EZB stützt griechisches Bankensystem weiter

03.07.2015 17:30  Von:: Markus Blaschzok

Die EZB hat die Notkredite (ELA) wie erwartet weiter genehmigt und die Banken nicht in die Insolvenz getrieben, womit sie ihrer originären Aufgabe nachkommt und das Bankensystem auf Kosten der europäischen Steuerzahler mit frisch gedrucktem Zentralbankgeld rettet. Wir erwarten weiterhin eine Einigung und einen Verbleib Griechenlands in der Währungsunion, denn die Folgen eines Bankrotts Griechenlands würde das Vertrauen in die Banken, den Euro und Brüssel unterminieren, was zu einem sukzessiven Bank Run in Europa sowie freiheitliche Parteien stärken würde. Die Ratingagentur S&P bestätigt nun unsere bisherige Einschätzung, indem sie bei einem GREXIT vor einem Zerbrechen der Eurozone warnt.

Ein Schuldenschnitt wäre schwer, denn Italien, Spanien, Portugal und Irland könnten theoretisch infolge dessen als nächstes die gleichen Forderungen stellen, was das politische Klima in Europa vergiften und gegen Brüssel aufbringen könnte. Ein Schuldenschnitt ohne Währungsaustritt würde weitere Maßnahmen seitens der EZB erzwingen, um deflationäre Tendenzen zu bekämpfen, was die Preissteigerungsrate mittelfristig wieder schneller steigen lassen würde.

Dass die Staatsverschuldung Griechenlands längst zu hoch ist, um sich im Status quo durch Sparen aus dieser noch befreien zu können, konstatierte nun sogar der IWF (Internationale Währungsfonds): „Selbst mit weiterer Finanzierung Griechenlands bis 2018 würde die Schuldenlast über Dekaden sehr hoch und anfällig für Schocks bleiben.  … ein Schuldenschnitt von 30% Prozent des BIPs würde benötigt, um die langfristigen Schuldenziele Griechenlands erreichen zu können.“ Damit schüttet man Wasser auf die Mühlen derjenigen, die im Referendum mit einem Nein gegen eine Einigung mit der Troika und so für einen Austritt aus der Währungsunion stimmen würden. Weitere 50 Mrd. Euro, wovon 38 Mrd. die Euroländer stemmen müssten, wären nötig um die Finanzierung bis 2018 sicherzustellen. Natürlich ist die Annahme des IWF unter der Prämisse konstanter Preise, die es aufgrund des QE-Programms der EZB aber nicht geben wird, wodurch auch die Schuldenlast Griechenlands im Verhältnis zum BIP schon binnen einer Dekade sukzessive aufgrund der Inflation auf ein tragbares Niveau sinken sollte, wenn die EZB weiterdruckt, wovon wir ausgehen.

Schuldenschnitt, Deflation und eine darauf folgende kurze aber starke Rezession wären langfristig die beste Lösung für die Griechen, denn eine Bloßstellung der sozialistischen Regierungspolitik könnte für einen Rückbau des Staates und mehr Freiheit sowie Selbstverantwortung sorgen und so zu mehr Wachstum und Wohlstand führen. Dem Großteil der Menschen in Griechenland gelingt nicht die Erkenntnis, dass Staatsverschuldung grundsätzlich immer die alleinige Schuld des Staates bzw. von Sozialismus ist. Sozialismus und Staat gehen immer einher, denn das Gegenteil wären Freiheit, Marktwirtschaft, ein Minimalstaat und privates Geld, wodurch es weder Schuldenkrisen, noch Währungs- oder Wirtschaftskrisen geben könnte. Die Hoffnung auf einen „Free-Lunch“ ist für das einfache Gemüt einfach zu verlockend, als dass sie erkennen könnten, dass der sozialistische Beelzebub sie lediglich mit haltlosen Versprechen in ihren eigenen Untergang lockt. Da die kurzfristige Abhängigkeit des Großteils der Griechen vom sozialistischen Staat mittlerweile so hoch ist und diese daher eine Staatspleite sowie den Verlust der Pensionen und Einlagen bei den Banken fürchten, ist es wahrscheinlich, dass das Referendum mit einem „Ja“ zu einem Ende der Tsipras-Regierung und einer Einigung mit der Troika führen wird.

Sobald sich die Sorgen um Griechenland in Luft aufgelöst haben, erwarten wir wieder eine Stärke des Euros, der im Augenblick einen möglichen GREXIT bereits eingepreist hat. Dieser könnte dann wieder schnell in Richtung 1,15 USD bewegen und so die Edelmetallpreise in US-Dollar stützen.

 



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