auf Talfahrt befindet. Der Euro fiel zum US-Dollar in dieser Woche auf 1,135 $ und es fehlt nur noch ein halber US-Cent, bevor der Euro ein neues 15-Monatstief erreicht. Der Bias liegt weiterhin auf einem stärkeren Dollar und so ist die Parität des Dollars zum Euro weiterhin unser präferiertes Szenario für das nächste Jahr. Der Goldpreis in Euro stieg seit Ende Dezember bereits um 75 € (7,4%) und könnte im nächsten Jahr um weitere zehn Prozent abgeben, wenn der Euro, wie von uns erwartet, weiter abwerten wird. 

Zum Vergrößern hier klicken

Der Euro befindet sich wieder auf Talfahrt.

Der Goldpreis kann unterdessen weiter zulegen, insbesondere zum schwachen Euro. In Euro stieg der Goldpreis mittlerweile auf 1.088 € in dieser Woche und der Goldpreis in US-Dollar ist kurz davor den Widerstand bei 1.240 $ zu überwinden und dann bis auf 1.280 $ in den nächsten Wochen anzusteigen. Kurzfristig sind wir jetzt sehr bullisch für den Goldpreis. 

Zum Vergrößern hier klicken

Der Goldpreis in Euro und USD konnte zuletzt eine Trendwende vollziehen.

Rohöl günstig – Papiergeld hingegen immer wertloser

Die Rohöllagerbestände für US WTI stiegen um 6,3 Millionen Fass, was die fünfte Woche infolge mit einem Anstieg darstellt. Der Markt hatte nur einen Anstieg von 3,7 Mio. Fass erwartet. Die US-Rohölbestände beliefen sich zuletzt auf 422 Mio. Fass, wobei die strategischen Reserven in Höhe von 656 Millionen Fass noch nicht mitgerechnet sind.

Der Iran verliert zunehmend Käufer für sein Rohöl und es ist immer noch unsicher, wie sich die US-israelischen Sanktionen auf den Rohölmarkt auswirken werden. Der iranische Ölminister ist hingegen optimistisch, dass die Sanktionen die Exporte des Irans nicht stoppen werden. Saudi Arabien und Russland einigten sich darauf ihren Pakt, den Ölmarkt stabil zu halten, zu verlängern. Saudi Arabien sagte gestern jedoch, der Ölmarkt könne auf eine Überproduktion im vierten Quartal zusteuern, da die Produktion steigt und die Nachfrage abnehmen würde. Gestern signalisierte die OPEC auch, dass sie sich gezwungen sähe, die Produktion angesichts steigender Lagerbestände wieder zu reduzieren.

Die chinesische Bank of Kunlun Co, die der Hauptintermediär für Transaktionen mit dem Iran ist, wird nach dem Druck der US-Sanktionen alle Zahlungen aus der islamischen Republik am 1. November stoppen. Dies wird die Geldströme zwischen China und dem Iran erst einmal stark beeinträchtigen, bis man Alternativen gefunden hat.

Entgegen der medialen Behauptung, der Ölpreis sei hoch, zeigt die Bewertung in Gold, dass der Goldpreis günstiger als sein langfristiger Durchschnitt ist. Lediglich im Verhältnis zu immer wertloser werdendem Papiergeld steigt der Ölpreis, was die Sichtweise verzerrt. In Realität ist der Rohölpreis aktuell relativ günstig.

Zum Vergrößern hier klicken

Der Rohölpreis in Gold ist auf einem fairem Preisniveau.



Kommentar schreiben
Captcha

Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Ich bin damit einverstanden, dass meine Daten zur Bearbeitung meiner Anfrage gespeichert werden. Ich kann meine Einwilligung jederzeit per E-Mail an datenschutz@goldsilbershop.de widerrufen.