Hintergründe der Bargeldabschaffung

25.02.2017 18:45  Von:: Markus Blaschzok

Die Begründung, mit der Einschränkung von Bargeschäften die Terrorismusfinanzierung verhindern zu wollen, ist lediglich eine Verkaufsmasche für die Bevölkerung, da keinerlei Einflussnahme hierdurch möglich ist. Dass der Staat Schwarzgeldgeschäfte verhindern und so seine Einnahmen erhöhen will, kommt der Wahrheit hingegen schon näher. 

In Italien wurde in den letzten Jahren die Grenze von Bargeschäften bereits auf 3.000 Euro und in Frankreich und Portugal auf 1000 Euro gesenkt, während diese in Polen und Kroatien immer noch bei 15.000 Euro vergleichsweise hoch liegt.

Keine Obergrenzen gibt es in Deutschland, den skandinavischen Staaten, dem Vereinigten Königreich, Österreich, Slowenien, Litauen, Lettland und Zypern. Die völlige Abschaffung des Bargeldes ist das eigentliche Ziel der schrittweisen Reduzierung der Anonymitätsgrenze bei Bargeldgeschäften.
 
Ist das Langfristziel der völligen Abschaffung von Bargeld erst einmal umgesetzt, sind alle Transaktionen der Menschen transparent und besteuerbar, womit sich die Einnahmen für den Staat maximieren lassen. Gleichzeitig lassen sich alle Transaktionen einfach kontrollieren sowie steuern, was dem Staat zusätzliche Macht verleiht. Weiterhin ist es ohne Bargeld nicht mehr möglich dem Bankensystem zu entfliehen und seine Ersparnisse vor einem „Bail In“ zu schützen. Ein deflationärer Crash durch eine Flucht aus dem Kreditgeldsystem wäre somit unmöglich. Das wäre gut für die Banken und den Staat, da diese von der Inflation und der Kaufkraftentwertung der Bankguthaben profitieren.
 
Auf der anderen Seite sind die Bürger ohne Bargeld dem Wohlwollen von Staat und Banken hilflos ausgeliefert. Es wäre unmöglich den Banken das Vertrauen zu entziehen und seine Ersparnisse in Sicherheit zu bringen. Der Missbrauch der Daten und der Missbrauch von Macht in einer bargeldlosen Gesellschaft sind Risiken, die zu hoch wiegen. Weiterhin ist die bargeldlose Gesellschaft viel teurer als die Zahlung mit Bargeld. Auch wenn die Zahlung mit Karte bequemer ist, wiegen die Vorteile die Risiken und Nachteile einer bargeldlosen Gesellschaft nicht auf.    

Das Bargeldverbot aus Sicht der „Österreicher“

Aus Sicht der Österreichischen Schule der Nationalökonomie machen all diese politischen Einschränkungen keinen Sinn. Schon das Geldmonopol an sich ist infrage zu stellen, denn es bietet keinen Nutzen, sondern schafft nur Probleme und Kosten für die Gesellschaft. Doch da sich Regierungen durch das staatliche Geldmonopol über ihre Verhältnisse verschulden und die Bevölkerung unbegrenzt über Inflation besteuern können, zwingt der Staat die Menschen dazu nur sein Geld zu verwenden. So war und ist bisher noch das offizielle gesetzliche Zahlungsmittel das Bargeld – bestehend aus staatlichen Banknoten und Münzen. Bankeinlagen waren hingegen noch nie, weder formal noch rechtlich, Zahlungsmittel, sondern schon immer lediglich von Banken ausgestellte Schuldscheine. Wer sein Geld auf ein Konto bei der Bank einzahlt, vergibt der Bank einen Kredit. Daher erhält man in der Regel auch Zinsen und haftet bei einer Pleite der Bank mit seinen Einlagen.
 
Das Beste für die Menschen, die Wirtschaft und den Wohlstand der Gesellschaft ist nicht der Weg hin zu mehr Regulierung und Überwachung, sondern hin zu mehr Deregulierung und Freiheit. Die Österreichische Schule fordert die Abschaffung des staatlichen Geldmonopols und stattdessen freien Wettbewerb der Währungen. Dies würde natürlich das Ende des Euro bedeuten, da dieser eine Schwachwährung ist. Hätten die Menschen wieder die Freiheit selbst das bevorzugte Geld zu wählen, so würden sie ihre Ersparnisse in die Form von Geld stecken, die nicht an Kaufkraft verliert oder sogar noch an Kaufkraft gewinnt. Wer würde noch Baumwollgeld wie den Euro halten wollen, das Jahr um Jahr an Wert verliert, wenn man es auch anders haben kann? Der freie Markt würde wie eh und je in der Geschichte vermutlich Gold und Silber als ideales Geld hervorbringen. Natürlich gäbe es auch dann die Möglichkeit bargeldlos zu zahlen, wenn man denn will. Der entscheidende Unterschied wäre dann nur, dass dies erstens freiwillig erfolgt und zweitens, dass Online-Transaktionen durch Geld gedeckt wären. Für die Menschen hat eine Abschaffung des staatlichen Geldmonopols also nur Vorteile – einzig die Regierungen können davon nicht mehr profitieren und die Menschen nicht mehr hinterrücks über Inflation enteignen und auch die Geschäftsbanken hätten nicht mehr die Möglichkeit die Geldmenge beliebig zu vermehren.



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