Unklarheiten bei der Rückholung deutscher Goldreserven - Aufklärung durch Petition gefordert

03.02.2014 14:15  Von:: Tim Schieferstein

Die Deutsche Bundesbank hält aktuell rund 3.390 Tonnen Gold, welches als Währungsreserve genutzt wird. Die Lagerung der deutschen Goldreserven erfolgt vielfach im Ausland, etwa in New York, London oder Paris:

Das deutsche Gold lagert in New York, London, Paris und Frankfurt

In den vergangenen Jahren wurden daher immer wieder kritische Stimmen laut, die daran zweifelten, ob das deutsche Gold überhaupt noch vorhanden ist, denn die Überprüfung der physischen Bestände ist nur schwer möglich. Einige Bürger formierten sich daher bereits 2012 zu einer Bürgerinitiative, die die Rückholung des deutschen Goldes forderte. Doch auch die Überführung von 37 Tonnen Gold im Herbst 2013 wirft Fragen auf, die bis heute nicht beantwortet werden konnten, wie Tim Schieferstein als Geschäftsführer von GoldSilberShop.de mitteilt.

Die Geschichte der deutschen Goldreserven

Ein Großteil der deutschen Goldreserven wurde in den 1950er und 1960er Jahren aufgebaut. Zu diesem Zeitpunkt ging ein Großteil des heute vorhandenen Gold als Bezahlung der Auslandsüberschüsse Deutschlands an die Bundesbank.

So entwickelte sich die Gewichtsmenge der deutschen Goldreserven

Deutsche Goldreserven sind viele Millarden wert

Das Gold wurde zu diesem Zeitpunkt an den Goldhandelsplätzen New York, London und Paris erworben und aufgrund des aufwändigen Transports vorerst dort belassen. Im Falle einer Währungskrise wäre es möglich, dieses Gold zu verpfänden und schließlich zu verkaufen. Als Weltwährung kann Gold zudem in jede beliebige Währung getauscht werden. 

Allerdings ist unklar, ob die Bestände tatsächlich noch vorhanden sind, denn wie der Bundesrechnungshof bereits 2012 ermittelte, erfolgten bis zu diesem Zeitpunkt nur unregelmäßige Überprüfungen der Bestände. Zudem wurde bekannt, dass die Zentralbanken in London und Paris den Wunsch eines Bundestagsabgeordneten auf Begutachtung der physischen Goldbestände ablehnten. Jeder Privatanleger würde in diesem Fall nervös, denn ob und in welcher Höhe die Bestände tatsächlich noch vorhanden sind, kann nicht geklärt werden.

Die Bundesbank lenkte aufgrund der massiven Kritik ein und gab erste Details zu Lagerstätten bekannt. Auch sollen nun in den kommenden acht Jahren gut 674 Tonnen nach Hause geholt werden, um sie vor Ort lagern und natürlich besser überprüfen zu können. Das Depot in Paris soll sogar gänzlich aufgelöst werden. 

Erste Goldtransporte im Herbst 2013

Nach der Ankündigung der Deutschen Bundesbank im Jahr 2012 bis 2020 die deutschen Goldreserven neu zu allokieren gingen viele Experten davon aus, dass nun rund 80 Tonnen pro Jahr nach Deutschland transportiert werden könnten.

Bis 2020 sollen die deutschen Goldreserven neu allokiert werden.

Die Hälfte des Goldes sollte aus Paris stammen, der Rest aus New York. Im Jahr 2013 konnten jedoch gerade einmal 37 Tonnen Gold nach Deutschland gebracht werden. Hiervon stammen lediglich fünf Tonnen aus New York, der Rest aus Paris. Auf die Frage, warum nur derart kleine Mengen transportiert werden konnten, verwies Bundesbank-Präsident Weidmann auf die aufwändigen Transportvorbereitungen. Diese Vorbereitungen mussten monatelang präzise geplant werden, die Bundesbank holte sich hierfür sogar Unterstützung von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich BIZ. Da der Transport von Paris nach Deutschland weniger aufwändig ist, konzentrierte man sich wohl vorerst hierauf. Ich selbst wundere mich jedoch über solche Aussagen, denn in den Jahren 2000 und 2001 konnten gut 940 Tonnen Gold aus London nach Deutschland überführt werden, und zwar per Luftfracht. Warum soll es also heute nicht mehr möglich sein, fünf Tonnen kurzfristig zu transportieren, wenn vor 14 Jahren bereits mehrere hundert Tonnen problemlos verfrachtet werden konnten?

