Der IWF bringt Schlechtwetter

03.04.2018 06:00  Von:: Lisa Strauss

„Am Beginn ihrer Euro- und Migrationspolitik hatte die Kanzlerin wenige Partner, am Ende bleiben ihr jene, an die Deutschland zahlt. Kann Berlin nicht mehr zahlen, fallen alle über es her – deutsche Kontinuität.“ (Quelle: www.tichyseinblick.de) 

Über Berlin zogen dunkle Wolken auf, als die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) ihren neuen Vorschlag präsentierte. Christine Lagarde sorgte damit wohl für jede Menge Ärger und Diskussionsbedarf.

Der IWF möchte einen Schlechtwetterfonds für die Euro-Länder gründen. Mit diesem Fonds soll schwachen Ländern, die in eine Wirtschaftskrise rutschen, geholfen werden. Diese Länder beziehen dann automatisch aus dem Schlechtwetterfonds Milliardenhilfen, welche auf ihren Haushalt überwiesen werden. Jedes Land soll jährlich 0,35 Prozent seiner Wirtschaftsleistung einzahlen. Kleine Fische? Für Angie wären das ca. 11,4 Milliarden Euro im Jahr.

Wer gibt uns die Garantie, dass manche Länder nicht die Füße hochlegen und zahlen lassen? Auch dafür hat Lagarde eine Antwort. Der Schlechtwetterfonds sieht Mechanismen vor, die genau das verhindern sollen. Wie genau, geht allerdings nicht hervor. In einem Punkt sind sich die IWF-Experten allerdings einig: Zukünftig dürfen solche Wirtschaftskrisen nicht mehr vorkommen. Auszahlungen des Fonds sollen an das vorherige Einhalten von Schuldenregeln gekoppelt sein. Apropos Schuldenregeln – diese sollten laut IWF gleich mitreformiert werden.

Hand auf’s Herz: Die Summen für den Fonds sind für die einzelnen Mitgliedsländer riesig. Hinzu kommt, dass der Euro-Rettungsschirm ESM weiterhin mit Mitteln ausgestattet werden soll, um bei Zahlungsschwierigkeiten zu helfen. Der IWF hält seine Idee für gut und auch zeitlich optimal, denn aktuell herrsche eine gute Konjunktur in allen Euro-Staaten.

Doch war es nicht in der vergangenen Zeit ziemlich eindeutig, dass zukünftige Krisen ohne die Hilfe des IWF gemeistert werden sollen? Jedenfalls wollen die Euro-Staaten dieses Jahr erst einmal die Währungsunion reformieren und danach bleiben ja noch genug andere Baustellen. 



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