Dollar bricht ein und lässt Gold haussieren

27.01.2018 07:30  Von:: Markus Blaschzok

Der Dollar erlitt in dieser Woche einen weiteren Schwächeanfall und stürzte auf den tiefsten Stand seit über drei Jahren. Die Märkte erleben im Augenblick eine ausgeprägte Dollarschwäche, während andere Währungspaare von Pfund, Euro oder Yen relativ unverändert zueinander blieben. Diese Dollarschwäche zeigt sich nicht nur in einem stark, bis auf 1.366$ gestiegenen Goldpreis, sondern auch in dem USD-Index (USDX), der den Handelswert des US-Dollars zu sechs ausländischen Währungen der wichtigsten Handelspartner der USA widerspiegelt. Seit der Einführung Trumps als neuer US-Präsident fiel der USDX von 103 auf fast 88 Punkte in dieser Handelswoche, wie folgender Chart zeigt. Gold in US-Dollar kompensierte diesen Kaufkraftverlust seither durch einen Anstieg um über 200 US-Dollar je Feinunze, was dem höchsten Stand seit anderthalb Jahren entspricht. Dies demonstriert, wie gut sich Edelmetalle zum Schutz vor Inflation durch verfehlte Geldpolitik und daraus zwingend folgender Währungsabwertung eignen. 

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Gold stieg, während der Dollar verlor und kompensierte den Kaufkraftverlust.

Aufgrund dieser Schwäche des Dollars konnte der Euro im Wechselkursverhältnis deutlich zulegen, sodass dieser auf 1,254$ je Euro in dieser Woche kletterte. Folgender Chart zeigt den relativ starken Euro im vergangenen Jahr und dementsprechend auch einen seitwärts bis leicht fallenden Goldpreis in der europäischen Gemeinschaftswährung in diesem Zeitraum. Der Chart zeigt aber auch eindrucksvoll, dass der Goldpreis in Euro rund 120€ höher als Anfang 2016 notiert, obwohl der Euro zum US-Dollar fast 16 US-Cent zulegen konnte. Das bedeutet, dass der Euro nicht etwa an Kaufkraft gewann und stark wurde, sondern in den letzten beiden Jahren nur nicht so schnell fiel. Der US-Dollar fiel also stärker als der Euro, doch beide Währungen fielen zum Gold und verloren an Kaufkraft, während Gold die Kaufkraft schützte und so zu beiden Währungen hinzugewinnen konnte. Angesichts einer unverantwortlichen und schädlichen Geldpolitik seitens der Europäischen Zentralbank, die seit Jahren bis zum heutigen Tage die Druckerpressen laufen lässt, ist es auch anders nicht möglich, außer dass der Euro real an Kaufkraft verliert und der Goldpreis in der europäischen Schwachwährung weiter ansteigt.

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Gold in Euro lief die letzten neun Monate tendenziell seitwärts, während der Euro zum Dollar zulegte.

Die Stärke des Dollars ist dennoch kaum nachzuvollziehen, da die US-Notenbank bereits vor Jahren damit aufgehört hat Geld zu drucken. Außerdem wurden allein im letzten Jahr die Zinsen bereits drei Mal angehoben und seit Oktober die Geldmenge dem Markt sukzessive wieder entzogen. Diametral gegensätzlich zur US-Notenbank verhält sich die Europäische Zentralbank, die täglich eine Milliarde Euro druckt, alle Staatsanleihen Italiens aufkaufen musste und in diesem Jahr die Zinsen nicht anheben will. Aufgrund des sich weitenden Spreads zehnjähriger Staatsanleihen zwischen den USA und Europa, wäre eigentlich eine Stärke des Dollars zu erwarten, was auch folgender Chart zeigt. Nach klassischem Muster sollte der Euro aktuell eher unter 1,10$ notieren.

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Trotz einer Ausweitung des Zinsspreads steigt der Euro weiter an.

Normalerweise preisen die Märkte die Zukunft ein. Da die „forward guidance“ eigentlich weiterhin zugunsten der US-Währung mit weiter steigenden Zinsen in den USA und weiterhin niedrigen Zinsen sowie QE-Programmen in Europa liegt, sowie Steuersenkungen in den USA und Steueranhebungen in Europa, machen die Spekulanten exakt das Gegenteil von dem, was sonst zu erwarten wäre. Dies zeigt sich auch an der Positionierung der Spekulanten am Terminmarkt für den USD Index und dem Euro. Die Spekulanten liegen grundsätzlich falsch und immer, wenn sich alle Spekulanten einig sind, dass es nur noch in eine Richtung gehen kann, dreht der Markt und genau das Gegenteil passiert. Aktuell haben sich alle Marktteilnehmer darauf eingeschossen, dass der Dollar, entgegen aller fundamentalen Faktoren, nur noch fallen kann und der Euro immer weiter ansteigen wird. Sogar Wechselkursverhältnisse von 1,80$ je Euro werden am Markt aktuell herumgereicht. Besonders stark zeigt sich die Spekulation auf einen steigenden Euro, die zuletzt noch einmal massiv zunahm, wobei sich relative Schwäche zeigte.

