EZB lässt Goldpreis in Euro haussieren

30.11.2015 17:00  Von:: Markus Blaschzok

Silber und Palladium konnten in der vergangenen Handelswoche die Unterstützungen halten und gingen nahezu unverändert in das Wochenende. Gold und Platin litten hingegen am vergangenen Freitag noch einmal unter stärkeren Abgaben, was ein technisch ungewöhnliches Chartbild darstellt. Gold hatte im Vorfeld bereits über 100$ relativ schnell verloren, was wir richtig und exakt in der vorletzten Online-Konferenz erwartet hatten. Nach dem schnellen Preisrückgang hätte man an dem letzten Verlaufstief mit einer kurzen Konsolidierung ähnlich wie bei Silber und Palladium rechnen können, die jedoch ausblieb. Der Preis fiel stattdessen bereits anderthalb Wochen später unter die Tiefs und löste letzten Freitag eine Verkaufslawine bis 1.052 USD aus. Die große psychologische Unterstützung bei 1.000$ ist bereits so nahe, dass viele Marktteilnehmer mit einem Test dieser rechnen und deshalb zum jetzigen Zeitpunkt in denKäuferstreik treten. Dennoch muss man konstatieren, dass die aktuelle Schwäche in den Terminmarktdaten, die auf ein phyisches Überangebot hinweist, wohl nicht ganz alleine über einen Käuferstreik erklärt werden kann und es gut möglich ist, dass auch die westlichen Notenbanken gerade größere Mengen Gold am physischen Markt verkaufen, um eben gerade diese Marke in US-Dollar zu erreichen. In Euro hielt sich der Silberpreis in den letzten Wochen gut und auch beim Gold waren die Abgaben gering.

Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass sich – von den meisten Investoren nahezu unbemerkt – durch die Politik der Europäischen Zentralbank die Edelmetalle in Euro bereits seit zwei Jahren wieder in einer Hausse befinden und angesichts der angekündigt weiterhin inflationären Geldpolitik sich das wohl auch nicht mehr ändern wird.

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Gold in Euro steigt bereits wieder seit Anfang des Jahres 2014 und befindet sich in der Hausse.

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Silber in Euro läuft seit zwei Jahren trendlos seitwärts, doch mit der Trendwende in US-Dollar, wird auch der Silberpreis in Euro wieder steigen.

Wichtige Termine in dieser Handelswoche

Nachdem aufgrund des amerikanischen Feiertages „Thanksgiving“  die dortigen Händler nach dem Genuss ihres Truthahns keine Lust mehr hatten am vergangenen Freitag zu arbeiten, werden die neuen Terminmarktdaten erst am Montag in der Nacht um 21:30 Uhr veröffentlicht. Diese werden uns Händlern wichtige Hinweise auf die innere Struktur des Edelmetallmarktes geben. Am Freitag wird dann bereits der nächste Terminmarktreport mit Stichtag Dienstag erscheinen, womit es in dieser Woche zwei „Commitment of Traders“ Reporte geben wird.

Zu Thanksgiving gibt es übrigens eine Geschichte, da kaum bekannt ist, und erklärt, warum die Plymouth Kolonie damals dem Hungertod nahe war. Diese war als sozialistisch kollektives Utopia geplant, was dazu führte, dass man nach kurzer Zeit die Arbeit auf andere abzuwälzen versuchte, da sich jeder seines „gerechten“ Teils ohnehin sicher fühlte. Niemand wollte mehr arbeiten als nötig, da er ohnehin nichts davon hatte. Nebst dem Ärger den es gab zwischen den Fleissigen und Faulen, sank auch die Produktivität soweit, dass Viele in der Kolonie an Hunger starben und die Kolonie kurz vor ihrer Auslöschung stand. Die Ältesten erkannten ihren katastrophalen Fehler und führten sofort das Prinzip des Privateigentums ein und vergaben Grundstücke an die Menschen, die sofort begannen auf ihrem Grund für sich und ihre Familie emsig zu arbeiten. Die Frauen, die zuvor bei ihren Kindern zuhause waren und deshalb vermeintlich nicht arbeiten wollten, nahmen von da an sogar ihre Kinder mit auf die Felder. Bereits ein Jahr nach der Grundsatzänderung war mehr als genügend Nahrung für alle vorhanden und die Kolonie gedeihte. Thanksgiving ist somit ein Tag, der an die Unmöglichkeit des Sozialismus und dem Sieg der Freiheit über Zwang erinnert.

