Staatsschulden und Geldentwertung

22.08.2015 02:30  Von:: Markus Blaschzok

Das dritte Hilfspaket für Griechenland in Höhe von 86 Mrd. Euro wurde in dieser Woche mit 453 zu 113 Stimmen durch den Bundestag gewunken, womit die längst beschlossene Umverteilung deutschen Vermögens auch vor der Geschichte eine vermeintlich demokratische Legitimation erhielt. Die Insolvenzverschleppung des moralisch und finanziell bankrotten sozialistisch griechischen Staates und des bankrotten Bankensystems wird dadurch fortgesetzt. Weitere 35 Mrd. Euro an Hilfen von der EU für Griechenland wurden von Jean Claude Juncker bereits in Aussicht gestellt, was den weiteren Kurs der Politik verdeutlicht. Die Banken werden weiter mit frischem Zentralbankgeld rekapitalisiert, während die Schulden der sozialistischen Staaten auf die eigenen Bevölkerungen übertragen werden. Rechtsbrüche und politische Entscheidungen über die Köpfe der Völker hinweg und zulasten dieser sind Normalität geworden. Einen Austritt Griechenlands aus der EWU wird es, wie wir es seit der ersten Diskussion um einen Grexit vor einigen Jahren bereits unermüdlich wiederholen, aufgrund klarer politischer Ziele und Vorgaben nicht mehr geben. Wer offenen Auges und wachen Geistes ist, sowie die realen politischen Machtverhältnisse vorurteilsfrei akzeptiert, dem dürfte dies nicht entgehen. 

Die griechische Staatsschuld liegt aktuell bei 178% des hiesigen Bruttoinlandsprodukts und der IWF erwartet einen Anstieg auf über 200% bis zum Jahr 2018, was klar zeigt, dass der deutsche Steuerzahler am Ende des Tages für alle Bürgschaften Griechenlands auch zahlen muss. Dies wird jedoch über die Abwertung der Währungen und Ersparnisse imzuge weiterer Rettungspakete, und nicht über die direkte Haftung bei einem Zahlungsausfall Griechenlands, geschehen. Die Europäische Zentralbank macht dies mit ihrem Gelddruckprogramm in Höhe von 60 Mrd. Euro monatlich als Strippenzieher im Hintergrund erst möglich. Diametral entgegen der Abwertung des Euros wird der Goldpreis unweigerlich ansteigen und immer neue Hochs erklimmen, womit sich das Geld des freien Marktes als sicherer Hafen gegen Inflation und Staatsversagen künftig sicher bewähren wird und smarten Investoren nicht nur nominelle, sondern auch deutliche reale Gewinne bescheren wird.

Dass die Politik des billigen Geldes keine Wirtschaft stützen kann, stellte diese Woche auch die Notenbank in St. Louis fest. Diese erklärte, dass "es keine Hinweise dafür gebe, dass das Drucken von Gold die Wirtschaft ankurbeln würde." Das Drucken von Geld kann eine Krise nur verzögern, während diese später dafür umso schlimmer in Erscheinung treten wird, da durch das Drucken Vermögen von den kleinen Leuten hin zu den Banken und wenigen Eliten übertragen wurde. Obwohl die BRD angeblich mit rund 100 Mrd. Euro von den niedrigen Zinsen bisher profitieren konnte und die Steuereinnahmen des Bundes auf Rekordhochs liegen (im Juli wurden 8,6% mehr Steuern eingenommen als im Vorjahresmonat), schafften es die verschwenderischen sozialistischen Politiker nicht mit diesem Geld auszukommen. Nach neuesten Zahlen stieg trotz niedriger Arbeitslosigkeit der explizite Schuldenstand von Bund, Ländern und Gemeinden im Jahr 2014 um 5,7 Mrd. Euro auf 2049 Mrd. Euro an, wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte. Der Staat hat kein Einkommen, sondern muss alles, was er benötigt, von den Menschen mit Gewalt stehlen, sodass man sich sicher sein kann, dass die Politiker sich immer weiter verschulden, Geld drucken und die Steuern erhöhen werden, sobald die Krise wieder in Erscheinung tritt und sich die Haushaltslage wieder verschlechtern wird. Edelmetalle bieten den besten Schutz vor dem Zugriff eines außer Kontrolle der Bürger geratenen Staates.  

Aktienmärkte fallen - Gold haussiert

In dieser Woche titelte die Bildzeitung noch „Kurssturz – warum Gold plötzlich nicht mehr glänzt“ und just legte der Goldpreis in der Spitze 55 US-Dollar (+4,9%) auf 1.168 US-Dollar je Feinunze zu, während der amerikansiche Aktienmarkt anhand des S&P 500 fast 80 Punkte (-3,9%) auf 2011 Punkte verlor. Der deutsche „DAX“ kollabierte in der Spitze fast 8% auf 10.150 Punkte, während der Euro fast zwei US-Cent hinzugewann, was den Einbruch am deutschen Aktienmarkt noch drastischer macht. Der bisherige Rückgang des chinesischen Aktienmarktes war bisher lediglich eine Korrektur des davor enorm starken Anstiegs um 150% binnen zweier Jahre, doch zeigen die niedrigen Rohstoffpreise unlängst, dass die Nachfrage aufgrund einer globalen konjunkturellen Abkühlung deutlich gesunken ist. Die leichte Abwertung des Renminbi wirkt stützend auf die globale Konjunktur und die Aktienmärkte. 

Negativ für die Weltkonjunktur sowie die Edelmetallpreise könnte hingegen eine nicht auszuschließende Zinsanhebung in den USA im September oder Dezember sein. Die US-Wirtschaft legte im zweiten Quartal zu und die Statistik zum ersten Quartal wurde nach oben korrigiert, worin viele eine Zinsanhebung in den USA näherkommen sehen. Wenn es wirklich soweit kommen sollte, dürfte es sich nicht um die große Zinswende handeln, sondern vielmehr um ein taktisches Manöver, da sich die Inflation der Geldmenge bisher noch nicht in den Konsumgüterpreisen mit Steigerungsraten über dem Korridor von 2% bis 4% bemerkbar macht. Erst wenn diese Marken bei den Konsumgüterpreisen nachhaltig überschritten werden, wird es auch eine nachhaltige Trendwende bei den Zinsen geben. Sollte eine vorübergehende Zinsanhebung jedoch ausfallen und stattdessen im kommenden Jahr ein neues QE-Programm auf den Weg gebracht werden, so hätten wir diesen Sommer höchstwahrscheinlich die Tiefs bei den Edelmetallpreisen sowie bei den Gold- und Silberminen gesehen. Vor zwei Wochen erhielten wir bereits nahe den Tiefs Kaufsignale für die Edelmetalle und sind seither optimistisch auf Sicht des nächsten Monats für weiter steigende Preise. Die extrem negative Stimmung für die Edelmetalle mit den Kapitulationsmeldungen in allen Wirtschafts- und Boulevard-Blättchen begleiteten in der Historie immer ein Ende eines Bärenmarktes. Auch die insgesamt extrem negative Stimmung unter den Analysten, die Gold weit unter 1.000 USD fallen und zuvor keinen Grund für Käufe sehen, würde in ein derartiges Szenario gut passen.

 



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