Griechenland - Entscheidung am Wochenende

27.06.2015 16:00  Von:: Markus Blaschzok

In Griechenland gibt es noch immer keinen Kompromiss und die Märkte ignorieren dieses Schauspiel mittlerweile fast völlig. Merkel sagte nun, sie wolle eine Einigung in dem Streit um Griechenlands Kreditversorgung noch bevor die Märkte am Montag eröffnen. Nach einer neuen statistischen Erhebung sind die Selbstmorde in Griechenland alleine in den letzten zwei Jahren um 35% gestiegen, wobei man darin die Schuld auf die vermeintliche Sparpolitik der Regierung schiebst, anstatt zu erkennen und zu konstatieren, dass die Schulden durch zu viel Staat und Zentralismus entstanden sind, womit mal wieder der falsche Sündenbock herhalten muss, um die sozialistische Regierung in Griechenland gut dastehen zu lassen. 

Die Europäische Zentralbank droht weiterhin die ELA-Kredite an das griechische Bankensystem einzuschränken, obwohl man diese erst am 22 Juni um 1,9 Mrd. Euro auf 87,8 Mrd. Euro angehoben hatte. Noch im März betrugen diese gerade einmal 59,5 Mrd. Euro. Bundesbankpräsident Weidmann kritisierte diese Brückenfinanzierung Griechenlands. "Wenn Banken ohne Marktzugang die kurzfristigen Schulden einer Regierung kaufen, die auch vom Markt ausgesperrt ist und dann auf ELA-Kredite zurückgreifen, ist dies besorgniserregend." Die Forderungen der EZB an griechische Banken übersteigen mit 125,8 Mrd. Euro mittlerweile die Einlagen von Haushalten und Unternehmen bei diesen, wodurch die griechischen Banken praktisch in der Hand der EZB sind. 

Während man Griechenland in der EU halten will und man Ungarn wirklich einen Austritt zutrauen kann, sind die Worte von Frau Maine Le Pen zu einem Austritt Frankreichs aus der EU (FREXIT) wohl nur Worthülsen. Le Pen konnte erst kürzlich eine freiheitliche antikommunistische Koalition in der EU gründen zusammen mit der in Österreich sehr erfolgreichen FPÖ und der niederländischen PVV unter Geert Wilders. Dass die AfD nicht dabei ist, ist ein einziges Trauerspiel. Doch wenigstens scheint den Blauen unter Strache es in Österreich zu gelingen, die Sozialisten zurückzudrängen und einen freiheitlichen Umschwungeinzuleiten, von dem man in den bundesrepublikanischen Medien freilich nichts hören darf. Österreich hat mit einem nur halb so hohen Wachstum im Vergleich zu der restlichen EU und einer durch die sozialistisch geprägten Regierungen der letzten Jahrzehnte verursachten rekordhohen Arbeitslosigkeit hart zu kämpfen. Im ersten Quartal wuchs die Wirtschaft in Österreich nur um 0,1% während der Rest der EU durchschnittlich um 0,4% wachsen konnte. Der Russland-Ukraine Konflikt sowie die Griechenlandkrise belasten Österreich zudem stärker als die anderen EU-Länder. 

Der Euro bewegt sich trotz eines fehlenden Kompromisses trendlos seitwärts bei aktuell 1,12 $ und somit weiterhin innerhalb der Handelsspanne zwischen 1,105$ und 1,15 $, während die Edelmetalle in Euro seit einem Monat unbeeindrucktverharren, Silber exemplarisch bei aktuell 14 Euro je Feinunze.

Bei Palladium kam es gestern zu einem Ausverkauf, nachdem die langfristige Unterstützung bei 700 USD brach. Stop Loss Orders wurden ausgeführt und so ging Palladium mit einem Minus von 3,5% aus dem Handel. Der einmal in der Woche und heute wieder neu erscheinende Terminmarktreport der US-Börsenaufsicht CFTC dürfte zeigen, dass die Kleinspekulanten ihre Extremposition noch einmal ausgeweitet haben, was bei einer Rückeroberung der Marke von 700 USD ein Kaufsignal liefern würde.

 

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