EU-Aktionsplan soll gegen faule Kredite ankämpfen

02.08.2017 06:45  Von:: Sandra

In Brüssel haben die Finanzminister der europäischen Staaten nun darüber beraten, wie gegen die Altlasten der Wirtschaftskrise vorgegangen werden kann. Seit der Krise wurden nämlich rund 1.000 Milliarden Euro an Risikokrediten vergeben. Diese sollen nun mit Hilfe eines einheitlichen Aktionsplans beseitigt werden.

Als sogenannte faule Kredite werden all diejenigen Kredite bezeichnet, bei denen die Gefahr besteht, dass der Kreditnehmer nicht in der Lage ist das Darlehen inklusive eines Zinses zu tilgen. Solche Darlehen wurden hauptsächlich in den Krisenländern Griechenland, Portugal, Italien und Zypern vergeben. Beispielsweise verkündete Griechenland Ende 2016, dass 46% der vergebenen Darlehen kritisch sind – was die EU Politiker dementsprechend beunruhigt. Kredite wurden sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen zugesprochen. Häufig sind nun Arbeitslosigkeit oder schlecht laufende Geschäfte die Gründe dafür, wieso Darlehensnehmer womöglich ihre Schulden nicht zurückzahlen können.

Dramatisch ist, dass sich diese faulen Kredite auf die gesamte wirtschaftliche Situation der Eurozone auswirken. Es besteht somit die Gefahr, dass Banken die Kredite nicht mehr tragen können und folglich gerettet werden müssen. Eine weitere Konsequenz ist, dass Kredite nun deutlich zurückhaltender vergeben werden. Für die Eurozone sind die gefährdeten Kredite alles in allem eine extreme Konjunkturbremse.

Jetzt soll ein einheitlicher EU-Aktionsplan gestaltet werden, der die Situation unter Kontrolle bringen soll. Die Bankenaufsicht der EZB und die Europäische Bankbehörde EBA wollen bis Ende des Jahres einen Plan entwerfen, der für alle EU Länder gültig ist und festlegen soll, wie mit den Risikokrediten umgegangen wird.

Dass es bei diesem Thema noch zu vielen Streitpunkten zwischen den einzelnen Staaten kommen kann, ist sehr gut möglich. Finanzminister Schäuble machte seine Meinung bereits mit der folgenden Aussage kund: „Derjenige, der die Haftung trägt, der muss die Entscheidung auch treffen können.“ Es ist zu erwarten, dass dieser Standpunkt – vor allem von den risikobelasteten Ländern – nicht vollumfänglich geteilt wird.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch unter folgendem Link:

 Zum Beitrag: „Faule Kredite: EU-Aktionsplan in Arbeit“



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