Marktbericht Gold und Silber

25.02.2013 15:24  Von:: Tim Schieferstein

Zum Jahresauftakt zeigt sich das Bild bei den beiden wichtigsten Geldmetallen zweigeteilt. Während der Goldpreis in Euro seit Jahresbeginn um 3,1% nachgab, konnten sich die Silbernotierungen im gleichen Zeitraum in Euro gerechnet um 1,3% verbessern.

Im Wesentlichen wirken momentan zwei widerstrebende Kräfte auf die Edelmetalle. Zum einen die bereits weit verbreitete Illusion, dass die Eurokrise überstanden sei, was Gold und Silber als sicheren Vermögenshafen vermeintlich überflüssig macht. Im diametralen Widerspruch dazu steht die realwirtschaftliche Entwicklung in den überschuldeten Wirtschaftsräumen Europa, Japan und den USA, die infolgedessen in einen offenen Währungskrieg gegeneinander eingetreten sind. Letzteres ist zweifellos das stärkste Argument überhaupt, weiterhin konsequent regelmäßig Papiergeld in edles Hartgeld zu tauschen.

Gold & Silber 2013
Quelle: Thomson Reuters | Grafik: SOLIT Kapital GmbH (Daten bis 14. Februar 2013)
 

Nach dem Verlassen des seit 2008 gültigen Aufwärtstrends läuft der Goldpreis in Euro auf die bereits mehrfach getestete Unterstützungszone im Bereich von 1.177 bis 1.210 Euro zu. Ab diesem Niveau ist, wie in der Vergangenheit auch, mit verstärkter Nachfrage von institutioneller Investoren und Zentralbanken der Überschussländer (z.B. China, VAE, Brasilien, Mexiko etc.) zu rechnen.

Goldpreisentwicklung seit 2008
Quelle: Thomson Reuters | Grafik: SOLIT Kapital GmbH (Daten bis 14. Februar 2013)
 

Anleger zahlen momentan für eine Unze Gold (31,1g) 1.225 EUR. Dies entspricht einem Preisabschlag in Höhe von 88 Euro bzw. 6,7% gegenüber dem Zeitpunkt der letzten Newsletter-Veröffentlichung vom 4. Dezember. Im Zwölfmonatsvergleich verzeichnet das gelbe Edelmetall einen Preisrückgang gegenüber dem Euro von 7,5% (Datenstand: 14. Februar 2013).

Der Silberpreis befindet sich nach dem zuvor erfolgten dynamischen Ausbruch aus der charttechnischen Dreiecksformation in einer Konsolidierung. Selbst ein Rücksetzer auf die mittelfristige Unterstützungslinie bei ca. 23,00 Euro wäre unter markttechnischen Aspekten unproblematisch. Im Anschluss an die laufende Konsolidierung ist ein Anlauf auf die bisherigen zyklischen Höchststände vom April 2011 bei 32,82 EUR zum Beginn des nächsten Jahres sehr wahrscheinlich.

Silberpreisentwicklung
Quelle: Thomson Reuters | Grafik: SOLIT Kapital GmbH (Daten bis 14. Februar 2013)
 

Der Preis für eine Unze Silber (31,1g) liegt aktuell bei 23,13 Euro. Im Vergleich zum letzten Betrachtungszeitpunkt (4. Dezember 2012) notiert die Unze Silber damit 2,64 Euro bzw. 10,2% günstiger. In der Zwölfmonatsbetrachtung weist Silber für Euro-Investoren aktuell einen Preisabschlag in Höhe von 8,25% auf (Datenstand: 14. Februar 2013).

Das Preisverhältnis zwischen Gold und Silber beträgt aktuell bei 1:54 und befindet sich damit nach wie vor weit über dem fairen Wert von ca. 1:10. Silber besitzt daher auch weiterhin das im Vergleich zu Gold deutlich höhere Wertsteigerungspotenzial.

Gold / Silber Preisverhältnis
Quelle: Thomson Reuters | Grafik: SOLIT Kapital GmbH (Daten bis 14. Februar 2013)
 

Die physische Nachfrage bei Silber stellt sich momentan sehr robust dar. Das von Exchange Traded Funds (ETFs) weltweit verwaltete Silber ist auf einen neuen Rekordstand gestiegen.

Weltweiter Gesamtbestand in Silber ETFs
Quelle: Thomson Reuters | Grafik: SOLIT Kapital GmbH (Daten bis 24. Januar 2013)
 

Auch ein Blick auf den Absatz der US-Mint und hier konkret auf die weltweit umsatzstärkste Silbermünze, den Silver Eagle, zeigt eine sehr starke Nachfrage nach Anlagesilber.

Absatz US-Mint Silver Eagle
Quelle: Thomson Reuters | Grafik: SOLIT Kapital GmbH (Daten bis 31. Januar 2013)
 

Auf Grund der sehr robusten Investmentnachfrage bleiben die monetären Edelmetalle preislich gut unterstützt. Im Zuge des global eskalierenden Währungskrieges (siehe dazu den Folgeartikel) und der damit einhergehenden Explosion der globalen Papiergeldmenge sind die Voraussetzungen für dynamisch steigende Notierungen der edlen Währungsalternativen so gut wie nie zuvor, da diesmal das gesamte Weltwährungssystem betroffen ist.

Unsere Handlungsempfehlung: Nutzen Sie die kommenden Monate zur kontinuierlichen Akkumulation von Gold und Silber! Wir rechnen bereits in wenigen Monaten auch mit dem Eintreten der Europäischen Zentralbank (EZB) in den globalen Abwertungswettlauf mit sehr starken Implikationen für die Notierungen der Edelmetalle.



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