Gold aus New York soll eingeschmolzen werden

Weitere Unklarheiten gibt es aus meiner Sicht bei den Goldbeständen in New York. Wie die US-Notenbank offiziell mitteilte, reduzierte sich der Goldbestand aus Fremdstaaten im Jahr 2013 um lediglich fünf Tonnen. Wohlgemerkt handelt es sich hierbei um den Abruf ALLER Länder, die hier Gold lagern. Es muss also bezweifelt werden, ob die benannten fünf Tonnen rückgeführten Goldes tatsächlich vollständig aus New York stammen, da dies bedeuten würde, dass kein anderes parallel Land beliefert wurde. Schon länger wirft die Frage nach den Goldreserven der US Notenbank Fragen auf, denn Kritiker gehen davon aus, dass diese auch durch das immense Haushaltsdefizit der USA bereits aufgebraucht wurden und daher nicht mehr zur Verfügung stehen.

Auch Glenn Beck hat in seiner Show die Unklarheiten zum Gold der deutschen Bundesbank deutlich gemacht, wie folgendes Video zeigt:

Diese These wird nun noch unterstützt, denn die Bundesbank teilte mit, dass die in New York lagernden Barren umgeschmolzen werden müssen, da sie nicht mehr dem aktuellen Standard entsprächen. Wie jedoch, so frage ich mich, will die Bundesbank jetzt noch belegen, dass es sich tatsächlich um das Gold des deutschen Volkes handelt? Genauer gesagt, dass es sich exakt um die selben Barren handelt, die damals eingelagert wurden. Kritiker stellen die Vermutung auf, dass das gelieferte Gold neu beschafft werden musste, da die Ursprungsbarren nicht mehr existent sind. Und wie soll gewährleistet werden, dass es wirklich noch die damals vereinbarte Reinheit aufweist? Beim Einschmelzen ist es schließlich möglich, die Reinheit zu manipulieren und dem deutschen Volk zu suggerieren, das es ja ausreichend Goldreserven gibt. Ein niedrigerer Reinheitsgrad bedeutet jedoch gleichzeitig einen geringeren Barrenwert und damit ein Diebstahl am deutschen Volk! Zwar wird aufgezeigt, dass die Goldbarren sowohl beim Verlassen der Tresore wie auch beim Eintreffen in Frankfurt anhand einer Barrenliste überprüft und abgehakt werden, Beweise gibt es hierfür allerdings nicht. Zudem sollten Prüfberichte, die Aufschluss über die Beschaffenheit von den Barren gibt, veröffentlicht werden. Weder benennt die Bundesbank einen offiziellen Beauftragten, der für die Prüfung verantwortlich ist, noch werden Barrenlisten veröffentlicht. Außerdem verzichtet die Bundesbank nach wie vor auf eine Vollinventur, die die Reserven vollständig belegt.

Was können Sie tun, um Klarheit über die deutschen Goldreserven zu bekommen?

Es gibt also noch zahlreiche Unklarheiten über die deutschen Goldreserven, die wohl weder von der Deutschen Bundesbank noch von der Bundesregierung beseitigt werden sollen Vielleicht ist diesen Institutionen ja bereits bekannt, dass es keine Goldreserven mehr gibt? Um diese Frage zu klären, sollten Sie als Leser dieses Beitrages gemeinsam mit mir aktiv werden. Es gibt bereits eine Petition mit dem Namen "Holt unser Gold heim - für die Rückführung des Goldes der Bundesbank".

Hier haben Sie als Bürger Deutschlands die Möglichkeit, sich einzutragen und aufzuzeigen, dass Sie sich sehr wohl für die Goldreserven - die ja eigentlich Ihre Reserven sind - interessieren und diese zurück nach Deutschland holen wollen. Sie als Bürger haben auch mit dieser Petition die Möglichkeit, sich aktiv für die Aufklärung der Überführung sowie der gesamten Goldreserven einzusetzen und so die Bundesbank wie auch die Bundesregierung zu zwingen, Klarheiten zu schaffen. Nur dann, wenn sich viele Menschen zusammenschließen, wird die Bundesbank auch reagieren und uns Details liefern. Nutzen Sie hierzu die Möglichkeit, weitere Menschen auf diese Thematik aufmerksam zu machen und teilen Sie den Beitrag per Facebook, Twitter etc.



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