Zinsen steigen – Gold steigt mit!

24.03.2018 06:00  Von:: Markus Blaschzok

Die amerikanische US-Notenbank hatte am Mittwochabend wieder einmal die Zinsen angehoben und somit ihren Worten auch Taten folgen lassen. Der neue Chef der FED, Jerome Powell, gab bei seiner ersten Pressekonferenz zur letzten Sitzung des Offenmarktausschusses eine Anhebung des Leitzinses um 25 Basispunkte bekannt. Das ist die sechste Anhebung seit Dezember 2015, als man damit begann auf die gestiegene reale Teuerung mit der Normalisierung der Geldpolitik zu reagieren. Jerome Powell ist der erste Chef der US-Notenbank, der kein Ökonom ist, sondern ein Anwalt, weshalb manch einer glaubt, er würde künftig wieder zu einer lockereren Geldpolitik umschwenken.

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Die Leitzinsen in den USA liegen nun bei 1,75%, während diese in Europa noch lange Zeit bei 0% verbleiben werden.

Zwei weitere Zinsanhebungen für dieses Jahr wurden angekündigt, womit sich die pessimistische Prognose von drei weiteren Anhebungen in 2018 nicht erfüllt hat. Dafür sind nun in 2019, sofern die Wirtschaft und die Aktienmärkte weiterhin rund laufen, ebenfalls drei, anstatt zuvor nur zwei, Zinsanhebungen geplant. Die Prognose zur Wirtschaftsentwicklung hätte sich vermeintlich verbessert, wobei die Formulierung zur künftigen Wirtschaftsentwicklung eher bärischer wurde. Die durchschnittliche Kerninflationsrate für 2018 wird bei 1,9% erwartet, was jedoch kein Hindernis für die FED sein wird, da sich diese sehr wohl bewusst ist, dass diese Zahlen falsch und ca. 6% zu niedrig angesetzt sind.

Und so weitet sich der Abstand der Renditen für zehnjährige Staatsanleihen in den USA und Deutschland, während der Dollar überraschenderweise bis dato weiter zur Schwäche neigt und der Euro sein hohes Niveau immer noch verteidigen kann. Obwohl die US-Notenbank geliefert hat und die Europäische Zentralbank diametral gegensätzlich weiter die Geldschleusen offenhält, haben sich die Marktteilnehmer längst auf eine Kehrtwende der Geldpolitik eingestellt und diese bereits eingepreist, was der US Terminmarkt auf dramatische Weise vor Augen führt.

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Der Spread zehnjähriger Staatsanleihen zwischen Deutschland und den USA liegt mittlerweile bei 2,3%.

Gold mit starkem Wochenplus!

Wie bei den letzten Zinsanhebungen der US-Notenbank, reagierten auch diesmal wieder der Gold- und der Silberpreis mit Preissprüngen auf diese politischen Ereignisse. Nach althergebrachter Börsenweisheit sollen steigende Zinsen Gift für den Goldpreis sein, was jedoch nur auf Zeiten stabiler Volkswirtschaften mit stabilen Preisen und konstanten Geldmengen zutrifft. Wie in den siebziger Jahren, sind die aktuell steigenden Zinsen als Inflationsanpassung zu verstehen. Das bedeutet, dass die Zinsen, ebenso wie in den Siebzigern, aufgrund der Geldentwertung steigen, was natürlich bullisch für die Edelmetallpreise ist. Und so konnte der Goldpreis in dieser Handelswoche über 30 Dollar zulegen und auch der Silberpreis stieg 30 US Cent an.

Folgender Chart zeigt, wie der Goldpreis aufgrund des schwachen US-Dollars seit Anfang 2017 kontinuierlich ansteigen konnte. Lediglich in Euro ist seitdem ein kleines Minus von 16 Euro je Feinunze auszuweisen, da der Goldpreis aufgrund des spekulativ hohen Eurokurses nicht profitieren konnte.

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Gold konnte wieder einmal von der Zinsanhebung in den USA profitieren und stieg in dieser Handelswoche deutlich an.
 
Silber zeigte sich in der gleichen Zeit schwächer und liegt nur einen halben Dollar im Plus, während in Euro ein Minus von über 1,50 Euro zu verbuchen ist. Aufgrund der aktuell extrem schwachen Investmentnachfrage ist Silber in den Keller gefallen und aktuell enorm günstig. Seit vier Jahren ist der Silberpreis nun nahezu unverändert und bildet einen nachhaltigen Boden aus, von dem ein neuer Bullenmarkt in Zukunft starten wird.

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Immer wenn die Lage an den Märkten rosig ist und es scheinbar nur in eine Richtung gehen kann, sollte man sich bewusst machen, dass die Börse und die Märkte keine Einbahnstraße sind. Die Aktienmärkte werden nicht ewig ansteigen, die Zinsen nicht ewig fallen, die Inflation nicht ewig niedrig bleiben, die Verschuldungsorgie der Regierungen und die unverantwortlichen Rettungsprogramme Europas und der USA nicht ewig ohne Konsequenzen auf die Teuerung bleiben und die Edelmetallpreise nicht ewig konsolidieren. Es ist ein Glück, dass Gold und Silber noch einmal so niedrig notieren, was ein Geschenk für all jene smarten Investoren ist, die sich der dramatischen Lage in Europa und den USA bewusst sind und so für die kommende große Weltwirtschaftskrise günstig vorsorgen können. Darüber hinaus sorgt der irrationale Unterschwang bei den Edelmetallen für hohe Gewinnchancen und Möglichkeiten, Vermögen nahezu ohne Risiken zu vervielfachen.

Sobald die Aktienmärkte nachhaltig einbrechen – womöglich aufgrund stark gestiegener Markt- bzw. Leitzinsen und dann wahrscheinlich eine Rezession losbricht – werden die Notenbanken nicht lange abwarten, sondern das Bankensystem und somit den Staat aufs Neue sofort mit frisch gedrucktem Geld retten. Die Edelmetalle werden dann schnell ansteigen und durch die Decke gehen. Fast zehn Jahre blähen die weltweiten Notenbanken diesen Konjunkturzyklus bereits auf, der vor Zombieunternehmen und Zombiebanken, sowie auch Zombiestaaten nur so wimmelt, welche ohne die Unterstützung der Notenbanken und niedriger Zinsen nicht mehr überlebensfähig wären und eigentlich schon tot sind.

Die Notenbanken haben bereits mit der Reduzierung der Liquidität begonnen und die Zinsen steigen. Die nächste Rezession steht bereits vor der Tür, weshalb man seine Ersparnisse festhalten und clever in Edelmetalle investieren sollte, um Erspartes vor dem Inflationssturm zu schützen.



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