Griechenland will zum größten Goldproduzenten Europas aufsteigen

15.03.2013 12:04  Von:: Tim Schieferstein

Edelmetall ist derzeit so beliebt wie kaum zuvor, vor allem als krisensichere Anlage. Da mit dem Abbau und Verkauf von Gold angesichts der derzeitigen Höchstpreise viel Geld zu verdienen ist, plant nun auch Griechenland verstärkt Gold zu fördern und in den Markt zu bringen. Das Land der Hellenen will bis spätestens 2016 zum größten Produzenten von Gold im europäischen Raum werden. Allerdings sind diese Pläne nicht einfach umzusetzen bzw. es gibt einige Hindernisse.

Dass es in Griechenland nicht geringe Goldvorkommen gibt, die in den Bergen „versteckt“ liegen, ist keineswegs neu. Denn schon in der Antike wurde dort Gold in sehr großen Mengen abgebaut. So hat vor allen Dingen die nordgriechische Landschaft Makedonien mit der Halbinsel Chalkidike eine sehr lange Tradition im Goldbergbau. Über mehr als vier Jahrtausende lebten die Bewohner der Dörfer auf der Halbinsel vom Abbau von Gold und anderen Edelmetallen. Vor allem die Firma Hellas S.A. –  ein kanadisch-griechisches Gemeinschaftsunternehmen  –  möchte den Abbau und die Vermarktung der griechischen Goldvorkommen nun stark vorantreiben. Der Abbau von rund 230 t nachgewiesener Goldvorkommen mit einem aktuellen Marktwert von zehn Mrd. Euro soll zugleich 5.000 neue Arbeitsplätze schaffen – ein gewichtiges Argument in einer strukturschwachen Region Griechenlands.

Anvisierte Goldmenge kann durchaus noch steigen

Angelegt ist das Projekt der Goldförderung durch Hellas S.A. auf einen Zeitraum von 30 Jahren. Derzeit gibt es einen sicher nachgewiesenen Bestand von etwa 230 t Gold. Darüber hinaus existieren noch etwa 1.500 t Silber, rund 1,5 Mio. t Blei und Zink sowie 740.000 t Kupfer. Neben dem bereits entdeckten Vorkommen könnten im Zuge der Exploration noch weitere Goldlagerstätten entdeckt werden. Darüber hinaus könnten nicht nur die natürlichen Goldvorkommen in Griechenland größer als bisher angenommen sein, sondern es könnte sich im Zuge der sich verschärfenden Euro-Schuldenkrise und eines damit steigenden Goldpreises auch ihr Wert noch deutlich erhöhen. Und dann könnte der bisher aktuelle und kalkulierte Gesamtwert vielleicht nicht „nur“ bei zehn Mrd. Euro, sondern eventuell bei 20 Mrd. Euro oder mehr liegen.

Widerstand gegen das geplante Projekt wächst

Auch wenn Optimisten hoffen, dass durch den wiederentdeckten Goldabbau sogar die finanzielle Rettung Griechenlands möglich ist, gibt es bereits jetzt einige Probleme. Ein größeres Problem stellt der wachsende Widerstand in der griechischen Bevölkerung gegen den Goldabbau dar. Kritiker führen vor allen Dingen die großen Umweltschäden an, die der Abbau in der Natur verursachen könnte. Man befürchtet sowohl Beeinträchtigungen für die Luft als auch das Meer. Zudem könnte sich der giftige Staub, der aus dem Goldabbau resultiert, auf den Pflanzen niederlegen. Als Folge würden Einwohner erkranken und schließlich auch der volkswirtschaftlich bedeutsame Tourismus in der Region leiden. Auch wenn Hellas S.A. beteuert, das gefürchtete Zyanid würde beim Abbau nicht zum Einsatz kommen, formieren sich dennoch einige Protestbewegungen in Griechenland. Es bleibt also abzuwarten, ob der Traum vom griechischen Gold real werden kann.



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