Wichtige Entscheidungen der Zentralbanken stehen bevor

26.08.2016 15:45  Von:: Markus Blaschzok

Einladung zur nächsten Onlinekonferenz mit Chef-Analyst Markus Blaschzok

Am 27.09.2016 findet um 17:30 Uhr unsere nächste Onlinekonferenz mit Chef-Analyst Markus Blaschzok statt – Sie können sich dafür hier kostenlos anmelden und exzellente Marktinformationen zu Edelmetallen aus erster Hand erhalten. Gerade im jetzigen Kursumfeld hat er Interessantes für Ihre Anlageentscheidungen zu berichten.

Wichtige Entscheidungen der Zentralbanken stehen bevor

Am heutigen Nachmittag wird die Chefin der US-Notenbank, Janet Yellen, in Jackson Hole eine Rede halten, welche die Richtung für die Edelmetallpreise in den nächsten Handelstagen vorgeben wird. Sollte sie sich „hawkisch“ zu einer baldigen weiteren Zinsanhebung in den USA äußern, wäre dies kurzfristig bärisch für die Edelmetalle und wichtige charttechnische Unterstützungen dürften getestet werden. Sollte sie sich hingegen bedeckt halten, so würde dies ausreichen, um die Spekulationen zu einer Wiederaufnahme der billigen Geldpolitik erneut zu entfachen, was zu einer Erholung der Edelmetallpreise führen könnte. Zumindest nach den Fed Fund Futures liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung in den USA für dieses Jahr wieder bei über 60%. Mitte September wird es gleich vier Notenbanksitzungen geben: Bank of England (15.09.), der Bank of Japan und der FED (21.09 ), sowie der EZB (08.09). Diese werden die Märkte stark bewegen.
 
Auch eine mittelfristige Zinsanhebung in den USA wird den Edelmetallen im „Big Picture“ nichts anhaben können, solange die anderen großen Notenbanken weiterhin die Druckerpressen laufen lassen, wovon wir fest ausgehen. Da mittlerweile Anleihen für 12,3 Bio. US-Dollar (28%) negativ rentieren – wovon Staatsanleihen 8 Bio. USD ausmachen – die japanische Notenbank ihre Käufe an japanischen Aktien-ETFs auf 58 Mrd. USD verdoppeln will, alle Zentralbanken mittlerweile Vermögenswerte und Schulden im Volumen von 25 Billionen USD halten und die Notenbanken keinen Bankrott einer Privatbank zulassen, sehen wir langfristig ein ungebrochen positives Umfeld für Gold und Silber.
 
In dieser Woche gab es eine Rede von Fed-Vize Stanley Fischer, die der Markt als "hawkish" interpretierte. Am Mittwoch gab der Goldpreis dann schlagartig um 10$ ab, nachdem eine große Menge Gold für 1,5 Mrd. US-Dollar mit einem Mal auf den Markt gekippt wurde. Dieses Vorgehen ist sehr ungewöhnlich, denn gerade in der immer noch bullischen Stimmung, in der jeder Rücksetzer gekauft wird, hätte man diese Menge zu einem deutlich besseren Preis verkaufen können, wenn man in kleinen Tranchen verkauft hätte. Eine logische Schlussfolgerung daraus wäre, dass jemand den Markt absichtlich schocken und verunsichern wollte, indem man mit relativ wenig Einsatz einen möglichst großen Schaden im Chart und der Psychologie der Bullen verursacht. Die üblichen Tatverdächtigen wären dabei die Notenbanken, was Sinn macht, nachdem wir seit Anfang August erstmals seit der Woche vor dem Brexit wieder eine Manipulation in den statistischen Daten der US-Terminmarktaufsicht identifizieren konnten.
 
Trotz der leichten Abgabe im Gold von 20$ in dieser Woche – was nicht viel ist – verharrt der Goldpreis weiterhin in der relativ engen Handelsspanne zwischen 1.300$ und 1.375$ je Feinunze. Dies demonstriert eine deutliche relative Stärke im Vergleich zum Silber.

chart

Zum Vergrößern hier klicken

Gold in US-Dollar 

Der Goldpreis in Euro gab weiter nach, nachdem bereits Anfang August die Unterstützung bei 1.215€ gefallen war, wobei das zuletzt genannte Preisziel bei 1.165€ bereits erreicht und somit abgearbeitet wurde. Hält sich die Chefin der US-Notenbank am heutigen Nachmittag zurück und kündigt keine baldige Zinsanhebung an, so wird die Unterstützung bei 1.300$ halten und auch die Unterstützung bei Gold in Euro bei 1.165€ je Feinunze. In diesem Fall wäre die Korrektur am Edelmetallmarkt bereits beendet.

chart

Zum Vergrößern hier klicken

Nach dem starken Anstieg korrigierte Gold nun leicht.
 
Silber ließ in den letzten Handelstagen hingegen stärker Federn und wie in der letzten Onlinekonferenz bereits erwartet, hat der Silberpreis einen Pull Back an das Ausbruchsniveau bei 16,50€ je Feinunze gestartet.

chart

Zum Vergrößern hier klicken

Silber in Euro verdaut den Anstieg und testet nun das Ausbruchsniveau.
 
