Aktuelle Richtlinien zur Umsatzsteuer bei Sammlermünzen aus Gold und Silber

21.12.2012 08:15  Von:: Tim Schieferstein

Anleger, die Sammlermünzen in Gold und Silber erwerben, müssen unter Umständen Mehrwertsteuer an die Verkäufer entrichten, die diese wiederum an ihr zuständiges Finanzamt weiterleiten müssen. Das Bundesministerium für Finanzen stellt in einer jetzt aktualisierten Veröffentlichung fest, welche Grundlagen für die Steuerberechnung im Jahr 2013 gelten.

Die Umsätze bei Goldmünzen 1 Unze Gold Maple Leaf

Der Kauf sowie der Verkauf von Anlagegold sind in Deutschland steuerfrei, sofern das Gold einen Feingehalt von mindestens 900 Prozent aufweist. Goldmünzen müssen zudem vor 1800 geprägt worden sein bzw. als gesetzliches Zahlungsmittel gegolten haben. Sind diese Voraussetzungen nicht eingehalten und werden die Münzen weit über dem derzeitigen Goldpreis gehandelt, spricht der Gesetzgeber von Sammlermünzen, bei deren Handel die unter Umständen der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent zur Anwendung kommt.

Bei Goldmünzen gilt der reduzierte MwSt.-Satz für alle Verkäufe, bei denen der Materialwert der Münzen um mehr als 250 Prozent überschritten wurde. Dies ist beispielsweise bei sehr seltenen Münzen mit geringen Auflagen der Fall, die durch ihren hohen Seltenheitsfaktor zu entsprechenden Preisen gehandelt werden. Um den betreffenden Steuersatz bestimmen zu können, müssen Händler den jeweils aktuellen Goldpreis, der an der Londoner Börse pro Feinunze ermittelt wird, festhalten. Der US-Dollar-Wert muss dann allerdings noch in Euro umgerechnet werden. Alternativ ist es möglich, den November-Wert des Vorjahres für das kommende Jahr zugrunde zu legen. Für das Jahr 2013 veröffentlicht das Bundesministerium einen Netto-Goldpreis von 42.673 Euro pro Kilogramm Feingold.

Die Festlegung bei Silbermünzen

Für Sammlermünzen in Silber gilt dem Bundesministerium zufolge die gleiche steuerliche Regelung wie beim Kauf von Goldmünzen. Auch hier kann die Silber Mehrwertsteuer auf sieben Prozent reduziert werden, wenn der Verkaufspreis 250 Prozent des aktuellen Silberwertes entspricht. Zur Vereinfachung der Steuerregelung ist es auch hier möglich, den Silberpreis per 30. November 2012 für das komplette Jahr 2013 zugrunde zu legen. Er wird vom Finanzministerium mit 835 Euro pro Kilogramm Feinsilber festgesetzt.

Für alle übrigen Silbermünzen, die als Anlagemünzen nahe dem Silberpreis verkauft werden, gilt ab 2013 der normale Mehrwertsteuersatz in Höhe von 19 Prozent. Eine Liste der entsprechenden Silbermünzen wurde bereits veröffentlicht. Damit wird das Steuerprivileg beim Silberpreis aufgehoben. Wer Silbermünzen kaufen und diese als Alternative Anlage nutzen möchte, sollte daher noch in 2012 handeln und diese kurzfristig erwerben. Für Münzbarren gilt im Übrigen die gleiche Regelung, auch bei ihnen wird das Steuerprivileg mit Beginn des neuen Jahres aufgehoben.



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