Kryptowährungen: Einige ungeschminkte Wahrheiten

06.12.2017 06:00  Von:: Sandra

Kryptowährungen wie Bitcoin und Co. sind beliebt wie nie. Sie verzeichnen gewaltige Kursgewinne, die die Euphorie der Anleger weiter anheizt. Wichtige Fragen jedoch, etwa wo das „echte“ Geld bei Tauschmaßnahmen bleibt oder was passiert, wenn Hacker eine Handelsplattform angreifen, bleiben unbeantwortet. Die Intransparenz scheint nicht zu stören. Doch welche Risiken bergen die Kryptowährungen wirklich? 

Das digitale Zahlungsmittel der Zukunft?

Als Kryptowährungen werden digitale Zahlungsmittel bezeichnet, bei denen ein dezentrales und verteiltes System genutzt wird, um Zahlungen sicher und vor allem ohne die Einschaltung von Banken abwickeln zu können. Der Wert einer solchen Währung orientiert sich an den Umsätzen auf den jeweiligen Handelsplätzen. Die erste öffentlich gehandelte Kryptowährung war der Bitcoin, der seither gekauft und verkauft werden kann. Zahlreiche weitere Währungen wie etwa Ethereum sind hinzugekommen. Aktuell können Verbraucher auf mehr als 3.000 unterschiedliche Zahlsysteme zurückgreifen und diese im Alltag nutzen. Besonders beliebt ist der Handel mit diesen Währungen, da sie Kursgewinne versprechen, die bei anderen Anlagen so nicht erreichbar sind. Der Wert des Bitcoins beispielsweise hat sich seit Jahresbeginn gegenüber dem US-Dollar verachtfacht. Beim Ethereum konnten Anleger sogar das Dreißigfache ihres Einsatzes erzielen. 

Die Risiken von Kryptowährungen beachten

Den scheinbar unbegrenzten Chancen bei Kryptowährungen stehen natürlich auch Risiken gegenüber, die nicht unbeachtet bleiben sollten:

1. Virtuelle Banküberfälle
Anders als in einer Bankfiliale kann der Räuber hier natürlich nicht mit Pistole und Skimütze eindringen. Hacker jedoch können eine Handelsplattform überfallen und enorme Summen stehlen. So wurden der Hongkonger Bitfinex vor gut einem Jahr Bitcoins im Wert von 65 Millionen US-Dollar gestohlen. Da diese Handelsplattformen im Unterschied zu Banken nicht über Versicherungen verfügen, wurde der Verlust allen Anlegern in Rechnung gestellt.

2. Verluste durch Fehlinvestitionen der Plattformen
Das „richtige“ Geld, welches auf den Handelsplattformen investiert wird, wird nicht selten am Finanzmarkt reinvestiert. Sollten hier Verluste auftreten, übernimmt diese meist die Gemeinschaft der Anleger.

3. ICO sorgt für enorme Nachfrage
Bei einem „Initial Coin Offering“ werden Kryptowährungen in Token des Emittenten getauscht. Diese sind mit hohen Gewinnerwartungen von teilweise bis zu 50 Prozent verbunden. Voraussetzung für den Erhalt der Token ist jedoch der vorherige Umtausch von Landeswährungen in Kryptowährungen. So wird der Verkauf weiter angeheizt, obwohl keine echten Werte dahinterstehen. Manche Experten sprechen auch von einem „Schneeballsystem“.

4. Handelsplattformen stehen weniger im Wettbewerb
Der Wettbewerb unter den Handelsplattformen, der in den vergangenen Jahren für Kurssprünge gesorgt hat, nimmt ab. Welche Auswirkungen dies genau haben wird, steht allerdings noch nicht fest.

5. Die Märkte sind kleiner und schwankungsanfälliger
Die teilweise hohen Zahlen und Marktkapitalisierungen, die im Umlauf sind, entsprechen nicht immer dem wahren Wert einer Handelsplattform. Vor allem Bitcoins aus früheren Zeiten sind nicht selten „verloren gegangen“ und im Kreislauf verschwunden.

6. Fachmedien nicht allzu stark vertrauen
Einige Fachmedien und Blogs rund um das Thema Kryptowährungen werden von Anlegern oder Plattformen selbst ins Leben gerufen, um die Nachfrage anzuheizen. Überwachungsorgane, wie etwa bei Banken, gibt es hier nicht.

7. Wenige echte Analysen verfügbar
Im Markt rund um Kryptowährungen sind aktuell nur wenige Analysten aktiv, die zudem nur selten wirklich objektiv berichten. Dies verhindert Transparenz.

Bevor Sie in Kryptowährungen investieren, sollten Sie sich deren Risiken bewusst sein. Sicherer ist die Investition in Sachwerte wie beispielsweise physische Edelmetalle.



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