Eilmeldung: Griechenland überrascht mit Rettungsplan und gründet "Bad Greece" zur Auslagerung der Schulden

29.06.2015 12:00  Von:: Tim Schieferstein

Bad Greece

Athen / Brüssel – Überraschende Wendung im griechischen Schuldendrama! Noch am Wochenende sah alles nach einer Eskalation der griechischen Schuldenkrise aus. Die Eurogruppe hatte angekündigt das aktuelle Hilfsprogramm auslaufen zu lassen. Gleichzeitig wurde von Regierungschef Alexis Tsipras ein Referendum über die von den Gläubigern geforderten Reformen für kommenden Sonntag angekündigt. Die Woche startete am Montag mit geschlossenen Banken und strikten Kapitalverkehrskontrollen.

Nun überraschte Ministerpräsident Alexis Tsipras mit einem finanzpolitischen Winkelzug, der Griechenland auf einen Schlag von sämtlichen Schulden befreit. Am Montagvormittag informierte er die Eurogruppe über die Ausgründung eines „Bad Greece“ (Kακή Ελλάδα), auf das alle Staatsschulden übertragen wurden.

„Vorlage für den Sanierungsplan Griechenlands war die Rettung des europäischen Bankensystems in den Jahren 2007 und folgende“, erklärt Tsipras in einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz. „Die Gründung von Bad Banks ist ein bewährtes Mittel zur Auslagerung von systemischen Risiken.“
Nach dem gleichen Konzept erfolgte die Gründung von Bad Greece. Hierfür wurde die Insel Zakynthos aus dem griechischen Staatsterritorium heraus gelöst und von Griechenland unabhängig erklärt. Zuvor wurden die über 300 Milliarden Euro Staatsschulden Griechenlands an den neuen Staat „Bad Greece“ übertragen.

Union Europakarte

Auf das Schicksal der Einwohner von Zykynthos angesprochen, erklärt Finanzminister Giannis Varoufakis: „Das tut uns natürlich leid. Im Gegensatz zum schuldenfreien Griechenland haben die jetzt ein ganz schlechtes Standing bei den internationalen Ratingagenturen, aber irgendwer muss sich nun mal fürs Team opfern.“

Für die völlig überrumpelten Mitgliedsländer der Europäischen Union sind jedoch durch das griechische Manöver längst nicht alle Sorgen gelöst. Griechische Medien warnen bereits von einer Welle von Wirtschaftsflüchtlingen aus Bad Greece. Viele Griechen befürchten zudem, dass die Schulden der „faulen Pleite-Zakynther“ am Ende auf die europäischen Steuerzahler abgewälzt werden.

Der Artikel erschien zuerst auf Der Postillon



1 Kommentare

interessante Idee

Das hat Minister Tsipras sehr schlau eingefädelt.....

Marie-Henriette Kwisda-Köchert - 29. Juni 2015

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