Jetzt warnt selbst die Deutsche Bank vor einem Crash des Weltfinanzsystems

16.10.2017 07:15  Von:: Sandra

Das weltweite Finanzsystem steckt in einer schweren Krise. Zu diesem Schluss kommen Experten der Deutschen Bank, die sich mit den Ursachen und Wirkungen der letzten Finanzmarktkrisen beschäftigt haben. Ihnen zufolge könnte in den kommenden zwei Jahren ein schwerer Schock drohen – ursprünglich ausgelöst durch die Abschaffung der Goldbindung bei zahlreichen Währungen wie dem US-Dollar. 

Geld kann nahezu grenzenlos gedruckt werden

Im Jahr 1971 hatte sich der damalige Präsident der USA, Richard Nixon, entschieden, die Goldpreisbindung des US-Dollar aufzuheben. Für viele Experten haben die aktuellen Turbulenzen an den Finanzmärkten hier ihren Ursprung. Bis dahin konnte ein Dollar jederzeit gegen eine festgelegte Menge Gold getauscht werden. So war es möglich, 35 US-Dollar gegen eine Feinunze Gold (entspricht 31,1 Gramm) einzutauschen. Seit der Aufhebung der Goldpreisbindung jedoch konnte nahezu grenzenlos neues Geld gedruckt werden. Der US-Dollar war nur noch eine Papierwährung, die quasi grenzenlos vermehrt werden konnte. Das viele Geld benötigte die USA anfangs vor allem, um die hohen Kosten durch die Kriege in Vietnam und Korea zu begleichen. Später konnten mit diesem Geld neben den Staatsausgaben auch Kredite an Unternehmen finanziert werden. 

Auch die EZB profitiert

Von einer Entkoppelung der Währung von der Goldpreisbindung profitieren aber nicht nur die Vereinigten Staaten. Auch Europa konnte hiermit in der Vergangenheit enorm flexibel agieren. Schließlich war es nur so in 2011 möglich, mal eben Staatsanleihen aus Italien oder Spanien im Wert von 22 Milliarden Euro zu erwerben, ohne dass dieses Geld an anderer Stelle hätte eingespart werden müssen. Bereits seit Jahrzehnten steigt die Geldmenge nun fast unkontrolliert an. Für viele Experten ist die Aufhebung des Goldstandards sogar die Ursache der Finanzmarktkrise seit 2008, die noch bis heute andauert und Staaten und Finanzmärkte destabilisiert. Auch die Schuldenquote zahlreicher Länder ist, gemessen an der Wirtschaftsleistung, seither stark gestiegen. Allein in Deutschland stieg sie in den vergangenen 40 Jahren von ehemals 18 Prozent auf nunmehr über 80 Prozent. In den USA erhöhte sie sich gar auf 100 Prozent. 

Krisen werden einfach verschoben

Da es Staaten und Notenbanken möglich ist, bei Bedarf mehr Geld auszugeben und „die Gelddruckmaschine anzuwerfen“, müssen Krisen nicht mehr ausgestanden werden. So können seither einfach Kredite an Staaten, Unternehmen oder Finanzinstitute vergeben werden, ohne eine nachhaltige Strategie zu verfolgen. Probleme werden so einfach in die Zukunft verschoben. Dies jedoch führt – selbst laut Experten der Deutschen Bank – zu enormen Verwerfungen, die auf Dauer nahezu unkontrollierbar werden. Platzen diese Blasen, drohen so noch größere Krisen als wir diese bereits erlebt haben. 

Kollaps könnte in den kommenden zwei Jahren drohen

Wie der Chefanalyst der Deutschen Bank, Jim Reid, aufzeigt, befindet sich das weltweite Finanzsystem aktuell in einem Teufelskreis. Aufschwüngen folgen Crashs, denen anschließend mit massiver monetärer Intervention begegnet wird. Die nachfolgende Erholung ist demnach nicht fundiert und damit mehr Schein als Sein. Da es aktuell keinen Punkt mehr gibt, an dem die Kreditschöpfung eingedämmt werden könnte, geht Reid davon aus, dass es schon sehr bald zu einem weiteren Crash kommen wird. Dieser kann dann, aufgrund der bereits stark expansiven Geldpolitik, kaum noch eingedämmt werden. Es drohen finanzielle Verwerfungen, wie wir sie bislang noch nicht erlebt haben. Lediglich eine Stabilisierung der finanziellen Rahmenbedingungen könnte hier Einhalt gebieten, doch derartige Regellungen sind nicht in Sicht. 



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