Ausbruch des Goldpreises verschoben

13.06.2019 07:15  Von:: Markus Blaschzok

Nach dem Motto „Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten“ stiegen die Aktienmärkte sowie der Goldpreis zum Ende der letzten Woche aufgrund schlechter Arbeitsmarktdaten noch einmal deutlich an. Schlechte Wirtschaftsdaten bedeuten heutzutage nicht mehr, dass die Märkte fallen, sondern das Gegenteil. Je schlechter die Wirtschaftsdaten sind, desto wahrscheinlicher werden Zinssenkungen und somit neue QE-Programme der Notenbanken, welche eine Entwertung der Währungen nach sich zieht. Diese Währungsabwertung bzw. Inflation stützt den Aktienmarkt und beflügelt den Goldpreis noch viel stärker, womit das Verhalten der Marktteilnehmer durchaus rational ist.

Am Freitag (07.06.2019) stieg der Goldpreis aufgrund der schlechten Arbeitsmarktdaten bis an seinen mehrjährigen Widerstand bei 1.350 $ an und es hätten nur noch ein oder zwei exogene Faktoren gefehlt, um den Goldpreis erstmals seit Jahren über diesen Widerstand zu heben. Stattdessen zeigte sich der US-Präsident am Wochenende als Spielverderber und verkündete einen Tag vor dem Inkrafttreten der Zölle gegen Mexiko, dass diese nicht ausgesetzt werden, da man sich mit Mexiko auf eine effektive Sicherung der Grenzen geeinigt habe. Die Zölle gegen Mexiko waren letztlich der Auslöser der Rallye am Goldmarkt, weshalb es nicht verwundert, dass der Goldpreis nun zum Wochenbeginn mit einem Preisrückgang reagierte. Stattdessen gibt es jetzt durch das Ausbleiben einer weiteren Front im Handelskrieg und den Bekundungen der Zentralbank wieder Konjunkturoptimismus und die Hoffnung auf steigende Aktienmärkte, weshalb der Risikoappetit der Anleger zurückkehrte und es zu Verkäufen am Goldmarkt kam.

Weder China noch Mexiko sind jedoch der Grund, warum der Goldpreis anstieg und letztlich auch weiter ansteigen und den Widerstand bei 1.350 $ durchbrechen wird. Es sind nur Nebenkriegsschauplätze, denn die Gefahr ist die Rezession, die unweigerlich auf die Weltwirtschaft zurollt. Seit zwei Jahrzehnten türmen sich Fehlallokationen zunehmend auf, wobei die Fallhöhe stetig zunimmt. Die Notenbanken werden daher schon in den nächsten ein bis zwei Jahren wieder neue QE-Programme lancieren müssen, um das Fiat-Funny-Money Kreditgeldsystem vor dem Bankrott zu bewahren.

Dann werden auch die Zinsen unweigerlich ansteigen – jedoch inflationsinduziert – sobald die Märkte verstanden haben, dass auf die nächste Rezession wieder mit dem Drucken von Geld seitens der Notenbanken geantwortet wird und es keinen Exit aus der billigen Geldpolitik mehr geben wird. Unter den dann gestiegenen Inflationserwartungen werden die Anleihenmärkte einbrechen und eine beispielslose Flucht in inflationsgeschützte Anlageklassen einsetzen. Dabei werden die Edelmetalle – allen voran Gold – das bevorzugte Fluchtmedium sein. Insbesondere der Preis von Gold wir dann voraussichtlich sukzessive ansteigen. Ein neuer Goldbullenmarkt formiert sich und es baut sich immer mehr Druck unterhalb des Widerstands bei 1.350 $ auf. Sobald dieser Deckel letztlich wegfliegt, sollte man in Gold investiert sein, um die starke Rallye nicht zu verpassen.

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