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Die Spekulanten haben bereits alle auf einen fallenden Dollar gesetzt.

 

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Die Spekulanten setzen weiterhin unvermindert auf einen steigenden Euro mit einer Rekordposition.
 
Die rekordhohe Position der Spekulanten am Terminmarkt ist in der Regel ein sehr gutes Indiz für einen baldigen übergeordneten mittelfristigen Trendwechsel.

Für Goldinvestoren im Euroraum bedeutet dies, dass der Euro womöglich aktuell das Ende seines Anstiegs sieht, nachdem dieser einen langfristigen Abwärtstrend erreicht hat. Der Euro könnte nun die nächsten zwölf bis achtzehn Monate wieder fallen.

Dies wäre enorm positiv für den Goldpreis in Euro, der im Augenblick noch direkt an dem langfristigen Aufwärtstrend notiert. Kommt es zu der zu erwartenden Umkehr am Devisenmarkt, dann könnte der Goldpreis in Euro in diesem Jahr auf rund 1.300€ je Feinunze ansteigen. Strategisch langfristig orientierte Investoren sollten daher die aktuell günstigen Preise nutzen, um langfristig auf Sicht der nächsten Jahre neue Positionen im Gold aufzubauen.

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Gold in Euro könnte am langfristigen Aufwärtstrend nun wieder nach oben drehen.

Händler und Kunden kehren dem Bitcoin den Rücken

Der Bitcoin crashte auf 9.200$ im Tief und die Blase wird wahrscheinlich weiter platzen. Mitte Dezember trieb die Manie den Preis noch auf 20.000$. Es gab nur noch gierige Spekulanten, die in der Hoffnung, immer weiter steigender Preise kauften, während es außer den frühen Erstkäufern, die Kasse machten, kaum Verkäufer gab. Das dumme Geld trieb die Preise immer höher, doch all jene, die wirklich reale Waren kaufen wollten, verabschiedeten sich vom Bitcoin.

Immer mehr Versandhändler kehrten in den letzten Monaten den Bitcoin aufgrund der langen Transaktionszeit und den horrend hohen Transaktionskosten den Rücken. Auch die Wenigen, die den Bitcoin einst nutzten, um Online-Geschäfte zu tätigen, sind längst auf andere Plattformen abgewandert. Nun hat in dieser Woche auch der Online-Bezahldienst Stripe den Bitcoin aus seinem Repertoire geworfen. Der Online-Bezahldienst unterstützte ursprünglich die dezentrale Möglichkeit im Internet zu zahlen eifrig, doch im April wird man den Service ein für allemal beenden. Die Probleme mit dem Bitcoin wurden jedoch so groß, dass man darin keine Zukunft und nur noch Probleme sieht. Ein Transfer kann Tage oder Wochen dauern und es stellt sich die Frage, wie man in dieser Zeit mit den hohen Kursschwankungen umgehen solle. Weiterhin sind die Kosten so stark angestiegen, dass sie die Kosten für internationale Überweisungen ins Ausland bei weitem übersteigen. Eine Überweisung kostete zuletzt zwischen 16$ und 55$ – völlig unabhängig von dem zu überweisenden Betrag. Ein Kauf im Internet über Bitcoin konnte sogar 40$ bis 70$ zuletzt kosten. Dies erklärt auch, warum die Umsätze mit Bitcoin bei Stripe zuletzt fast zum erliegen gekommen sind und weshalb man am 23. April jeglichen Support für Bitcoin einstellen wird.

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Der Bitcoin crashte bis dato im Tief um über 55%.

Stripe ist nur einer von Vielen, die in den letzten Monaten die Unterstützung für den Bitcoin wieder eingestellt haben. Nach dem Hype kommt nun die Ernüchterung, dass eine flächendeckende Unterstützung eines Bezahlsystems über die Blockchain sehr teuer, kompliziert und risikoreich ist, weshalb es auf absehbare Zeit keinen Sinn machen wird, diese Möglichkeit zu unterstützen. Bitcoin wird nach dem Hype wahrscheinlich ähnlich wie der neue Markt zusammenbrechen und die Spekulation in einer Panik mit Totalverlusten enden. Wir warnen jetzt davor blauäugig größere Summen in diese Experimente und zu investieren und stattdessen auf den sicheren Hafen der Edelmetalle zu setzen. Diese haben seit Jahrtausenden Bestand und besitzen gerade für die kommenden Jahre enormes Anstiegspotenzial. 



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