US-Notenbank injiziert neue Liquidität – Gold hält sich stark

29.10.2019 07:00  Von:: Markus Blaschzok

Der US-Aktienindex S&P 500 stieg vergangene Woche auf sein Allzeithoch, nachdem geleakt wurde, dass sich die Handelsvereinbarung mit China schon in einer fortgeschrittenen Phase befinden soll. Der gefürchtete Einbruch des Aktienmarktes blieb aus und der breite US-Aktienindex hat alle charttechnischen Gefahren mit Hilfe des Plunge Protection Teams gemeistert. Mit dem nun sechsten Angriff auf den Widerstand am Allzeithoch bei 3.025 Punkten steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Konsolidierungsformation bullisch nach oben auflösen wird. Sollte dies gelingen, dann führen Shorteindeckungen zu einer Endjahresrallye am Aktienmarkt. Das offizielle QE-Programm der EZB, das der scheidende EZB-Präsident Mario Draghi seiner Nachfolgerin Christine Lagarde hinterlassen hat – und das inoffizielle neue QE-Programm der US-Notenbank – heben den Aktienmarkt weiter nach oben.

Die Liquidität der neuen QE-Programme trieb zuletzt selbst den Deutschen Aktienindex auf 12.900 Punkte, obwohl Deutschland in die Rezession abgleitet. Der IHS-Markt Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe lag im Oktober bei 41,9 Punkten und zeigt damit deutlich eine Kontraktion an. Die Auftragseingänge waren ebenfalls um 0,3 % niedriger als im Vormonat. Die Arbeitslosigkeit in der deutschen Industrie fiel so stark, wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Entweder haben die Aktienmärkte ihre Funktion als Frühindikator für die Entwicklung in der Wirtschaft verloren oder die Inflation der Geldmenge. Die Stagflation, also die reale Teuerung, die die Effekte der fallenden Unternehmensgewinne überwiegt, wird sich in den nächsten Jahren in einem fallenden Ratio der Aktienindizes zum Gold zeigen. Die Notenpresse der Europäischen Zentralbank konnte in der letzten Dekade bereits kein reales Wachstum in der EWU erzeugen. Auch das neue QE-Programm wird letztlich nur zu einer Umverteilung der Vermögen von Sparern hin zu den Gelderzeugern führen und die Rezession durch stagnierende bis steigende Assetpreise kaschieren. Die riesige Masse der Crashpropheten, die seit Jahren short sind und den Anstieg der Aktienmärkte verpasst haben, bekommen mit jedem weiteren Tag der monetären Lockerung ein gewaltiges Problem, während wir mit unserer Prognose der Stagflation, die ich seit fünf Jahren immer wiederhole, recht behalten könnten.

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Eine Jahresendrallye am US-Aktienmarkt wird wahrscheinlicher.

In den letzten Wochen war eine hohe negative Korrelation zwischen dem Aktienmarkt und dem Goldpreis zu beobachten. Immer dann, wenn der Aktienmarkt eine charttechnische Hürde nahm, stieg der Risikoappetit der Investoren und die Sorgen vor einem Einbruch am Aktienmarkt nahmen ab, worauf der Fluchthafen Gold mit Schwäche reagierte. Obwohl die neue Inflation über die Druckerpresse der preistreibende Faktor für beide Märkte ist, könnte eine Endjahresrallye am Aktienmarkt zu einer teilweisen Korrektur des vorherigen Anstiegs des Goldpreises führen.

Mittel- bis langfristig ist das Umfeld für den Goldpreis aufgrund der neuen Liquidität aus den USA sehr günstig. Die kurzfristigen Repogeschäfte der Fed mussten Ende der letzten Woche noch einmal auf 134,2 Mrd. US-Dollar kurzfristig ausgeweitet werden, um die Liquidität am Interbankengeldmarkt und somit die Stabilität des Bankensystems sicherzustellen. Als vor einem Monat die Zinsen am Interbankengeldmarkt kurzfristig in den zweistelligen Bereich sprangen und die Fed intervenieren musste, dachten alle, dies wäre ein kurzfristiges Phänomen. Mittlerweile ist jedoch klar geworden, dass der Kreditmarkt an seinem Limit und die Probleme im Teilreserve-Kreditsystem strukturell sind.

