Neue Chancen am Goldmarkt

02.09.2016 15:45  Von:: Markus Blaschzok

aktueller Marktkommentar von Markus Blaschzok

Am heutigen Nachmittag erscheinen wieder einmal die neuen Arbeitsmarktdaten in den USA, die einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Gold- und Silberpreises zum Wochenschluss haben werden. Die Entwicklung am Arbeitsmarkt war in den vergangenen beiden Monaten sehr gut und der Marktkonsens für den heutigen Report liegt bei 180 Tsd. neu geschaffener Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Sollten diese um 14:30 Uhr veröffentlichten Zahlen besser ausfallen als vom Markt erwartet wurde, so gibt es zum Wochenschluss einen erneuten Test der Unterstützung bei 1.300$. Fallen diese hingegen deutlich schlechter aus, so wird der Goldpreis mit einem Preissprung reagieren. Am Mittwoch wurden die privaten ADP-Arbeitsmarktzahlen mit 177 Tsd. neuer Stellen im August veröffentlicht, womit der Markt sich bereits auf ein gutes Ergebnis eingestellt hat. Auf der anderen Seite verfehlten seit 1999 die Arbeitsmarktzahlen für den August in 14 von 18 Fällen die Erwartungen mit durchschnittlich nur 85.960 geschaffenen Stellen. Da der Markt heute 180 Tsd. neue Stellen erwartet, könnte es gut sein, dass es wieder zu einer Enttäuschung kommt und Gold zum Wochenschluss noch einmal zulegen können wird. Hintergrund dieser Bewegungen ist, dass ein schlechter Job-Report die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung in den USA im September reduziert und stattdessen die Wahrscheinlichkeit eines erneuten QE-Programms zur Verhinderung einer Rezession erhöht, was schlecht für den U.S. Dollar und somit bullisch für den Goldpreis wäre. Am 21. September wird die U.S. Notenbank dann eine geldpolitische Entscheidung treffen und wenn sie wieder kneift, so könnte der Goldpreis weiter auf hohem Niveau verharren und sogar bis zum Jahresende weiter ansteigen. In der Vorwoche hatten verschiedene Notenbanker auf dem Treffen in Jackson Hole eine Zinsanhebung durch die Blume für September angekündigt, weshalb eine Enttäuschung dieser Erwartung bullisch für den Goldpreis wäre.

 

Nachdem die weltweiten ETF Bestände an Gold seit Jahresbeginn um 60% angewachsen waren, kam es im August erstmals wieder zu Abflüssen. Im vergangenen Monat verlor beispielsweise der SPDR Gold Trust 4% oder 43 Tonnen auf 937 Tonnen, was erklärt warum der Goldpreis in diesem Monat etwas rückläufig war, während sich die hohe Spekulation am Terminmarkt bisher noch nicht abbaute. Die statistischen Daten der US-Terminmarktaufsicht zeigen, dass die Stimmung im Augenblick immer noch sehr bullisch ist für die Edelmetalle!

 Chart

 

Die Gold-ETFs erfuhren Abflüsse in den vergangenen Handelstagen.

Nur physisches Gold bietet Sicherheit

In ETFs investieren vornehmlich institutionelle Anleger und Spekulanten, die gerne flexibel sein und jederzeit ihre Position im Gold wieder abstoßen wollen, um das Geld schnell und unkompliziert wieder in andere Anlagen umschichten zu können. Diesen Händlern und Investoren ist es zumeist egal, ob sie später wirklich einen Zugriff auf das Gold oder irgendwann einfach einen Barausgleich in Papiergeld erhalten werden, weshalb es ihnen egal ist, dass viele ETFs nur teilweise mit physischem Gold gedeckt sind und stattdessen Forderungen und Futures in ihren Beständen haben. Deshalb ist es äußerst fraglich, ob die ETFs je die physische Ware erhalten, für diese sie Forderungen besitzen, wenn die Krise einmal tobt und die Edelmetalle unter stark steigenden Preisen knapp sind. Ähnlich dürfte es einem Investor ergehen, der sich seine Bestände bei einem ETF in ferner Zukunft einmal ausliefern lassen möchte, was nach den AGBs der meisten ETFs zumeist ohnehin erst ab Millionenbeträgen möglich ist.

Deshalb hatte die Deutsche Börse AG vor einigen Jahren ein ähnliches Produkt geschaffen, das sogenannte Xetra Gold, das eine Goldanleihe ist und an der Börse leicht wie eine Aktie gehandelt werden kann. Das Besondere daran sollte sein, dass man sich das Xetra-Gold auch jederzeit ausliefern lassen kann, wenn man dies denn wünsche. Nach Angaben der Deutschen Börse AG hätten sich Anleger seit Auflage des Produkts bereits Gold im Volumen von 4,5 Tonnen ausliefern lassen, doch stoßen Investoren bei diesem Produkt immer wieder auf Probleme. So verweigert seit kurzem die Deutsche Bank aus geschäftspolitischen Gründen die Ausübung von Xetra-Gold und nimmt keine Antragsformulare mehr an, obwohl sie ursprünglich die emissionsbegleitende Bank war. Die Deutsche Börse Commodities GmbH rät dazu, die Xetra-Gold-Anteile an eine Volks-/Raiffeisenbank zu übertragen, da hier eine physische Auslieferung noch möglich sei. Hält man also ein Depot bei der Deutschen Bank, so muss man diese erst auf ein neues Depot bei der Volks-/Raifeisenbank übertragen, um dort die Anleihe in Gold zu tauschen. Dieser Prozess scheint so aufwändig zu sein, dass es klüger und effizienter sein dürfte das Xetra-Gold über die Börse wieder zu verkaufen und anschließend Goldmünzen bei einem Händler, wie beispielsweise GoldSilberShop.de, physisch zu erwerben. Ob andere Banken die Antragsformulare noch annehmen ist nicht bekannt. Gold besitzt man letztlich nur, wenn man die Verfügungsgewalt darüber hat – eine verbriefte Papierforderung ist in einer Krise jedoch zumeist nicht mehr wert, als das Papier auf der sie gedruckt ist. ETFs, Xetra Gold und andere strukturierte Produkte eigenen sicher daher nur für kurzfristiges Trading im Goldmarkt, jedoch nicht für die langfristige Absicherung gegen eine Wirtschafts- und Finanzkrise.

