ifo-Institut warnt vor italienischem Staatsbankrott

13.10.2018 06:00  Von:: Markus Blaschzok

Der amerikanische Aktienindex Dow Jones verlor am Mittwoch 831 Punkte, was eine Flucht in den sicheren Hafen Gold auslöste, dessen Preis in dieser Woche um 40 $ auf 1.227 $ anstieg. Im Umfeld steigender Zinsen fragen sich Investoren zunehmend, ob der historisch längste Bullenmarkt nun sein Ende finden wird und der Einbruch womöglich der Beginn eines großen Crashs sein könnte.

Der IWF warnte kürzlich vor einer „zweiten großen Depression“ und der Chef des ifo-Instituts erwartet ohne sofortige Kurskorrektur der Finanzpolitik Italiens sogar eine Staatspleite sowie den wirtschaftlichen Niedergang. Die Forderung des ifo-Chefs Clemens Fuest Maßnahmen zu ergreifen, um die Finanzstabilität im Falle einer Staatspleite Italiens in der Rest-Eurozone aufrechtzuerhalten und gleichzeitig den Banken in der EU keine Hilfen zu geben, wenn sie durch den Ausfall von Forderungen Verluste erleiden, ist nicht haltbar. Die EZB ist sich der Gefahren für die Eurozone bewusst und wird daher aus existenziellem Eigeninteresse den Leitzins für lange Zeit auf null Prozent belassen sowie fällige Anleihen reinvestieren, um den Zinsauftrieb am freien Markt zu konterkarieren. Sobald es zu Ausfällen bei den Banken kommen sollte, wird die Zentralbank sofort diese Schulden gegen frisch gedrucktes Papiergeld aufkaufen und auf die Bücher der Steuerzahler nehmen. Längst steht die politische EU mit dem Rücken zur Wand und haftet für die Ausfallrisiken Italiens.

Die offizielle Inflationsrate in Deutschland bewegt sich bei 2,3 %, was die EZB eigentlich unter Druck setzten sollte. Die Rekapitalisierung der Banken und der überschuldeten Staaten zur Rettung der EWU ist jedoch die oberste Priorität für die Zentralbanker, weshalb Realzinsen im deutlich negativen Terrain auf Kosten des Steuerzahlers durchgedrückt werden. Nach Berechnungen der Comdirect mit den offiziellen deutlich geschönten Daten des statistischen Bundesamtes, haben die Deutschen durch die realen Negativzinsen mehr als 100 Mrd. Euro seit 2010 verloren. Die wahren Verluste unter Berücksichtigung der inoffiziellen und deutlich höheren Teuerung sind jedoch um ein Vielfaches höher.

US-Präsident Trump fürchtet ebenso einen Crash des Aktienmarktes und eine Rezession, da dies eine Wiederwahl und eine zweite Amtszeit verhindern könnte. Er sagte in dieser Woche, in Bezug auf den Einbruch am Aktienmarkt, dass die Fed verrückt geworden sei, womit er ein klares Signal an Jerome Powell, Chef der Fed, sandte. Letzterer will die Zinsen bis Ende nächsten Jahres noch vier weitere Male anheben. Die beiden Amtszeiten des ehemaligen US-Präsidenten Barack Hussein Obama wurden durch Zinssenkungen und Gelddruckprogramme der Notenbank begleitet, was die Konjunktur stützte und Obamas Politik gut dastehen ließ. Trump sieht sich seit seinem Amtsantritt jedoch mit der diametral gegensätzlichen Geldpolitik von Zinsanhebungen und einer Reduzierung der Geldmenge konfrontiert, was dem Aufschwung ein Ende bereiten und eine Rezession auslösen wird, egal wie gut oder schlecht seine Politik auch immer sein mag.

Fed und EZB: Notwendig oder nicht? – Das ist hier die Frage

Die Sichtweise, dass die Entscheidungen der Notenbanken verrückt sind, vertritt ebenso die Österreichische Schule der Nationalökonomie. Nach dieser sind Zentralbanken nicht nur überflüssig, sondern Verursacher ungeheuer großer volkswirtschaftlicher Schäden, weshalb solche gemäß den Auffassungen der Österreichische Schule der Nationalökonomie abgeschafft werden sollten. So verlängern sie Boom- und Bust-Zyklen und ermöglichen erst eine dauerhafte und sukzessive Geldentwertung. Dies schafft über längere Zeit künstlich niedrige Zinsen, was wiederum Fehlallokationen in den Volkswirtschaften noch vergrößert. Die Umverteilung des Vermögens – von Sparern hin zu Schuldnern – wird letztlich über das Drucken von Zentralbankgeld erst zementiert und im großen Umfang möglich gemacht. Fortschritt wird dadurch gebremst und Freiheit genommen, ganze Länder verarmen und im Falle von exzessiver Geldvermehrung zur Staatsfinanzierung können ganze Volkswirtschaften und Kulturen zerstört werden, Millionen Menschen verhungern und Konflikte entstehen.

