Wie Sie Ihre Barren und Münzen auf Echtheit prüfen

08.08.2016 13:00  Von:: Tim Schieferstein

Vorletzte Woche bot uns ein Stammkunde unter anderem zwei Krügerrand Goldmünzen zum Ankauf an. Neben einer Zustandsanalyse prüfen wir jede Münze im Ankauf auch auf deren Echtheit. So auch in diesem Fall. Doch bereits bei der augenscheinlichen Betrachtung kamen uns die beiden Münzen schwer verdächtig vor: Die eine hatte nicht den für den Krügerrand typischen kupfernen Farbstich. Die zweite wich vom Durchmesser ab. Auch wenn uns bereits zu diesem Untersuchungszeitpunkt klar war, schaffte ein Test mit unserem Prüfungsgerät zur elektrischen Leitfähigkeit Gewissheit: Es handelte sich bei den Münzen um Fälschungen.
 
Im Gegensatz zu den High-End-Fälschungen, die wir Ihnen in diesem Video bereits vorgestellt haben, waren diese Münzen verhältnismäßig einfach als solche zu erkennen. Dennoch: Sie waren gut genug, dass der Kunde auf sie hereingefallen ist und so ein Schaden von gut 2.500 Euro für ihn entstanden ist. Wir als Edelmetallhändler sind dazu verpflichtet die Fälschungen an die Bundesbank weiterzuleiten und eine entsprechende Meldung zu machen.

Was uns an diesem Fall verwundert hat: Der Kunde hat uns glaubhaft versichert, dass er die Plagiate bei einem lokal bekannten Juwelier gekauft hat. Offensichtlich wurde auch der Juwelier beim Ankauf der Münzen hinters Licht geführt und hat anschließend die Münzen – ohne zu wissen, dass es nahezu wertlose Fälschungen sind – an unseren gemeinsamen Kunden weiterverkauft.
 

Wie gerät man an eine Fälschung 

Mit hoher Wahrscheinlichkeit war mindestens einer der nachfolgenden Versäumnisse der Grund dafür:

1. Fehlende Erfahrung mit Goldmünzen:

Vermutlich wird der Juwelier nur gelegentlich Goldmünzen an- und verkaufen. Ihm fehlte schlichtweg die alltägliche Erfahrung einfache Fälschungen mit bloßem Auge zu erkennen. 

2. Keine Echtheitsprüfung vollzogen:

Vielleicht hat er auch keine Echtheitsprüfung – sei es mit technischem Gerät oder einfachen Mitteln – durchgeführt. In dem Fall hätte bereits das Abwiegen der Münzen auf einer Feinwaage, die schon für ca. 10 Euro erhältlich ist, geholfen. 

3. Unsichere Testmethoden verwendet:

Ebenfalls denkbar ist, dass der Juwelier zwar eine Prüfung vorgenommen, aber auf die falschen Testmethoden gesetzt hat. Oftmals nutzen Juweliere eine Prüfsäure oder aber ein Röntgenfluoreszenzgerät zur Materialanalyse. Beide Methoden sind perfekt, um die Materialzusammensetzung eines Prüflings an der Oberfläche genauestens zu bestimmen. Jedoch kann hier nur bis zu einer Tiefe von circa 0,5 mm untersucht werden. Ist die Fälschung also mit mindestens 0,5 mm Gold beschichtet, führen die Tests in die Irre.

Wie wahrscheinlich ist es an eine Fälschung zu geraten?

Ganz klar: Es gibt keinen Grund in Panik zu verfallen. Es kommt sehr selten vor, dass man auf eine Fälschung trifft. Diese sind zwar immer besser geworden, wer aber nicht in einem Onlineauktionshaus auf ein vermeidliches Schnäppchen hofft oder bei „Gelegenheitshändlern“ kauft, sondern bei etablierten Edelmetallhändlern, ist auf der sicheren Seite. Seriöse Edelmetallhändler prüfen genauso wie wir ihre Wareneingänge mit dafür geeignetem Gerät.

Wie kann man eigene Barren- und Münzbestände auf Echtheit prüfen?

Auf unserer Themenseite zur Echtheitsprüfung von Barren und Münzen stellen wir von einfachen bis komplizierten Testmethoden alle gängigen Möglichkeiten vor. Mit den einfachen Testmethoden haben Sie keine 100%-ige Sicherheit, aber können zumindest schon einmal einfache Fälschungen ausschließen. 

Für diejenigen unter Ihnen, die es genauer wissen möchten, haben wir auf vielfachen Wunsch eine neue Übersicht über Geräte zur Echtheitsprüfung erstellt. Diese kommen größtenteils auch bei uns zum Einsatz. Auf der Seite können Sie ebenfalls von unserem Gerätelieferanten ein Angebot für eigene Geräte und auch Schulungen anfordern.
 
Übrigens: Die Geräte sind teilweise günstiger als man denkt. Für den eingangs erwähnten Kunden, der auf die Fälschungen reingefallen ist, wäre die Investition für ein Prüfgerät mehr als amortisiert.
 
Damit Sie Ihr Geld also nicht in wertlose Fälschungen investieren, sollten Sie sich auf jeden Fall unsere folgenden zwei Beiträge genauer ansehen:



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