Gold in Euro auf höchstem Stand seit anderthalb Jahren

08.01.2019 06:00  Von:: Markus Blaschzok

Der Goldpreis stieg in der Nacht vom 03. auf den 04. Januar 2019 auf 1.298 $ bzw. 1.139 € je Feinunze. In US-Dollar ist das der höchste Stand seit einem halben Jahr und in Euro ist es der höchste Stand seit anderthalb Jahren, womit der Schwäche der europäischen Gemeinschaftswährung Rechnung getragen wird. In beiden Fiat-Währungen konnte auch der Silberpreis auf den höchsten Stand seit sechs Monaten ansteigen, womit beide Edelmetalle gut in das neue Jahr gestartet sind.

In der Retrospektive waren unsere Prognosen zum Goldpreis, trotz der schweren Marktlage, in 2018 wieder sehr akkurat. Im Dezember 2017 gaben wir ein Kaufsignal mit einem Gewinn von 100 $ und prognostizierten danach einen fallenden Preis bei 1.360 $, was ebenso eintrat. Der Preis fiel und Ende August gaben wir dann wieder ein Kaufsignal bei 1.200 $ mit dem Ziel bei 1.280 $, womit wir die Bewegung des Goldpreises im letzten Jahr nahezu perfekt antizipierten.

Der steigende Goldpreis sorgte dafür, dass die Silberbären lieber den Kopf einzogen, was zu dem Ausbruch des Silberpreises aus seiner viermonatigen Handelsspanne sorgte. Daraufhin konnte der Silberpreis seit dem 26. Dezember einen Dollar zulegen, was ein beeindruckender Preissprung war.

Gold in USD und Euro seit 2017

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Der Goldpreis in Euro stieg auf den höchsten Stand seit anderthalb Jahren.

Silber in USD und Euro seit 2017

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Silber konnte endlich aus seiner Handelsspanne ausbrechen und einen weiteren Dollar zulegen.

Seit dem Jahr 2014 neigt der Goldpreis in Euro dazu, immer um Neujahr herum eine Rallye zu starten. Meist begann die Aufwärtsbewegung bereits im Dezember und fand im Januar oftmals schon ein Hoch nach einem kurzen aber starken Anstieg, wie dieser Chart zeigt. Anfang Dezember zeichnete sich bereits ab, dass dieses Muster auch in diesem Jahr noch einmal Bestand haben dürfte.

Gold ini Euro während Jahreswenden

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Der Goldpreis stieg in den vergangenen fünf Jahren immer um den Jahreswechsel herum an.

Anfang Dezember war der Goldpreis mit einem Sprung über 1.240 $ bereits aus seiner Handelsspanne ausgebrochen, womit ein Anstieg bis 1.280 $ sehr wahrscheinlich wurde. Am 19. Dezember musste der Goldpreis noch einmal einen kurzen Tiefschlag einstecken, nachdem die US-Notenbank FED doch noch einmal den Leitzins um 25 Basispunkte anhob und damit hawkischer auftrat, als es der Markt erwartet hatte. Nach diesem kurzen Rücksetzer traten die Spekulanten wieder als Käufer auf, die sich in den vergangenen Monaten stark zurückhielten. Der steigende Preis zog weitere Spekulanten an und bärisch gestimmte Spekulanten mussten ihre Wetten auf fallende Preise schließen, was den Anstieg zusätzlich befeuerte.

Leider erschien zuletzt kein CoT-Terminmarktreport der US-Terminmarktaufsicht CFTC, da die US-Regierung aufgrund eines Haushaltstreits die Arbeit eingestellt hat. Es könnte sein, dass kein CoT-Report erscheinen wird, bis dieser Government-Shutdown beendet wurde und die Bürokraten ihre „Tätigkeiten“ wieder aufnehmen. Danach dürfte die CFTC jedoch rückwirkend alle Daten zu den Positionen der Spekulanten und Produzenten am Terminmarkt veröffentlichen und uns somit eine Einschätzung der Goldrallye ermöglichen. Grundsätzlich dreht sich die Welt auch ohne Regierungen weiter und allen Menschen ginge es so grundsätzlich besser – den CoT-Report vermissen wir aktuell dennoch schmerzlich.

In den letzten Handelstagen erfuhr der Goldpreis, durch starke Turbulenzen der Fiat-Währungen untereinander, auch nochmal etwas Unterstützung, wie es sie seit 2009 nicht mehr gab. Der Dollar brach zum japanischen Yen deutlich ein, worauf die CoT-Daten schon lange hingewiesen hatten. Der im neuen Jahr stattgefundene Crash des australischen Dollars dürfte hingegen ein Sell Off gewesen sein. Der Dollar kam zum Pfund unter Druck, doch dafür crashten wieder der chinesische Yuan und die türkische Lira zum Dollar, wobei der sichere Hafen der ältesten Währung gefragt blieb und deutlich zulegen konnte.



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