Dem Euro droht ein Einbruch – Gold vor neuer Rallye?

16.12.2017 07:00  Von:: Markus Blaschzok

Die US-Notenbank hob am Mittwoch die Zinsen wieder um 25 Basispunkte an, womit sie ihr Versprechen erfüllte. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA fielen auf ein 44-Jahrestief, was im Zuge höherer Inflation und gleichzeitig solider Wirtschaftsdaten weitere Zinsanhebungen im kommenden Jahr ermöglicht. Aktuell plant die US-Notenbank drei Zinsanhebungen im kommenden Jahr und eine Reduktion der Notenbankbilanz von bis zu 500 Mrd. US-Dollar. Im Januar sollen wie geplant 20 Mrd.$ Dollar an Liquidität dem Markt entzogen werden mit steigender Tendenz bis zu 50 Mrd. $ monatlich für den Rest des Jahres. Zinsanhebungen und Liquiditätsentzug werden also den Dollar tendenziell stärken.

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Die USA und Europa fahren aktuell eine gegensätzliche Geldpolitik.
 
Am Donnerstag tagte dann die Europäische Zentralbank. Diese plant die Leitzinsen über einen ausgedehnten Zeitraum weiterhin niedrig zu halten – und das weit über das geplante Ende des QE-Programms im September 2018 hinaus. Man betonte wieder, dass man bereitstehe ggf. das Ankaufprogramm für Staats- und Unternehmensanleihen auszuweiten, wenn sich Probleme am Horizont zeigen. Man sieht die offizielle Preissteigerung erst in 2020 bei 1,7%, was noch deutlich unter der Zielmarke von 2% liegt und somit die aktuell expansive Geldpolitik rechtfertigt. Nullzinsen über mindestens ein bis zwei Jahre hinweg, bei gleichzeitiger Ausweitung der Geldmenge um 270 Mrd. Euro, werden den Euro schwächen.

Deshalb war es nur logisch, dass der Euro zum US-Dollar unter Druck kam, was uns nicht verwunderte, jedoch die Masse der Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischte. Obwohl die Notenbanken seit geraumer Zeit ihre Ankündigungen und Versprechen erfüllen, hat sich der gesamte Markt praktisch gegen die Notenbanken gestellt und erwartet absurderweise seit einem Jahr, eine lockerere Geldpolitik in den USA und eine restriktive in Europa. Dies hat dazu geführt, dass die Spekulanten nie stärker auf einen steigenden Euro am Terminmarkt gewettet haben, als aktuell.

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Der gesamte Markt hat auf Trendwende in der europäischen Geldpolitik und einen Anstieg des Euros gewettet.

Dies sieht man deutlich an der Positionierung an der Terminbörse CME. Sollten die Notenbanken weiterhin ihre Versprechen halten und ihren geplanten Weg weitergehen, werden die Eurobullen an die Wand gedrückt und zerquetscht. Bei dieser starken einseitigen Blase gibt es genügend Enttäuschungspotenzial und es stellt sich die Frage, wie lange die Eurobullen ihre Position noch unter den gegebenen Umständen halten können. Es herrscht akute Einbruchsgefahr beim Euro für die kommenden sechs Monate. Investoren sollten sich vor einem Einbruch des Euros von 15% schützen.

Stehen die Edelmetalle vor einem neuen Anstieg?

Wenn der Euro an Kaufkraft verliert, steigt der Goldpreis in dieser Fiat-Währung gerechnet an. Gold in Euro könnte unabhängig von der aktuellen Preisschwäche im neuen Jahr deutlich ansteigen, wenn die Europäische Zentralbank ihren Vermögen zerstörenden Weg weitergeht. Vor einigen Monaten wurden wir bei 1.340$ kurzzeitig bärisch für den Goldpreis und unsere Prognose hat sich erfüllt. Jetzt, da der Preis zurückkam und sich das Jahresende nähert, bildet sich das Fundament eines neuen Anstiegs des Goldpreises aus.

Seit vier Jahren fiel der Goldpreis immer in den letzten ein bis zwei Quartalen, um zwischen Weihnachten und Neujahr ein Tief auszubilden. Pünktlich zu Jahresbeginn setzte dann immer eine deutliche Rallye ein, wie folgender Chart zeigt.

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Der Goldpreis startete immer zwischen Weihnachten und Neujahr eine neue Rallye mit deutlichen Anstiegen ins neue Jahr.
 
Dieses Muster ist diametral gegensätzlich zu der weit verbreiteten und völlig falschen vermeintlichen Saisonalität des Goldes, die im letzten Quartal immer deutliche Anstiege indiziert. Seit Jahren sage ich bereits, dass diese überall kursierenden Saisonalitäten falsch berechnet und daher unhaltbar sind. Wir haben diese vor einigen Jahren selbst erstellt und sind zu völlig anderen Ergebnissen gekommen. Dennoch werden diese falschen Berechnungen zur Saisonalität im Gold und Silber einfach geglaubt und kopiert. Deshalb halten sich, zu meiner Verwunderung, die Mythen um die vermeintliche Saisonalität bei Gold und Silber hartnäckig bei „Analysten“ und Wirtschaftskommentatoren. Dazu kommt, dass die Saisonalität ein nachrangiger Indikator ist, dem viel zu viel Gewichtung in Analysen gegeben wird.

Die aktuelle Geldpolitik der Notenbanken sorgt dafür, dass sich der Zinsspread zwischen Europa und den USA weiter ausdehnt. Dies ist bullisch für den Dollar und bärisch für den Euro.

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Im kommenden Jahr sind weitere Zinsanhebungen in den USA zu erwarten.

Die Chancen stehen gut, dass Gold und Silber auch diesmal wieder zum Beginn des neuen Jahres anziehen und wieder ansteigen könnten. Womöglich finden sich in den kommenden beiden Wochen ideale Kaufkurse in einem kurzen Sell Off, den man für physische Käufe nutzen sollte. Jene, die kurz vor der Rente stehen, müssen jetzt vorsichtig sein. Sollte der Euro im kommenden Jahr um 15% bis 20% abwerten, so entwerten sich auch die Ansprüche und der Wert Ihrer Renten- und Pensionsansprüche. Diese lösen sich dann in Luft auf. Sorgen Sie jetzt vor mit dem Kauf von Gold und Silber als Absicherung gegen die Inflationspolitik der EZB.



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