Warum Sie sich gegen die Bargeld-Begrenzung wehren sollten

15.02.2016 10:00  Von:: Tim Schieferstein

Für teils heftige Kritik sorgte die Meldung, dass die Bundesregierung plant Bezahlungen per Bargeld auf 5.000 Euro zu begrenzen und den 500 Euro Schein abschaffen möchte. Zugegebener Maßen: Es kommt nicht häufig vor, dass man etwas für mehr als 5.000 Euro kauft. Viele von Ihnen werden dies zum Beispiel im Rahmen eines Tafelgeschäfts getan haben, um Erspartes in Edelmetalle zu tauschen. Legitime Gründe dazu gibt es viele. Zum Beispiel einfach, weil die Hausbank nicht sehen soll, dass man Gold gekauft hat. Das Vorhaben, Bargeldzahlungen unter Strafe zu stellen, hat jedoch einige weitreichende Folgen mehr:

  • Kann man nicht mehr über Bargeld verfügen, sondern muss seine Ersparnisse auf Bankkonten halten, lassen sich flächenweit Negativzinsen prima einführen: Niemand mehr kann dem entrinnen.
  • Bank-Runs werden unmöglich: Erinnern Sie sich noch an die Zyprioten, die versucht haben, ihre Ersparnisse noch durch Abhebungen am Geldautomaten zu retten? Dies wird unmöglich und Zwangsabgaben auf Bankguthaben, wie in Zypern bereits angewandt, sind auch hierzulande umsetzbar.
  • Abschaffung der Privatsphäre: Wenn alles „über´s Konto läuft“ ist es auch für alle nachvollziehbar. Es ist Ihr Grundrecht auf Privatsphäre, das abgeschafft werden würde. Auch bei heimlichen Käufen von Geschenken für Ihren Ehepartner, Edelmetallkäufen oder auch Käufe, die Sie aus Scham geheim halten möchten.

Ja, aktuell geht es nicht um die komplette Abschaffung von Bargeld – es ebnet aber den Schritt in diese Richtung und die genannten „Argumente“ warum die Einführung der 5.000-Euro-Grenze notwendig ist, sind in unseren Augen reine Vorwände. Diese sind jedoch in keinster Weise nachhaltig und wiegen auch nicht die Einschränkungen auf, die jeden von uns in einem solchen Szenario beträfen. 

Lassen Sie sich Ihre Freiheit selbst zu entscheiden wie Sie bezahlen nicht nehmen! Machen Sie bei der von BILD initiierten Aktion „Finger weg von unserem Bargeld!“ mit und zeigen Sie Wolfgang Schäuble Ihre Ablehnung gegen diese Pläne.

Folgende weiterführende Artikel möchten wir in diesem Zusammenhang zur weiteren Lektüre empfehlen:

Wen die angestrebte Bargeldabschaffung an George Orwells „Big Brother“-Dystopie erinnert, der ist nicht notwendigerweise paranoid 

Warum Regierungen das Bargeld hassen

 



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