US-Wahlen und US-Zinsen werden den Goldpreis beeinflussen

14.10.2016 16:15  Von:: Markus Blaschzok

Das Protokoll der letzten US-Notenbanksitzung, das am Mittwochabend veröffentlicht wurde, offenbarte, dass sich die Notenbanker des FED-Systems weiterhin uneinig sind, ob es richtig sei, die Zinsen im Dezember anzuheben oder nicht. Einige Mitglieder des Offenmarktausschusses machen sich offen Sorgen, dass die US-Notenbank ihre Glaubwürdigkeit völlig verlieren könnte, wenn man den Worten keine Taten folgen lässt und keinen Zinsschritt durchführt. Die Aussagen der Notenbanker brachten genügend Unsicherheit, sodass der Dollar zum Yen wieder deutlich verlor und die nominalen Renditen für zehnjährige Staatsanleihen um 5 Basispunkte auf 1,74% schnellten. Die US-Notenbank hatte erstmals nach fast 10 Jahren die Zinsen im Dezember 2015 von 0,25% auf 0,5% angehoben und propagiert seitdem weitere Zinsschritte, die sie jedoch aufgrund der fragilen gesamtwirtschaftlichen Situation immer wieder verschiebt. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung im Dezember sieht der Markt aktuell bei 68%. Eine Zinsanhebung im November erwarten hingegen nur 15% der Marktteilnehmer. Das dürfte daran liegen, dass sich die US-Notenbank aus dem US-Wahlkampf heraushalten will, bzw. die sozialistische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, die in mehrere Skandale und Unrechtmäßigkeiten verwickelt ist, aktiv unterstützt. Nach den Wahlen, die am 8. Dezember stattfinden werden, wird die US-Notenbank wieder freie Hand für eine Zinsanhebung haben. Der Goldpreis blieb nach der Notenbanksitzung nahezu unverändert, während der Euro auf der Unterstützung bei 1,10$ kurzzeitig leichte Stärke zeigte. In dieser Woche rutschte der Euro um 2 US-Cent auf 1,10$ ab und unterstützte damit eine Erholung des Goldpreises von 1.113€ auf 1.137€ je Feinunze.

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Mit einer Zinsanhebung in den USA würde die Parität wieder in Reichweite rücken.
 
Die US-Präsidentschaftswahlen sind ein gewichtiger Faktor dafür, wie sich die Welt in den kommenden Jahren entwickeln wird. Bis zur US-Wahl dürften die Märkte noch ruhig bleiben. Nach der Wahl ist jedoch mit einer deutlichen Zunahme der Volatilität zu rechnen und sollte Trump gewinnen, so wäre dies mittelfristig womöglich sehr positiv für den Goldpreis.
 
Die Aktienmärkte fielen in dieser Woche wieder, nachdem die chinesischen Exporte stark eingebrochen waren. In US-Dollar gerechnet fielen die chinesischen Exporte um mehr als 10%, was Sorgen um die Stärke der chinesischen Volkswirtschaft bereitet. Eine weltweite Rezession dürfte auch den deutschen Aktienmärkten real starke Verluste bescheren, auch wenn diese inflationsbedingt trendlos seitwärts verlaufen oder gar steigen könnten. In jedem Fall werden die Edelmetalle deutlich stärker ansteigen als Aktienmärkte in einem stagflationären Umfeld. 

Shadow Zinsen bei -7% - Schützen Sie sich mit Gold

In den vergangenen Monaten wurde viel über negative Zinsen in der Welt berichtet, die der primäre Grund für die Rallye der Edelmetalle in diesem Jahr waren. Nominal negative Zinsen könnten in einer freien Wirtschaft eigentlich nur auftreten, wenn der Markt eine starke Deflation der Geldmenge mit entsprechend stark fallenden Preisen eskomptieren würde, sofern das Ausfallrisiko der Anlage nicht ansteigt. Ein Umfeld steigender Teuerung und gleichzeitig nominal negativer Zinsen war bis dato unbekannt, da es dem menschlichen Handeln widerspricht. Nominal negative Zinsen sind jedoch in dem aktuellen sozialistischen Geldsystem möglich, da der ständige Ankauf von Schulden durch die staatlichen Notenbanken gegen frisch gedrucktes Geld das Angebot und die Nachfrage nach Anleihen und somit den Marktzins völlig verzerrt. Gerade weil niemand Geld verleihen würde, wenn nicht wenigstens ein Inflationsausgleich stattfindet, sodass man zumindest die gleiche Summe zurückerhält, haben die staatlich erzwungenen Negativzinsen dazu geführt, dass Investoren scharenweise in alternative, inflationsgeschützte Anlagen wie Gold und Silber flüchteten. Dies führte zu der Rallye der Edelmetalle in diesem Jahr.
 