 

Eine bessere Lösung wäre hier beispielsweise das Solit-Edelmetalldepot, das die gekauften Münzen und Barren als Sondervermögen segregiert verwahrt und jederzeit ein physischer Auslieferungsanspruch besteht. Darüber hinaus besteht kein Haftungs- oder Insolvenzrisiko, wie es strukturierte über die Börsen handelbare Produkte haben. Am besten bleibt jedoch der physische Kauf und die eigene private Verwahrung der Edelmetalle, sodass man in Notzeiten darauf auch zugreifen kann, während man die Sicherheit hat, dass sonst niemand davon weiß und der Staat es auch nicht enteignen oder die nominalen Gewinne darauf besteuern kann.

 

 

Zweitstärkstes Halbjahr für Goldnachfrage in der Geschichte

Die Goldnachfrage war nach Angaben des World Gold Council auch im zweiten Quartal, ebenso wie im Ersten, sehr stark. Eine starke Investmentnachfrage sorgte für starke Zuflüsse in die ETFs womit die eher schwache Schmucknachfrage ausgeglichen wurde.   

 Chart

 

Die Gold-ETFs erfuhren in den ersten beiden Quartalen starke Zuflüsse

 

 

Die Investmentnachfrage war die stärkste Komponente der Goldnachfrage in den letzten beiden Quartalen, was das erste Mal in der Geschichte so ist und die Krise im Finanzsystem wiederspiegelt. Die Schmucknachfrage ging aufgrund der gestiegenen Preise zurück und das Recycling von verkauftem Altgold nahm deutlich zu, da viele die gestiegenen Preise nutzen, um Goldbestände zu verkaufen. Während die Schmucknachfrage in den USA auf einem sieben Jahreshoch war, war die Nachfrage im mittleren Osten und Asien hingegen sehr schwach, während die Schmucknachfrage in Europa stabil war. Die Nachfrage aus der Technologie sank wie jedes Jahr wieder etwas um 3% zum Vorjahr und der Trend hält weiterhin an. Das Angebot stieg hingegen um 10% zum Vorjahr an, was nicht nur einer 5% höheren Minenproduktion geschuldet ist, sondern primär dem stärkeren Recycling von Altgold zu diesen höheren Preisen.

 

 Chart

In den vergangenen beiden Quartalen dominierte die Investmentnachfrage

Die Investmentnachfrage war zum ersten Mal in der Geschichte die stärkste Komponente der Goldnachfrage in den letzten beiden Quartalen und spiegelt so die zunehmende Krise im Finanzsystem wieder. Mit dem Brexit haben sich die Unsicherheiten verstärkt und mit den negativen Zinsen fragen unabhängige Zentralbanken weiter deutlich Gold nach, während westliche Zentralbanken wohl eher zu den heimlichen Verkäufern zählen dürften im Zuge ständiger und unablässiger Manipulationen des Goldmarktes über physische Verkäufe in London. Im zweiten Quartal kauften die Zentralbanken nach offiziellen Angaben rund 76,9 Tonnen Gold netto am offenen Markt, während es im zweiten Quartal des Vorjahres noch 127,3 Tonnen waren. Im Vergleich zum Vorjahr akkumulierten die Notenbanken 185,1 Tonnen, womit die offiziellen weltweiten staatlichen Goldreserven zum Ende Juni 32.800 Tonnen betrugen. Russland war mit Käufen in Höhe von 38,4 Tonnen zusammen mit China (25,9t) und Kasachstan (9,8t) die größten staatlichen Käufer von Gold im letzten Quartal. Russland hatte im Jahr 2014 172t und im Jahr 2015 rund 208t Gold hinzugekauft und wurde damit der weltweit siebtgrößte Halter von Gold auf der Welt. Da Gold bisher nur 16,2% der russischen Goldreserven ausmacht, ist zu erwarten, dass Russland auch künftig Gold akkumulieren wird. Vor Russland steht China an sechster Stelle mit einem offiziellen Goldschatz von 1.823 Tonnen und da dies gerade einmal 2,3% der chinesischen Währungsreserven sind, ist zu erwarten, dass China weiterhin ein starker Käufer am Goldmarkt sein wird. Die Käufe der Zentralbanken beweisen, dass Gold nicht nur ein Rohstoff ist, sondern weiterhin wie eh und je als stärkste aller Währungen von der gesamten Welt wahrgenommen wird, auch wenn die staatlichen Medien versuchen, den Bevölkerungen im Westen das Gegenteil einzureden, um sie so von einer Flucht in den sicheren Hafen abzuhalten. Die Käufe östlicher Zentralbanken stärken deren Währungen und schwächen damit die Vormachtstellung des Dollars weltweit.

 Chart

 

 

 

 



Kommentar schreiben
Captcha

Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Ich bin damit einverstanden, dass meine Daten zur Bearbeitung meiner Anfrage gespeichert werden. Ich kann meine Einwilligung jederzeit per E-Mail an datenschutz@goldsilbershop.de widerrufen.