Gold steigt in Rallye um 16%

12.02.2016 17:15  Von:: Markus Blaschzok

Gold legte in einer Rallye, wie man sie seit 2013 nicht mehr sah, binnen einem Monat rund 180$ oder 16% zu. Silber konnte auch immerhin noch 11% zulegen. Für diese Erholungsbewegung erwarteten wir im Gold lediglich einen Anstieg bis 1.185$, was mit einem Hoch der Kaufpanik bei 1.264$ in dieser Woche deutlich überschritten wurde, während Silber bisher nur etwas über unser Preisziel von 15,50$ mit einem Hoch bei 15,95$ anstieg. Auch die Goldminen konnten kräftig zulegen und der Goldminenindex „HUI“ lag gestern bei einem Plus von über 60% binnen einem Monat, was eine wahnsinnig gute Entwicklung ist. 

Der Anstieg der Edelmetalle, der zuerst korrektiver Natur war und von einem schwächeren Dollar getragen wurde, profitierte letzte Woche dann plötzlich von Investoren, die einen sicheren Hafen suchten, als die Aktienmärkte einbrachen und Probleme im Bankensektor auftauchten. Diese schürten Befürchtungen vor einem Crash der Finanzmärkte, ähnlich dem von 2008. Der S&P500 verlor seit Jahresbeginn 12% und der DAX 18,5%, wobei es in dieser Woche zu einem Sell Off kam, weshalb Investoren panikartig in das unterbewerte und sichere Gold flohen, um ihr Risiko zu diversifizieren. Der Aktienkurs der Deutschen Bank brach seit Jahresbeginn um fast die Hälfte ein und die Kreditausfallversicherungen für diese verdoppelten sich. Der gesamte europäische Finanzsektor rutschte diese Woche ab und alle Kreditausfallversicherungen in diesem Sektor schossen in den Himmel. Die Angst vor einem Banken-Kollaps geht wieder um, was letztlich die Notenbanken und Regierungen auf den Plan rufen würde, um wieder mit Steuergeldern das unmoralische durch Nichts gedeckte Kreditgeldsystem zu retten. Dies würde letztlich das Drucken von Geld bedeuten, was wiederum die Währungen abwerten und den Goldpreis steigen lassen würde.

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Der Einbruch am Aktienmarkt sorgte für eine Flucht in das sichere Gold. 

Die Edelmetalle erhielten durch dieses Ereignis einen weiteren deutlichen Schub, was wir vor einem Monat so noch nicht ahnen konnten. Gold in Euro stieg deshalb auch erst seit einer Woche, denn davor waren die Anstiege von Gold und Silber lediglich durch die Abwertung des US-Dollars bedingt. Alleine in der letzten Woche konnte der Goldpreis jedoch auch in Euro real um bis zu 80€ je Feinunze zulegen. Damit hat der Goldpreis in Euro seinen langfristigen Aufwärtstrend, wie von uns schon vor längerer Zeit prognostiziert, dank des QE-Programms der EZB bestätigt und dieser ist nun seit über zwei Jahren intakt.