Früher erhoffte man sich mit der Anlage seiner Ersparnisse in Anleihen eine positive Rendite und einen realen Gewinn. In den vergangenen zehn Jahren konnte man froh sein, wenn man noch einen Inflationsausgleich bei den klassischen Vorsorgemodellen erhielt. Negativzinsen haben die Altersvorsorge jedoch ad absurdum geführt, da die Ersparnisse für das Alter bei einer negativen Verzinsung durch die Inflation aufgefressen werden, was auch finanzielle Repression zugunsten des Staates und der Banken genannt wird.
 
Die Realität für den deutschen Michel sowie den amerikanischen Durchschnitts Joe ist jedoch weitaus dramatischer. Seit über drei Jahrzehnten streben die Regierungen danach die Teuerung, die durch die sozialistische Wohlfahrtspolitik entsteht, über manipulierte und statistisch verzerrte Warenkörbe zu verschleiern. Das bedeutet, dass die reale Preisinflation weitaus höher liegt, als die Teuerung, welche die Statistischen Ämter in ihren harmonisierten Konsumentenpreisindizes ausweisen. Die amerikanische Seite Shadowstats führt die Berechnung der Preissteigerung nach der Methode vor 1980 weiter. Das Ergebnis aus dieser Betrachtung ist, dass die Teuerung in den USA aktuell nicht etwa bei 1% liegt, wie man offiziell propagiert, sondern bei 8,72%. Dieses Ergebnis scheint logisch und passt sehr gut zu der jährlichen Rendite bei Gold in Höhe von 11,1% seit dem Jahr 2001. Besonders seit 1995 stieg die reale Teuerung in den USA immer stärker an, was auch die erzwungene Trendwende beim Gold erklärt, da das Smart Money frühzeitig in inflationsgeschützte Anlagen floh. Deflationiert man die US-Zinsen um die reale Teuerung, so rentieren 10-jährige Staatsanleihen aktuell mit einer realen Negativverzinsung in Höhe von -7%. Das bedeutet, dass der einfache Sparer rund 50% seiner Ersparnisse binnen 10 Jahren verliert, wenn er in 10-jährige Staatsanleihen investiert. Auf Sicht von 30 Jahren sind es aktuell gar 88%, die der Staat heimlich und verdeckt über die Inflationspolitik stiehlt, um eine vermeintlich großzügige Wohlfahrtspolitik zu finanzieren.

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Die bundesdeutschen Schulden belaufen sich auf 2 Billionen Euro.

Da der Staat kein Geld hat, muss dieser natürlich alles, was er den Menschen vermeintlich großzügig zugesteht, zuvor erst von diesen stehlen. Die direkte Besteuerung wird von den Menschen noch als Zahlung an den Staat erkannt, doch die Enteignung über die indirekten Steuern ist für die Masse schon zu abstrakt, als sie diese noch begreifen könnten. Die Enteignung der Ersparnisse über Inflation versteht hingegen kaum einer mehr, weshalb die Völker der schleichenden Verarmung und dem Niedergang der Volkswirtschaften und Gesellschaften auch völlig ratlos gegenüberstehen. Der Glaube, jemand anderes würde die Ausgaben des Staates finanzieren, nur man selbst nicht, hält sich beim naiven Gemüt hartnäckig. Umso perfider ist die staatliche Propaganda, an der Armut wären gierige Unternehmer Schuld. Dies ist schlichtweg Unsinn, da diese den Wohlstand der Gesellschaft einzig erst erzeugen und niemanden bestehlen. Die Forderungen eines immer größeren Teils der Bevölkerung nach mehr Staat und mehr Steuern, die letztlich immer der kleine Mann zahlen muss, sind daher nicht nachvollziehbar.
 
Die Shadow Zinsen für zehnjährige US-Staatsanleihen in Höhe von -7% zeigen, dass es aktuell keinen anderen sichereren Hafen für die hart erarbeiteten Ersparnisse gibt als Gold und Silber, die vor der Enteignung durch Inflation schützen. Insbesondere jene, die schon ihrem verdienten Lebensabend entgegenfiebern sind darauf angewiesen, die Kaufkraft ihrer Ersparnisse zu erhalten, um nicht in Altersarmut zu enden. Die junge Generation kann noch einmal neu anfangen, doch wer schon älter ist, dem fehlt diese Möglichkeit und wird von dem sozialistischen Geldsystem seiner Rente und Pension beraubt, wenn er sich nicht durch den Kauf von Gold und Silber dagegen zur Wehr setzt.



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