Da der Silberpreis stärker fiel als jener für Gold, stieg das Ratio der beiden Edelmetalle wieder an. Langfristig war ein Ratio zwischen 70 und 80 immer ein gutes Signal, um Silber im Verhältnis zu Gold in einem Depot überzugewichten.

chart

 Zum Vergrößern hier klicken

Gold/Silber-Ratio stieg wieder an, womit Silber jetzt wieder übergewichtet werden sollte zu Gold
 
Langfristig gesehen hat Silber heute inflationsbereinigt gerade einmal eine Bewertung von 2,67% im Vergleich des Hochs aus dem Jahr 1980. Sollte Silber irgendwann ähnlich bewertet sein wie damals, dann müsste es bis dahin noch um das 35-fache ansteigen, sofern die Rahmenbedingungen unverändert bleiben. Silber hat damit noch ungeheures Potenzial auf Sicht der kommenden zehn Jahre.

chart

 Zum Vergrößern hier klicken

Im historischen Vergleich ist Silber immer noch extrem günstig.

Zivilschutzplan als Vorbote der Weltwirtschaftskrise?


Die hartgesottenen Goldbugs, die seit der Jahrtausendwende den Zusammenbruch des westlichen ungedeckten Papiergeldsystems erwarten, haben sich zumeist längst für längere Versorgungsengpässe vorbereitet. Ein weltweiter Zusammenbruch des Finanzsystems würde auch die weltweite Produktion und Lieferketten zum Erliegen bringen, was es so bis dato noch nie in der Geschichte gab, da ähnliche Krisen aufgrund unterschiedlicher Währungen bisher immer national begrenzt waren und so die Versorgung aus dem Ausland weiterhin möglich war. Doch was bei einem weltweiten Zusammenbruch des Finanzsystems geschieht – mit der teilweisen oder völligen Entwertung der Fiat-Währungen – mag sich wohl kaum einer so recht ausmalen. Die smarten Investoren haben längst kleine und größere Vermögen in Edelmetallen vor dem Zugriff des Staates gesichert, um die hart erarbeiteten und verdienten Lebensersparnisse zu schützen.
 
Was für die informierten Goldbugs bereits ein alter Hut und in „Prepper“ Kreisen eine Selbstverständlichkeit ist, hatte in dieser Woche den Rest der Bundesbürger wie ein Schlag mit dem Zaunpfahl getroffen, als die Bundesregierung nur wenige Wochen nach der islamistischen Terrorserie in Deutschland nun tatsächlich im Rahmen ihres neuen Zivilschutzplans der Bevölkerung angeraten hat, Lebensmittelvorräte und Trinkwasser für mindestens 10 Tage vorzuhalten. Auch die Reaktivierung der ausgesetzten Wehrpflicht wurde in den Raum geworfen, während der Bundesinnenminister Thomas de Maiziere das konkrete Szenario eines Angriffs auf das völlig ungeschützte bundesdeutsche Stromnetz in den Raum warf.
 
Der Schutz des Vermögens vor Raub und Inflation mittels Edelmetallen ist ein sehr wichtiger Faktor, um eine Weltwirtschaftskrise zu überstehen. Doch auch die Vorbereitung auf viele weitere mögliche Gefahren und Engpässe ist sehr wichtig in einer Zeit, in der die Gottspieler in Politik und Notenbanken die Volkswirtschaften gegen die Wand gefahren haben. Ein aktuelles Beispiel ist hierbei das sozialistische Venezuela, dass der EU einige Jahre voraus ist. Dort hungert aktuell die Bevölkerung, während der Staat Zwangsarbeit auf Feldern angeordnet hat, was ein schwerer Menschenrechtsverstoß ist. Obwohl der Sozialismus weltweit schon mannigfach gescheitert ist und weit über 100 Millionen Tote gefordert hat, hält sich der irrationale Glaube in die Allmacht und Weisheit einiger Bürokraten, die auf Steuerzahlerkosten leben, hartnäckig. Jeffry Tucker des Mises Instituts in Alabama vergleicht diese religiöse Ideologie mit „der Weigerung die Schwerkraft anzuerkennen und ständig in die Luft zu springen in der Erwartung, jeden Moment zu den Wolken aufzusteigen. Es passiert zwar nie, aber ihren Glauben an die Nichtexistenz der Schwerkraft erschüttert das nicht.“
 
Die unverantwortliche Geldpolitik der Zentralbanken und die ebenso unverantwortliche, über Verschuldung finanzierte Fiskalpolitik der Regierungen – weit über die Kapazitäten der Marktwirtschaft hinaus – werden letztlich auch in Europa für Mangel und Not unter der Bevölkerung sorgen. Alles was nötig ist, damit die Wirtschaft in einen unaufhaltsamen Abwärtsstrudel fällt, sind früher oder später wieder steigende Zinsen, die das Kartenhaus einer geldgetriebenen konjunkturellen Scheinblüte in sich zusammenfallen lässt. Die Aussagen der Bundesregierung sollte man daher ernst nehmen und nebst Edelmetallen doch über einen zumindest minimalen Notvorrat für die Krise nachdenken.



Kommentar schreiben
Captcha

Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Ich bin damit einverstanden, dass meine Daten zur Bearbeitung meiner Anfrage gespeichert werden. Ich kann meine Einwilligung jederzeit per E-Mail an datenschutz@goldsilbershop.de widerrufen.