'Grünes Gold' - Experten fordern bessere Umweltverträglichkeit des Goldabbaus

19.03.2013 12:14  Von:: Tim Schieferstein

Einschmelzprozess von recyceltem Gold
Einschmelzprozess von recyceltem Gold / Foto: Heraeus

Gold hat über Jahrtausende nichts von seiner Faszination verloren und ist in krisenhaften Zeiten beliebt für Schmuck oder als inflationssichere Kapitalanlage. Die noch immer sehr hohe Nachfrage nach dem gelben Edelmetall führt dazu, dass die Goldförderung selbst dann noch profitabel ist, wenn sie unter extrem schweren Bedingungen stattfindet. Negativ daran ist jedoch, dass sowohl Umwelt- als auch soziale Standards dabei vielfach auf der Strecke bleiben.

Aufgrund der teilweise schlimmen Bedingungen, unter denen Gold in manchen Ländern und Regionen auf der Welt gefördert und weiterverarbeitet wird, fordern einige Experten eine bessere Sozial- und Umweltverträglichkeit des Goldabbaus. In dem Zusammenhang wird immer häufiger der Begriff „grünes Gold“ genutzt, der den gewünschten besseren Einklang zwischen Goldabbau und Umweltverträglichkeit zum Ausdruck bringen soll.

Elektroschrott
Elektroschrott – als ressourcenschonende Rohstoffquelle immer wichtiger / Foto: Umicore

Es gibt schon heute Regionen auf der Welt, in denen Gold umwelt- und sozialverträglich abgebaut wird. Dies geschieht zum Beispiel in den argentinischen  Anden, wo Gold wie vor Jahrhunderten von einzelnen Goldsuchern durch Goldwaschen aus den Flüssen „gefischt“ wird. Zwar lässt sich auf diese Weise kein hoher Ertrag erzielen, denn die natürliche Förderung erbringt keine großen Mengen. Doch sie benötigt keinen Einsatz schädlicher Chemikalien und zieht damit keine den Goldabbau üblicherweise begleitenden Umweltschäden nach sich. Auch gibt es Schmuck, der aus recyceltem Gold hergestellt wird und damit zumindest sekundär ebenfalls umwelt- und sozialverträglich gewonnen wurde.

Krisen  fördern den ressourcenintensiven Goldabbau

Goldgranulat
Goldgranulat am Ende des Recyclingprozesses, z. B. von Elektroschrott / Foto: Heraeus

Unter anderem die Angst vieler Anleger vor einer Währungskrise ist dafür verantwortlich, dass die Nachfrage nach Gold derzeit so hoch wie seit dreißig Jahren nicht mehr ist. Goldbroker haben oftmals nur das Ziel vor Augen, diese hohe Nachfrage des Marktes zu bedienen. Die Bedingungen, unter denen das Gold abgebaut wird, interessieren dabei nur selten. Dabei liegt der weitaus größte Teil der Goldressourcen dieser Welt in Drittwelt- und sog. BRIC-Staaten. Das größte Goldfeld der Welt in der Nähe von Johannisburg in der Republik Südafrika, der Heimat des Krügerrand, ist ein anschauliches Beispiel. Bis zum heutigen Tag wurden hier über 40.000 t Gold abgebaut. Da dies teilweise in mehreren Kilometern Tiefe stattfindet, ist der Goldabbau mit einem sehr hohen Aufwand an Ressourcen verbunden. Zahlen diesem Zusammenhang sind erschreckend. Um elf Gramm Gold zu gewinnen, muss eine Tonne Gestein an die Erdoberfläche gefördert werden. Das zu Tage geförderte Gestein beinhaltet nicht selten aggressive Bestandteile, darunter sogar Uran oder andere problematische Schwermetalle. Daher verwundert nicht, dass auf eine Tonne gefördertes Gold statistisch betrachtet drei tote Bergleute kommen, während die „Überlebenden“ oftmals an Krankheiten wie Tuberkulose oder Geschwüren leiden. Bei der anschließenden Weiterverarbeitung des Erzes wird weltweit noch immer beim sog. Quecksilber- Amalgamationsverfahren das hochgiftige Schwermetall eingesetzt. Auch wenn das Ende des Massenproduktes Gold bisher nicht abzusehen ist, setzen sich zumindest einige Fachleute und Marktteilnehmer für einen umwelt- und sozialverträglicheren Goldabbau ein.



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