Dollar stürzt ab – Inflation, Zinsen und Gold steigen

17.02.2018 05:00  Von:: Markus Blaschzok

Der US-Dollar erlitt in dieser Handelswoche einen erneuten plötzlichen Schwächeanfall. Rund drei US-Cent zum Euro hatte dieser verloren, wobei der USDX mit 88,15 Punkten den tiefsten Stand seit Ende 2014 erreichte. Durch den schwachen Dollar stieg der Euro im Verhältnis zu diesem mit 1,255$ auf den höchsten Stand seit Dezember 2014. Der Euro notiert damit exakt an seinem langfristigen Abwärtstrend und die Masse des Marktes liebäugelt bereits mit einem Ausbruch darüber, was die historisch einmalig bullischen Terminmarktdaten für den Euro zeigen. Angesichts der historisch niedrigen Zinsen in Euroland, der unverminderten Geldschwemme seitens der EZB im Volumen von 30 Mrd. Euro monatlich, hausgemachter struktureller Probleme, sowie einer Konjunktur, die auf Sand gebaut ist, scheint die Schwäche des Goldpreises in Euro durch die vermeintliche Eurostärke, unbegründet zu sein. Immerhin schoss der Goldpreis aufgrund des schwachen US-Dollars auf 1.360$ und erreichte damit ebenso einen langfristigen Abwärtstrend. Kann der Euro jetzt über den Widerstand bei 1,255$ springen und der Dollar fällt weiterhin, würde dies auch bedeuten, dass der Goldpreis in US-Dollar den langfristigen Abwärtstrend überwinden würde, was sofort Spekulanten anziehen und den Goldpreis in allen Währungen befeuern sollte.

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Aufgrund des schwachen US-Dollars konnte der Goldpreis seit Anfang 2017 um über 200$ ansteigen.

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Seit dem Höhenflug des Euros zum US Dollar befindet sich der Goldpreis in Euro unter Druck.

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Der Euro hat aktuell exakt seinen langfristigen Abwärtstrend erreicht.

Trumps Steuersenkungen sind zwar gut für Neuinvestitionen in die US-Wirtschaft, doch stehen diesen keine Ausgabenkürzungen im Staatshaushalt gegenüber. Die Hoffnung, Trump würde letztlich versuchen den Rotstift anzusetzen und die Regierung schrumpfen lassen, hat sich zumindest kurzfristig zerschlagen. Trump forderte gar den Militärhaushalt um 20% auszuweiten, was den Sumpf des Tiefen Staates hinter der US-Regierung durch frisch aus neuen Schulden gedrucktem Geld wieder fluten lässt. Das steigende US-Haushaltsdefizit ist der primäre Grund für den aktuell schwachen Dollar.

Preise steigen – die Stagflation steht vor der Tür


Bitcoin erreichte in dieser Woche wieder die Marke von 10.000$ nachdem ein unbekannter Käufer 400$ Mio. US-Dollar in die Kryptosoftware investiert hatte. Dies kann man, dank der transparenten Blockchain, lückenlos nachverfolgen. Die Zinsen in Europa und den USA stiegen und vice versa kamen die Anleihemärkte weiter unter Druck, während sich die Aktienmärkte kurzzeitig wieder etwas von dem letztwöchigen Crash erholten. Am Aktienmarkt ist die bullische Stimmung mit dem Einbruch zerschlagen und die Angst hält sich, weshalb kurzfristig nicht mit einer Fortsetzung der Rallye zu rechnen ist.

Die neuesten Zahlen zur Inflation in den USA kamen mit 2,1% zum Vorjahr viel heißer rein als man erwartet hatte (+1,9%), was die Märkte alarmierte. Es verwundert daher nicht, dass der Dollar kurzzeitig weiter unter Druck kam, die zehnjährigen US-Zinsen weiter anstiegen und nun zu 2,9% rentieren. Die gibt dem neuen US-Notenbankchef auch Spielraum für eine Fortführung der bisherigen hawkischen Geldpolitik.

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Die Preise in den USA steigen stärker als erwartet und signalisieren weiter steigende Zinsen.

Die steigenden Zinsen und das Ende der Liquiditätsversorgung könnten zu einem Einbruch an den Finanzmärkten und letztlich einer starken Rezession in der Realwirtschaft führen. Seit dem Jahr 2008 wurden über niedrige Zinsen und viel billiges Geld Fehlallokationen geschaffen, die ohne weitere Unterstützung durch niedrige Zinsen nicht überlebensfähig sind und bankrott gehen müssen. Die aufziehende Depression könnte die Schwerste seit Menschengedenken werden. Darum glauben viele, dass letztlich die Notenbanken – ähnlich dem Jahr 2008 – bereitstehen und gegebenenfalls auch mit Helikoptern das Geld abwerfen werden, um diese Entwicklung und einen Schaden für Staat und Bankensystem zu verhindern.

Letztlich werden sich der Staat und das Bankensystem durch die Entwertung ihrer Schulden zwar sanieren können, doch dabei werden alle Ersparnisse der Bevölkerung über Inflation bzw. Kaufkraftentwertung vernichtet werden. Um ihre Ersparnisse und deren reale Kaufkraft zu schützen, werden Sparer, Investoren und Spekulanten in den sicheren Hafen des Goldes flüchten und den Preis in bisher unbekannte Höhen treiben. Die Edelmetalle werden davon profitieren und bereits jetzt zeichnet sich diese Entwicklung ab. Noch spielt die Musik, obwohl die Party am Aktienmarkt bereits vorbei sein könnte. Am Anleihemarkt hat die Musik bereits aufgehört zu spielen und Zinsen sowie Gold zeigen bereits relative Stärke und steigen an. Die Ereignisse könnten sich in 2018 schnell überschlagen und Gold dabei rasch durch die Decke gehen. Die Stagflation lässt mit der in den USA persistent hohen Teuerung und gleichzeitig schwächerer Industrieproduktion bereits grüßen. Auch die Produzentenpreise sind mit 2,7% zum Vorjahr deutlich stärker gestiegen als die Erwartungen (2,4%).



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