Euro fällt auf unter 1,20$ – kommt jetzt der Einbruch?

06.05.2018 14:00  Von:: Markus Blaschzok

Seit vier Monaten hatten wir prognostiziert, dass der Euro den langfristigen Abwärtstrend, der bei 1,25$ verläuft, höchstwahrscheinlich nicht überwinden kann und stattdessen den Aufwärtstrend brechen sollte. Dies ist nun so eingetreten und die Musik für die faktenresistenten Bullen hört erst einmal auf zu spielen. Der Euro brach in der vergangenen Handelswoche auf 1,193$ ein, während dieser vor zwei Wochen noch fünf US-Cent höher notierte.

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Der Euro ist am Abwärtstrend gescheitert und hat den Aufwärtstrend gebrochen.

Es gibt zwei Gründe für diese Entwicklung – die einmal fundamentaler und einmal technischer Natur sind.

Fundamental hat die EZB ihr Versprechen zu langfristig niedrigen Zinsen und einer weiterhin lockeren Geldpolitik gehalten. Die Marktteilnehmer haben jedoch scheinbar nicht daran geglaubt und stattdessen schon Anfang 2017 einen Exit aus der billigen Geldpolitik sowie Zinsanhebungen erwartet und diese in den Eurokurs sukzessive eingepreist.

Die letzte Sitzung der Europäischen Zentralbank enthüllte, dass sich die EZB um eine Abschwächung der Konjunktur sorgt und so ein Ende der Anleihekäufe – geschweige denn von Zinsanhebungen – weiterhin scheut. Dies war seit fast zwei Jahren exakt unsere Erwartung und Zinsanhebungen scheinen nun im Euroraum selbst für 2019 unwahrscheinlich. Die jüngsten Konjunkturdaten für die Eurozone fielen unerwartet schwach aus und der Konjunkturzyklus, der durch massives Gelddrucken und künstlich niedrige Zinsen schon fast eine Dekade andauert, nähert sich seinem konsequent logischen Ende. Dies spricht für einen weiterhin schwachen Euro und der Bias liegt beim Dollar.

Es gibt jedoch auch technische Gründe dafür, dass der Euro für den Rest des Jahres bestenfalls auf dem aktuellen Niveau verharren dürfte und im schlimmsten Fall gar weitere 20% einbrechen könnte. Die falsche Annahme, die EZB würde der US-Notenbank bald mit einer restriktiveren Geldpolitik folgen, hat nicht nur zu einem steigenden Euro geführt, sondern aus der Spekulation wurde eine bullische Manie. Fast alle Großbanken sind long für den Euro und erwarten einen weiter ansteigenden Wechselkurs. Die bullische Spekulation auf den Euro war in der Geschichte der Gemeinschaftswährung noch nie höher gewesen, wie die folgenden CoT-Terminmarktdaten für den Euro zeigen.

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Die Spekulation auf einen steigenden Euro war in dessen Geschichte bisher nie größer.

Tritt jetzt eine Ernüchterung bezüglich der Kursfantasien ein, so kann es zu einer Kettenreaktion an Verkäufen und einem Massaker unter den Eurobullen kommen, während die Bären sie überrennen. Fundamental zeigte sich in den vergangen zwölf Monaten bereits extreme relative Schwäche. Es gibt sogar genügend Potenzial, dass der Euro in den kommenden zwölf Monaten unter die Parität zum US-Dollar fallen könnte. Für Investoren im Euroraum bedeutet dies eine starke Abwertung des Euros, der Ersparnisse sowie Renten, weshalb man mit Edelmetallen gegen diese Euroabwertung vorsorgen sollte.



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