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Auch wenn einige Bankanalysten, z.B. aus dem Hause Goldman Sachs, noch nicht so optimistisch für den Goldpreis in den kommenden Monaten sind, so zeigt die aktuelle Rallye, dass der Kessel unter Druck steht und exogene Faktoren schnell dazu führen können, dass Gold die Trendwende mit einem Preissprung vollzieht und so einen neuen Bullenmarkt jederzeit einleiten kann. Doch es gibt auch andere Stimmen, wie beispielsweise den Fondsmanager Jeff Grundlach, der es für wahrscheinlich hält, dass Gold auf über 1.400$ ansteigen wird während Investoren das Vertrauen in die Zentralbanken verlieren werden. Er sagt, „es sei verrückt, dass Janet Yellen in dieser Woche von der Möglichkeit von Negativzinsen sprach, während der Offenmarktausschuss der privaten FED zuletzt weitere Zinsanhebungen für die kommenden Jahre erwartete“. Auch die japanische Notenbank hatte erst kürzlich eröffnet, dass man sich die Möglichkeit für Negativzinsen in Zukunft offen halten wolle. Selbst der ehemalige Notenbanker Ben Bernanke sagte letzten Monat: „Negativzinsen sind etwas, das die FED wahrscheinlich in Erwägung ziehen wird und auch sollte.“ Negativzinsen würden Investoren weiter in Anleihen treiben, womit Gold jedoch das einzige Investment wäre, das in physischer Form nicht besteuerbar wäre, was in einer massiven Nachfrage enden könnte. Dennoch – wir würden darauf nicht so viel geben, denn die Situation kann auch mit einem neuen QE-Programm und persistent höheren Zinsen geregelt werden. Die Zinsen werden langfristig ohnehin dem Anstieg der Konsumentenpreise folgen müssen, sodass Zinsen in Höhe von einem Prozent in den USA kein Problem sind, wenn gleichzeitig die Konsumentenpreise aufgrund der neuen QE-Programme um vier oder mehr Prozent im Jahr ansteigen. 

Solange es in den USA kein neues QE-Programm gibt, wird die Geldmenge weiter kontrahieren, die Banken werden weiter in Schieflage geraten und die Aktienmärkte wohl ihre Talfahrt fortsetzen. 

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Der US-Aktienmarkt hat eine Top-Formation ausgebildet und scheint in einen Bärenmarkt überzugehen, der nur durch ein neues QE-Programm verhindert werden kann.

Kanada verkauft seine Goldreserven

Kanada hat nunmehr als die Hälfte seiner restlichen Goldreserven heimlich verkauft. Die Bestände fielen von 3 Tonnen auf 0,62 Tonnen und die Verkäufe beliefen sich somit auf 38 Millionen kanadischen Dollar. Es war nicht viel Gold, das Kanada bei einer Einwohnerzahl von 35 Mio. Einwohnern besaß und nun verkaufte, denn im Vergleich zur Schweiz mit 8 Millionen Einwohnern und Goldreserven in Höhe von rund 1.040 Tonnen, waren die kanadischen Bestände zuletzt ohnehin fast nicht mehr existent. Kanada hielt Mitte der Siebziger Jahre auch noch rund 700 Tonnen Gold in seinen Tresoren und verkaufte diese Anfang der achtziger Jahre sukzessive. Die kanadischen Notenbanker begründeten diesen Schritt damit, dass Gold heute nicht mehr als Deckung einer Währung benötigt würde, was sich künftig als fatale Fehleinschätzung herausstellen dürfte. Kanada steht mit einer Staatsverschuldung von 86% zum Bruttoinlandsprodukt sowie einer jetzt schon relativ hohen Preissteigerungsrate von 1,5% nicht viel besser da als Europa, wobei man seit Anfang 2008 die Geldbasis auch verdoppelte und somit den realen Wert des kanadischen Dollars praktisch halbierte. Die dortigen Politiker handeln demnach ebenso unverantwortlich wie jene in den USA oder in Europa. Rational sind die Beweggründe der kanadischen Notenbanker sowie der kanadischen Regierung nicht so recht nachvollziehen. Der Vorteil für kanadische Goldbesitzer dürfte jedenfalls in weiterhin in Kanada reichlich vorhandenem günstigem Grund und Boden in einem freiheitlich geprägten Land liegen. Kanada als Investitionsstandort eignet sich hervorragend für Ruheständler, Feriendomizilanten wie auch für an Rückzugsraum bzw. an reichlich Privatsphäre interessierten Investoren – gerade Europäer sind beispielsweise traditionell an der kanadischen Ostküste aus den genannten Gründen mit einem signifikanten Bevölkerungsanteil repräsentiert.



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