Seltsame Kryptomanie-Blüten – Gold bleibt sicherer Hafen!

07.11.2017 06:00  Von:: Markus Blaschzok

Auf der gut besuchten Edelmetallmesse am vergangenen Freitag gab es einige Vorträge, bei denen es um Kryptowährungen ging. Diese schon fast amüsante Tatsache könnte mit einem Kurs des Bitcoins von über 7.000$ für einen Anteil an der Verrechnungssoftware nicht besser die Manie in diesem Markt und die völlige Kapitulation am Edelmetallmarkt aufzeigen. Wie in der Dotcom Blase des Jahres 2000, auf welche die völlige Vernichtung des „Neuen Marktes“ folgte, handelt es sich um eine ähnliche Euphorie. Damals wurde jede Neuemission, die aus kaum mehr als ein paar fantastischen Ideen bestand, blind gekauft und deren Notierung auf aberwitzige Höhen getrieben. Auch heute werden täglich neue „ICOs“ am Kryptomarkt an den Start gebracht und gekauft, die nicht viel mehr als Phantasie vorweisen können. Oftmals kann eine Transaktion im Bitcoin-Netzwerk Tage benötigen, um gutgeschrieben zu werden und will man diese doch schneller durch das System drücken, so kostet dies oftmals extrem hohe Gebühren von 20€ oder mehr – egal wie hoch der Betrag ist. Solange eine Konvertierung des Bitcoins in andere Fiat Währungen nicht günstiger ist, als ein Tausch von Euros in US-Dollar oder Schweizer Franken, solange sind die Kryptowährungen keine Konkurrenz für das Fiat Money. Solange ein Café-Inhaber seine Einnahmen in Bitcoin auf nur sehr teurem Umweg in Euros oder Dollar tauschen kann, sodass dieser Personal, Rohstoffe und Mieten bezahlen kann, solange bleibt der Bitcoin für den Geschäftsinhaber, wie auch für die Kundschaft, aufgrund des höheren Preises uninteressant.
 
Völlig absurd wird die Idee dieses dezentralen Rechennetzwerkes mit dem dafür nötigen hohen Energiekonsum, der eine ungeheure Verschwendung von Ressourcen darstellt. Dies wird offensichtlich, wenn man den Elektrizitätsbedarf im Bitcoin Mining eines jeden Tages durch die Anzahl der täglichen Bitcoin Transaktionen dividiert. Demnach benötigt aktuell jede Bitcoin Transaktion die gleiche Menge an Elektrizität wie ein durchschnittlicher amerikanischer Haushalt in einer gesamten Woche. Eine zentrale Software würde wohl die gleiche Leistung mit nur einem guten Computer erreichen. Die Blockchain ist durch ihr Design der mehrfachen Verifikation jeder Transaktion von Grund auf ineffizient und dessen ökologischer Fußabdruck ist katastrophal. Letztlich bleibt der Bitcoin nur so gut wie seine Programmierer und diese können ebenso von Programmierern einer besseren Software völlig vom Markt verdrängt werden, wie es in der Softwarebranche üblich ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Bitcoin früher oder später wieder wertlos werden wird, ist daher sehr hoch. Ich gehe davon aus, dass dessen Aufstieg und Fall in die Geschichtsbücher der Finanzmarktblasen eingehen wird.
 
Da die Kryptowährungen sowie die Aktienmärkte auf neue Höhen haussieren und insbesondere viele ehemalige Goldbugs auf den Zug der Kryptowährungen aufspringen, sind die Verkäufe an Gold- und Silbermünzen auf mehrjährige Tiefs eingebrochen. Die Verkäufe von American Eagle Goldmünzen der US-Mint fielen im Oktober um 87% zum Vorjahr und die der Silbermünzen um 73%. Die Manie rund um die Blase der Kryptowährungen hat definitiv Interesse vom Edelmetallmarkt abgezogen. Einige glauben sogar, diese Technologie wäre eine Absicherung gegen künftiges Chaos in Wirtschaft und Politik, was sich als falsch herausstellen dürfte.

 

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Die Verkäufe an US-Gold- und Silbermünzen brachen zuletzt massiv ein.
 
Da die Masse der Neuinvestoren ihr Geld den Erstbesitzern bzw. ersten Anteilseignern an diesen Programmen übergeben haben, die aufgrund ihrer weiterhin hohen Anteile sicherlich nicht vorhaben bei fallenden Preisen ins Messer zu greifen, dürfte es eng werden, sobald keine neuen Käufer die Preise mehr nach oben treiben. Da die meisten Besitzer von Kryptos Spekulanten sind, die auf Gewinne hoffen, wird dann jeder versuchen seine Kryptowährungen abzugeben. Die damaligen Verkäufer jedoch werden sich weigern, diese wieder anzunehmen. Die Geschwindigkeit des Crashs am Kryptomarkt und die Verluste der Kleinanleger könnten alles in den Schatten stellen, was man bis dato sah. Die meisten der Programme dürften völlig wertlos werden und viele werden ihren gesamten Kapitaleinsatz bei diesem Experiment verlieren.
 
