Zinsanhebung lässt Goldpreis ansteigen

20.03.2017 10:00  Von:: Markus Blaschzok

Die US-Notenbank Fed hob in dieser Woche zum dritten Mal in den vergangenen 16 Monaten die Leitzinsen von 0,75% auf 1% an. Diese Zinsanhebungen sind die ersten seit 11 Jahren und wahrscheinlich der Beginn einer großen Zinswende. Zuletzt vermeldete Bloomberg, dass auch die EZB erstmals über eine Zinsanhebung vor dem geplanten Ende des QE-Programms diskutiert hätte.

Während der Arbeitsmarkt zwar stark blieb, waren die Erwartungen zur Wirtschaftsentwicklung sowie einige Indikatoren schlecht. Gleichzeitig war die offiziell ausgewiesene Teuerung in den USA (+2,7%) sowie in Europa (+2,2%) zuletzt deutlich angestiegen. Diese aktuell vorherrschenden Faktoren führten schließlich dazu, dass die Notenbank agierte.

Chart

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Die US-Notenbank hob den Leitzins auf 1% an.
 
Die offiziell ausgewiesene Teuerung, die umgangssprachlich fälschlicherweise immer als Inflation bezeichnet wird, ist bekanntlich statistisch stark geschönt und wird daher deutlich zu niedrig ausgewiesen. Aus den USA gibt es verlässliche Daten nach der Berechnungsmethode von 1980. Nach dieser liegt die reale Teuerung in den USA nicht bei 2,7% (goldene Linie), sondern bei 10,5% (blaue Linie), wie der folgende Chart zeigt.

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Die reale Teuerung liegt in den USA bei über 10%.
 
In den siebziger Jahren, als der US-Dollar massiv abwertete und hohe zweistellige Preissteigerungsraten grassierten, hob die US-Notenbank die Zinsen auf über 20% an, wie der nächste Chart zeigt. Da die Zinsanhebungen eine Folge der Inflation waren, war dies natürlich bullisch für den Goldpreis, der in der gleichen Zeit um mehr als das Zwanzigfache anstieg (rote Pfeile im Chart). Bezieht man sich also auf die reale Teuerung von aktuell 10,5%, dann ist es längst an der Zeit, dass die US-Notenbank endlich dem Markt folgt und auch die Leitzinsen anhebt. Dies gilt natürlich ebenso für Europa, da der Euro seit über zwei Jahren durch die EZB unablässig entwertet wird und ähnliche reale Teuerungsraten zu vermuten sind.

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gold erfuhr den stärksten Anstieg im Umfeld stark steigender Zinsen.
 
Behaupten Mainstream-Ökonomen, keynesianisch halbsoziaistischer Ausrichtung, steigende Zinsen wären schlecht für den Goldpreis, so ist dies nur die Hälfte der Wahrheit. Die entscheidende Frage, die sich stellt, ist nämlich, warum die Zinsen steigen. Passiert dies nämlich aufgrund von starker Inflation, dann ist das logischerweise extrem bullisch für Gold, was jedem einleuchten sollte. Der Goldpreis droht also nicht wegen steigender Zinsen zu fallen, sondern vielmehr sind diese ein Indikator dafür, dass der Goldpreis bald durch die Decke schießen wird. Die Zinsanhebung dürfte aufgrund der bisherigen Geldmengenausweitungen und der nun durchsickernden Inflation auf die Teuerung nachhaltig sein und später noch ausgeweitet werden. Man kann also bereits von einer Zinswende sprechen, die jedoch nicht aufgrund einer starken stabilen kreditbasierten Konjunkturblüte entsteht, sondern aufgrund der Inflation über den Markt erzwungen wird.

Verliert die US-Notenbank die Kontrolle über ihr Fiat-Money System?


Steigende Marktzinsen haben natürlich drastische Auswirkungen auf die Wirtschaft. Wenn sich hochverschuldete Unternehmen nicht mehr günstig refinanzieren können, kann dies schlimmstenfalls den Bankrott bedeuten. Nachdem insbesondere Barack Hussein Obama die konjunkturelle Scheinblüte seiner Amtsvorgänger noch einmal durch billiges Geld massiv vergrößert hat, sitzt der neue US-Präsident auf einem Pulverfass.
 
Weitere Zinsanhebungen in den kommenden ein bis zwei Jahren könnten dafür sorgen, dass die US-Wirtschaft in eine Rezession oder gar Depression abrutschen wird. Die starken Zinsanhebungen in den Jahren 2005 bis 2007 brachten die Immobilienblase zum Platzen und lösten die Immobilien-, Banken-, und Wirtschaftskrise aus, die letztlich zur Eurokrise führte. Ebenso waren die Zinsanhebungen in den Jahren 1928 bis 1929 dafür verantwortlich, dass der kreditgetriebene Aufschwung kollabierte und es zu der großen Weltwirtschaftskrise kam. Die westlichen Volkswirtschaften stehen aktuell wieder vor einer massiven Rezession mit hoher Arbeitslosigkeit und einem Wirtschaftseinbruch bei gleichzeitig stark steigenden Preisen.
 
Treten Rezession und Inflation gleichzeitig auf, nennt man dies Stagflation. Hierbei steigt die Arbeitslosigkeit und gleichzeitig schießen die Preise für Mieten und Nahrungsmittel in die Höhe. In der Stagflation trifft es die Armen am härtesten, da sie nicht nur mit Arbeitslosigkeit, sondern auch mit stark steigenden Preisen zu kämpfen haben. Doch jede Krise bringt auch neue Chancen. Wenn Sie jetzt mit Gold und Silber vorsorgen, können Sie Ihr Vermögen vor der Entwertung durch Inflation schützen und damit die kommende Wirtschaftskrise überstehen.
 
Der US-Notenbank dürfte es nicht gefallen haben, dass die Märkte euphorisch auf die Zinsanhebung reagierten. Es könnte daher sein, dass die FED bei ihrer nächsten Sitzung am 3. Mai den Märkten einen Dämpfer versetzen wird. Es dürfte in diesem Jahr zu weiteren Zinsanhebungen in den USA kommen und auch die EZB könnte einen ersten Zinsschritt nach oben wagen. Solange die Notenbanken weiterhin Geld drucken, bleibt es gut für den Goldpreis. Die Aktienmärkte jedoch dürften bei Zinsen über zwei Prozent auf Talfahrt gehen. Gold ist dem Aktienmarkt daher vorzuziehen, weshalb wir weiterhin in Gold und Silber investieren.



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