Die Reduktion der Geldmenge um monatlich 50 Mrd. US-Dollar über anderthalb Jahre hinweg, hat dem Geldmarkt die Liquidität entzogen. Die Steuersenkungen und die gestiegenen Ausgaben haben das US-Defizit auf über eine Billion US-Dollar ansteigen lassen. Nun muss Zentralbankgeld nachgeschossen werden, um angesichts der gewachsenen Schulden die Liquidität sicherstellen zu können. Nach den Plänen der Fed wird man bis Mitte nächsten Jahres die Bilanz wieder auf das Vor-Tapering-Niveau anheben. Sollte sich die globale Wirtschaftsentwicklung jedoch bis dahin weiter eintrüben und immer mehr Staaten offiziell in die Rezession abgleiten, so dürfte die Fed auch darüber hinaus weiter Geld drucken, um die Zinsen am kurzfristigen Ende unten zu halten. Die Fed hat längst mit einem neuen QE-Programm begonnen, doch verkauft sie das den Märkten als kurzfristige Maßnahme, um bis zu den US-Wahlen den Schein einer prosperierenden Wirtschaft und sorgenfreien Zukunft zu wahren.

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Eine Rückführung der Geldmenge bei gleichzeitigem Schuldenwachstum war niemals möglich.

Doch das Vertrauen schwindet und spätestens nach den US-Wahlen wird man die Katze aus dem Sack lassen. Die Märkte verstehen langsam, dass das Versprechen der Fed, die Zinsen zu normalisieren und die Liquidität wieder aus dem System zu ziehen, eine Lüge war. Immer weniger Investoren und Spekulanten lassen sich zum Narren halten und verstehen, dass es zwangsläufig zu einer weiteren Geldschwemme kommen wird. Die Anleihenblase wird platzen und Gold und Silber werden die letzten sicheren Häfen sein, in die dann alle Marktteilnehmer gleichzeitig flüchten wollen werden. Dies wird starke Anstiege der Edelmetallpreise mit sich bringen.

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Aufgrund der neuerlichen QE-Programme hält sich der Goldpreis bis dato auf weiterhin hohem Niveau.

Aufgrund der eigenen planwirtschaftlichen Politik und dem Eurokorsett für heterogene Nationalstaaten, steht die Europäische Union im internationalen Wettbewerb mit China und den USA vergleichsweise schlecht da. Es verwundert nicht, dass die Briten weiterhin den Brexit wollen und sich den reformwilligen und starken USA annähern, während sie der weiterhin absteigenden EU den Rücken kehren. Das britische Pfund stieg in der vergangenen Woche auf 1,30 USD an, nachdem es vor einigen Wochen noch bei 1,21 USD einen Boden auslotete, da ein Brexit-Deal in greifbare Nähe gerückt war. Der Terminmarkt hatte bereits vor einigen Wochen bei 1,21 USD ein antizyklisches Kaufsignal geliefert, das zwei gute profitable Tradingchancen beim Pfund zum US-Dollar lieferte. Der Euro ist weiter auf Talfahrt und die Weltwirtschaft gleitet in die Rezession ab, während Notenbanken bereits wieder die Druckerpressen angeworfen haben, um einen sofortigen Zusammenbruch in die Länge zu ziehen. Das Umfeld ist günstig für weiter steigende Edelmetallpreise. Wir sind extrem bullisch für Gold und Silber.

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Das britische Pfund könnte sich nach einem Brexit in den nächsten Jahren besser als der Euro entwickeln.



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