Am Donnerstag werden die Devisenkurse und die Edelmetallmärkte noch einmal durch die europäische und amerikanische Notenbank stark beeinflusst werden. Am kommenden Donnerstag um 13:45 Uhr wird der Chef der Europäischen Zentralbank Mario Draghi womöglich eine Ausweitung des Gelddruckprogramms, das aktuell noch 60 Mrd. Euro pro Monat beträgt, bekanntgeben und danach ab 14:30 noch eine Pressekonferenz abhalten. Am gleichen Abend wird um 19:10 Uhr der stellvertretende Vorsitzende der privaten US-Notenbank FED Stanley Fischer „herabsteigen“, um dem Kongress der Vereinigten Staaten die aktuelle Geldpolitik zu verkaufen und womöglich die Märkte noch einmal auf eine Zinswende vorzubereiten. Stanley Fischer war davor von 2005 bis 2013 Gouverneur der israelischen Zentralbank „Bank of Israel“ und bringt daher viel Erfahrung in dieses „anspruchsvolle“ Amt. Äußerungen zu einer Zinsanhebung sowie die Aussagen von Mario Draghi, haben das Potenzial den Euro unter das letzte Tief bei 1,05 USD zu drücken und somit ein Verkaufssignal für Händler auszulösen, das die Parität zum US-Dollar anvisiert. Bei der EZB stehen eine Verlängerung der Mindestlaufzeit des Ankaufprogramms im Gespräch sowie eine Ausweitung dessen oder auch eine Anhebung des Strafzinses auf Einlagen bei der Notenbank. Am Freitag erscheinen dann noch die US-Arbeitsmarktdaten, die ebenfalls kursbewegend sein werden. 

Die desaströse Geldpolitik Europas

Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank sorgt selbstverständlich nicht für Geldwertstabilität und Wirtschaftswachstum. Wäre dies überhaupt möglich, dann hätte sich die Weimarer Republik 1918-1923 in den Wohlstand gedruckt und nicht wie damals in die völlige Armut und den wirtschaftlichen Ruin mit einer Hyperinflation und der völligen Entwertung des Geldes. Weiterhin hat durch die verfehlte Geldpolitik der Euro alleine im letzten Jahr ca. 25% zum US-Dollar an Wert verloren, weshalb es nur zwingend logisch ist, dass der Goldpreis in Euro seit Anfang 2014 bereits wieder ansteigt. Die neuen Maßnahmen, die Mario Draghi in dieser Woche womöglich ankündigen wird, werden ebenfalls die Währung weiter abwerten und den Goldpreis ansteigen lassen. Wir erwarten schon in den nächsten Jahren eine weitere deutliche Abwertung der europäischen Gemeinschaftswährung aufgrund der verfehlten sozialistischen Politik in Brüssel und den Mitgliedsländern. Ersparnisse sowie Renten und Pension werden durch die verdeckte Umverteilungswirkung dieser Politik immer stärker enteignet und insbesondere die Alten und Rentner sowie die Armen werden darunter leiden müssen. Alleine mit den Edelmetallen Gold und Silber wird man in den nächsten Jahren die Leistung seines Lebens noch retten können. Wer gar gewieft ist, kann diese Umstände nutzen und sogar noch davon real profitieren und seinen Wohlstand ausbauen, während all Jene, die den Zug verpassen, der Gefahr des Vermögensverlustes sowie der Altersarmut ausgesetzt sein werden. Die Politik der Notenbanken ist mittel- und langfristig katastrophal für die Volkswirtschaften sowie den Wohlstand in den Industrienationen.

Dieaktuelle Immigrationskrise ist zudem ein finanzielles Problem, das bisher weitgehend unterschätzt wird. Primär wird diese Mammutaufgabe, gegen welche die Griechenlandkrise lächerlich erscheint, über die Neuverschuldung des Staates, also dem Drucken von Geld und somit über indirekte Enteignung finanziert werden. Es ist ein Nullsummenspiel, denn jeder Euro, der enteignet und umverteilt wird, fehlt für Ersparnisse und damit auch für Investitionen. Diese sind jedoch zwingend notwendig für ein weiteres Wachstum der Wirtschaft – sind die Investitionen zu gering, kann die Wirtschaft sogar in eine andauernde Rezession übergehenund schrumpfen. Weiterhin schreckt die aktuelle Politik in der Bundesrepublik sowie die Unfähigkeit Deutschlands und Europas ihre Grenzen zu schützen und stattdessen Besitz mit immer höheren Steuern zu belegen, neue Investoren ab, die jedoch dringend benötigt werden. Unsere Meinung teilt nun auch der Industriepräsident Ulrich Grillo in einem Interview der „Welt am Sonntag“. Eine noch unveröffentlichte Steuerstudie von BDI und dem Chemieverband VCI zeigt, dass die Belastung der Betriebe mit Einkommens-, Körperschaft- und Gewerbesteuer bis 2019 um mehr als 20 Milliarden auf 144,2 Milliarden Euro steigen wird. Im internationalen Vergleich der Steuerbelastung von Unternehmen liegt Deutschland auf dem fünften Platz hinter den USA, Japan, Frankreich und Belgien. Der Staat kann die ausgefallenen Investitionen natürlich nicht ersetzten, wie manch naive Anhänger keynesianischer Geldpolitik nun meinen und dafür als Kompensation eine Ausweitung der staatlichen Investitionen fordern. Was einmal umverteilt und konsumiert wurde, ist weg und eine weitere Enteignung der Bevölkerung zum Ausbau der staatlichen Investition, ist ein Schildbürgerstreich erster Güte, denn diese führt nach den Kosten für die Bürokratie zu nur noch weniger produktiven Investitionen und damit zu einer Ausweitung der Armut. Nicht dass die aufziehende Wirtschaftskrise nicht schon schlimm genug würde und die rezessiven Kräfte die Volkswirtschaften längst beuteln – die neuerlichen politisch verursachten Probleme werden das Wohlstandsniveau in Deutschland in den kommenden zehn Jahren darüber hinaus deutlich reduzieren.

 



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