Mit Gold, das einen intrinsischen Wert besitzt, da es aufgrund seiner physischen Eigenschaften eine natürliche und beständige Nachfrage in der Industrie und zur Schmuckherstellung hat, kann das nicht passieren. Wer kurzfristig zocken will, kann mit Spielgeld unter Umständen noch Gewinne beim Bitcoin und Co. machen, doch sollte man darauf achten, eine Ausstiegsstrategie zu haben. Vermögen lässt sich langfristig hingegen nur mit dem seit Tausenden von Jahren sicheren Hafen Gold und Silber absichern und durch jede Krise bewahren.

Euro wird weiter fallen – Gold in Euro wird profitieren

Am Freitag wurde der neue US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht, der den Euro, sowie den Preis für Gold und Silber auf Talfahrt schickte. Dieser hat regelmäßig große Auswirkungen auf die Märkte, da die Arbeitsmarktdaten die Stärke der US-Wirtschaft widerspiegeln sowie Indizien für die kommenden geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank liefern. 261 Tsd. neue Jobs wurden außerhalb der Landwirtschaft geschaffen, was etwas unter der Markterwartung von 310 Tsd. lag. Die Zahlen des Vormonats wurden jedoch von -33 Tsd. auf +18 Tsd. nach oben revidiert, was die Märkte erfreute und dem Dollar auf die Sprünge half. Die starken Jobverluste bei Bedienungen im Gaststättengewerbe aufgrund des Hurrikans wurden wieder nahezu wettgemacht. Die offizielle Arbeitslosenquote fiel auf ein Tief von 4,1%. Aber auch nur, weil 968 Tsd. Menschen aus der Statistik der Arbeitsfähigen fielen. Das unterstützt einen stärkeren Dollar im Verhältnis zum Euro.

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Die Arbeitsmarktdaten für die US-Wirtschaft fielen gut aus.

 

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Die offiziell niedrige US-Arbeitslosenquote rechtfertigt weitere US-Zinsanhebungen.
 
Die Notenbanksitzung der privaten US-Notenbank FED brachte vergangenen Mittwoch nicht viel Neues. Risiken für die Wirtschaft seien ausgeglichen und die Inflation werde sich mittelfristig bei 2% stabilisieren. Der Offenmarktausschuss erwartet, dass sich die wirtschaftlichen Konditionen weiterhin so entwickeln werden, dass eine graduelle Anhebung der Zinsen gerechtfertigt bleibt. Somit dürfte einer weiteren Zinsanhebung im Dezember nichts im Wege stehen, was die Erholung beim US-Dollar weiter befeuern sollte. Der USD-Index stieg mittlerweile unseren Erwartungen entsprechend auf 95 Punkte an und auch einen Anstieg auf 100 Punkte sehen wir in den kommenden Monaten als wahrscheinliche Entwicklung.
 
Die Inflationsrate in der Eurozone sank im Oktober überraschend auf 1,4% zum Vorjahr, wie das Statistikamt Eurostat bekanntgab. Damit entfernt sich der Preisauftrieb von dem Inflationsziel bei 2%, welches sich die Europäischen Zentralbank selbst gesetzt hat, was ihr wiederum die Legitimation für die Verlängerung des Anleihekaufprogramms gibt. Auch nach der Einschätzung von EZB-Chefvolkswirt Peter Praet ist der Euroraum weiterhin auf eine „erhebliche geldpolitische Unterstützung angewiesen“, womit auch er die Verlängerung des QE-Programms rechtfertigte. Die konjunkturellen Aussichten hätten sich zwar verbessert, doch seien diese Maßnahmen notwendig, um die Zielinflation von 2% zu erreichen. Den Euro wird diese Entwicklung langfristig schwächen und den Preisen für die Edelmetalle in Euro Auftrieb verleihen. Für uns Deutsche, die wir mit dem Euro zwangsläufig vorerst noch leben müssen, bedeutet dies, dass man sich mit Edelmetallen gegen die weitere Abwertung des Euros schützen sollte.
 
Auch die japanische Notenbank hält unverändert an der lockeren Geldpolitik fest. Der Strafzins auf Einlagen von Finanzinstituten bleibt bei 0,1%. Sie strebt weiterhin eine Rendite von 0% für zehnjährige Staatsanleihen an. Die Konjunktur befände sich auf einem soliden Erholungskurs und die Inflation werde sich schrittweise dem Ziel der Währungshüter von zwei Prozent nähern, was ebenso die Erholung beim Dollar unterstützen wird. 



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