Die Lösung für diese Probleme ist die Freiheit in der Wahl des eigenen Tauschmittels, wobei sich letztlich Gold und Silber durchsetzen dürften. 256 Jahre Goldstandard unter völliger Preisstabilität im Vereinigten Königreich bis 1914 beweisen, dass Gold das bessere Geld ist und eine Lenkung von Zinsen bzw. der Geldmenge nicht nötig sind. In den USA wurde die heutige Notenbank sogar erst 1914 gegründet, während davor Gold und Silber verfassungsgemäßes, dem Markt entsprechendes, Zahlungsmittel waren und keinerlei politische Beeinflussung möglich waren.

In den USA gibt es aktuell bereits eine Rückkehr zu freiem Marktgeld, nachdem mehrere Bundestaaten Gold und Silber von jeglicher Besteuerung befreit und dem US-Dollar als offizielles Zahlungsmittel gleichgestellt haben. Staatliches Geld verliert früher oder später immer seine Kaufkraft und wird teilweise völlig wertlos. Das haben dutzende von Hyperinflationen und Staatsbankrotte in der Geschichte bewiesen. Gold und Silber haben über die Jahrhunderte immer einen Wert und Kaufkraft behalten, weshalb man gerade jetzt am Vorabend einer neuen Weltwirtschaftskrise sein Vermögen dem Staat entziehen und sein Papiergeld in Edelmetalle tauschen sollte.

Edelmetalle überwinden wichtige Widerstände

Nachdem der Aktienmarkt in dieser Woche unter die Räder kam und stark einbrach, suchten Investoren Cash bzw. den sicheren Hafen Gold. Die Angst vor einem Platzen der Blasen am Immobilien-, Anleihen-, und Aktienmarkt ist aktuell allgegenwärtig. Gold stieg in dieser Woche von seinem Tief um 45 $ an, wobei zwei wichtige Widerstände überwunden wurden. Über 1.215 $ ist die Trendumkehr nun perfekt und ein zyklischer Anstieg der Edelmetalle steht unmittelbar bevor.

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Der Goldpreis hat eine Trendumkehr eingeleitet.

Auch der Silberpreis konnte wieder auf 14,60 $ zulegen und hat somit einen charttechnischen Pull Back an den vorherigen Abwärtstrend mustergültig abgeschlossen. Der Platinpreis konnte nun auch fast seinen Widerstand bei 840 $ überwinden und steht unmittelbar vor einem Sprung auf 900 $ je Feinunze.

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Auch der Silberpreis konnte in dieser Woche wieder anstiegen.

Nachdem sich die Edelmetalle in diesem Jahr aufgrund vieler exogener Faktoren bisher relativ schwach entwickelten, steht nun ein neuer zyklischer Anstieg bevor, der bis in den Dezember hinein anhalten könnte. Kurzfristig sind wir für die Edelmetalle in den kommenden Wochen sehr optimistisch gestimmt.

Bitcoin fällt – neuer Crash droht

Die Software Bitcoin, die seit ihrer Notierung an der CME und CBOE (=Chicago Board Options Exchange) nur noch fällt, steht aktuell vor einem erneuten Einbruch. Den Spekulanten gelang es in den vergangenen Wochen nicht, den Abwärtstrend zu überwinden. Ein erneuter Ausbruchversuch in dieser Woche endete in einem starken Abverkauf beim Bitcoin, wodurch die Unterstützung bei 6.000 $ nun zum siebten Mal in diesem Jahr getestet wird. Hier vermuten viele Krypto-Permabullen einen langfristigen Boden, weshalb sie stets Käufe getätigt haben, um bei dem nächsten Anstieg auf 100.000 $ je Bitcoin reich zu werden.

Nun sieht es jedoch so aus, als würde die Unterstützung bei 6.000 $ brechen und der Preis weiter abschmieren, was die Bullen letztlich dazu zwingen wird, ihre Position wieder zu verkaufen – oder es kommt zum Totalverlust. Wenn die Unterstützung bei 6.000 $ fällt, droht dadurch ein starker Einbruch beim Bitcoin, was in den nächsten Handelstagen passieren könnte. Der Bitcoin dürfte dann auf 3.000 $ je Einheit fallen, was einem Minus von 85 % seit dem Jahresanfang entsprechen würde. Alternative Kryptowährungen müssen aktuell bereits weitaus größere Verluste ausweisen und sind daher noch risikoreicher. Der Bitcoin hat im Handel kaum Relevanz und an Bedeutung im letzten Jahr sogar verloren. Langfristig erwarten wir, dass nahezu alle Kryptowährungen völlig wertlos werden dürften und auch die bekannteste Kryptowährung „Bitcoin“ könnte dieses Schicksal erleiden. Als Spekulationsobjekt mag es immer wieder interessante Möglichkeiten geben, doch als langfristiges Investitionsobjekt ist dieser Markt ungeeignet, weshalb wir daher ein Investment in physische Edelmetalle empfehlen.

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Der Bitcoin steht unmittelbar vor einem neuen Einbruch.



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