Versteckte Staatsfinanzierung stützt den Goldpreis

22.12.2015 16:45  Von:: Markus Blaschzok

Seit der Zinsanhebung der US-Notenbank am vergangenen Mittwoch halten sich die Edelmetalle in US-Dollar sowie der Euro gut, wogegen die Aktienmärkte deutlich Federn lassen mussten. Die US-Notenbank hob die Zinsen um 25 Basispunkte an und lieferte nach über einem Jahr gerade noch rechtzeitig, bevor sie das letzte bisschen Vertrauen, das man in sie noch hatte, an den Märkten verspielte. 

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Die US-Notenbank hat das erste Mal seit fast 10 Jahren wieder die Zinsen angehoben

Die Schwäche des Dollars und die Stärke der Edelmetalle zeigen, dass diese Erwartung bereits eingepreist war und es zu einem massiven Anstieg des Euros und der Edelmetalle gekommen wäre, hätte die US-Notenbank wieder nicht geliefert.

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Gold in Euro befindet sich seit Anfang 2014 bereits wieder in einem Aufwärtstrend.

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Silber in Euro läuft seit zwei Jahren in einer Seitwärtsphase, doch angesichts der massiven Geldmengenausweitungen ist ein Anstieg im neuen Jahr 2016 sehr wahrscheinlich.

In Euro bleibt der Goldpreis zum Jahresende im Aufwärtstrend und Silber weiter in der zweijährigen Seitwärtsphase. Aufgrund der ultralockeren und höchst unverantwortlichen Geldpolitik seitens der EZB sowie der weiterführenden Verschuldungsorgie der europäischen Nationen wird sich die positive Entwicklung des Goldpreises in Euro weiter fortsetzen. Silber dürfte sich im neuen Jahr höchstwahrscheinlich aus seiner Lethargie befreien und wieder einen neuen Aufwärtstrend etablieren. 

Diese Prognose wird durch die Enthüllung in der vergangenen Woche zu dem ANFA-Geheimabkommen zusätzlich gestützt. Es kam heraus, dass die EZB und die nationalen Notenbanken illegale Staatsfinanzierung betreiben und weder der EuGH noch das BVerfG bei diesen Rechtsbrüchen einschreiten. Über 720 Mrd. Euro wurden so, ohne die Bevölkerung zu informieren, bereits heimlich zum Zwecke von Staatsanleihekäufen gedruckt, was nahezu dem Jahresvolumen des Europäischen QE-Programms entspricht. Es ist daher nicht verwunderlich, dass der Euro im Vergleich zum US-Dollar so stark an Wert verlor im Jahr 2014. Finanzanalyst Peter Boehringer nennt die neuen Enthüllungen „einen Beleg für den Putschzustand, in dem unsere geldsozialistisch finanzierte Staats-Planwirtschaft heute permanent agiert.“  Selbst die FAZ kritisiert mittlerweile diese neuesten Enthüllungen: “Die ANFA-Wertpapierkäufe kommen zu den TARGET-Salden, den ELA-Nothilfen und den offiziellen Wertpapierkäufen der Zentralbanken hinzu, allein Letztere umfassen 1,5 Billionen Euro…  … Der Fall Irland bringt das Lügengebäude der EZB zum Einsturz. … Es handelt sich natürlich um monetäre Staatsfinanzierung, wenn bei Schieflage einer verstaatlichten Bank nicht der Finanzminister, sondern die Zentralbank einspringt. Wie soll man das denn sonst nennen, wenn die irische Notenbank mehr als ein Fünftel des Sozialprodukts von Irland finanziert?  Wer soll der Zentralbank jetzt noch glauben?“. Dieses Beispiel bestätigt seit vielen Jahren unsere Mantra-artig wiederholte Aussage, wonach der einzige Grund für die Existenz von Notenbanken in dem Bail-Out der Geschäftsbanken liegt, indem man die Schulden der Banken auf die Bevölkerung überträgt – zumeist über die Inflation der Geldmenge.

In Anbetracht dieser Entwicklungen ist daher für das Jahr 2016 und darüber hinaus keine reale Stärke des Euros mehr zu erwarten, weshalb die Edelmetalle Gold und Silber mit ihrem monetären Charakter in diesem Umfeld nur ansteigen können. Die unablässige und immer offensichtlicher durchgeführte künstliche Drückung des Gold- und Silberpreises seitens der westlichen Notenbanken bietet Investoren und physischen Käufern hier enorme Chancen auf hohe Gewinne, dank der subventioniert niedrigen Preise.

Swap Händler Positionen so bullisch wie nie für Gold

Die Positionen der sogenannten Swap Händler am US-Terminmarkt waren in der Vergangenheit immer ein guter Indikator für fallende Preise, da sich die Manipulationen und Insidergeschäfte hier schön zeigten. Immer wenn hier in sehr kurzer Zeit viele Shortpositionen aufgebaut wurden, war dies ein sehr treffendes Indiz für anschließend fallende Preise. Umgekehrt ist diese Händlergruppe aktuell so bullish positioniert, was spiegelbildlich auf steigende Preise hindeutet. Aktuell sehen wir hier die stärkste Long-Positionierung seit Aufzeichnung der Daten. Gleichzeitig sind die Spekulanten derzeit extrem auf fallende Preise im Gold positioniert, was zu Eindeckungskäufen („Short-Squeeze“) und somit einem deutlichen Anstieg führen könnte, wenn der Goldpreis nachhaltig wieder den Widerstand bei 1.080$ überwinden kann. Das Sentiment ist gleichzeitig extrem negativ, was im Sinne einer Kontraindikation grundsätzlich extrem positiv für den Goldpreis ist.  

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