Sind Negativzinsen und Kryptowährungen bald Alltag bei uns?

17.04.2018 06:30  Von:: Lisa Strauss

Negative Leitzinsen als Normalzustand in der Geldpolitik? Unterstützend durch die Abschaffung des Bargeldes? Bisher alles Ideen aus akademischen Kreisen, die befürchten, dass bei der nächsten Rezession die Mittel zum Gegensteuern fehlen. Grund dafür sind die hohen Verschuldungen der einzelnen Länder.
 
Kennerg Rogoff, bekannter Harvard-Professor, fordert weltweit Notenbanken auf, Zinsen unter Null sinken zu lassen. Möglichst wenig Banknoten im Umlauf würden negative Zinsen erleichtern und Kriminalität und Steuerhinterziehung erschweren – leichter gesagt, als getan.
Jetzt schafft sich Sun Guofeng von der chinesischen Zentralbank auf seine Seite. Das Ironische an der Sache: Chinas Wirtschaftssystem ist meilenweit von solch einem Schritt entfernt und beispielsweise mit dem europäischen und amerikanischen System nicht zu vergleichen. Außerdem wird deutlich, dass Sparer, Banken und Versicherer mit Negativzinsen nicht zurechtkommen.
 
Der Chef des Finanz-Researchs der People’s Bank of China ist der Meinung, dass die Zinsen niedrig bleiben werden und normale Geschäftsbanken keine andere Wahl hätten, als zu negativ Zinsen zu greifen. Bei einer Deflation könne man so die Wirtschaft antreiben.
Diese grandiose Überlegung hat nur einen Haken: Kunden könnten Geldscheine horten, wenn Zahlungen über Bargeld abgewickelt werden. So würde ein Null-Zins erhalten bleiben. Auch hierfür hat Guofeng eine Idee: Kryptowärhungen. Erfolgen Zahlungen elektronisch, kann sich einem Minustrend nicht entzogen werden. Die digitale Währung würde das Bargeld im Laufe der Zeit also ablösen.

Aktuell gibt es in China und der USA keinen negativen Leitzins. Die europäische Zentralbank (EZB) hält den offiziellen Leitzins bei Null. Deutsche Banken haben allerdings schon negative Einlagezinsen bei großen Summen weitergegeben. Die offiziellen Sparzinsen bleiben zum größten Teil bei Null, während die Erhöhung der Bankgebühren eine Art von negativen Zinsen einführt. Die Schweiz und Dänemark haben bereits negative Zinsen. Beide Länder hätten überraschenderweise wenige Probleme damit, obwohl Bargeld weiterhin in Gebrauch ist.



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