Die Münzen der Wiener Philharmoniker

04.01.2013 10:00  Von:: Tim Schieferstein

Die Goldmünzen der Wiener Philharmoniker werden seit 1988 als Anlagemünzen geprägt. Vorausgegangen war eine Gesetzesnovelle der Österreichischen Nationalbank, die ab diesem Zeitpunkt die Prägung von Anlagemünzen ermöglichte. Die Prägung der Wiener Philharmoniker übernahm seither die Münze Österreich AG, eine Tochtergesellschaft der Nationalbank Österreich.

Ein bekanntes Motiv für internationale Anerkennung

Da erwartet wurde, dass die Anlagemünzen aus Österreich nicht nur von Einheimischen, sondern auch von internationalen Investoren erworben werden, entschied man sich für ein weltbekanntes Motiv mit hohem Wiedererkennungsfaktor. Das Wiener Sinfonieorchester, das durch seine Neujahreskonzerte weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt ist, war daher als Münzmotiv ideal. Zugleich konnte hiermit die kulturelle Tradition des Landes, die nicht nur aus Wiener Walzer besteht, gepflegt werden.

Das Motiv im Detail

Auf allen Wiener Philharmoniker Münzen, die seit 1989 ausgegeben wurden, ist die traditionsreiche Orgel des Großen Saals zu sehen. Dieser ist auch als Goldener Saal bekannt und Schauplatz für die alljährlichen Neujahreskonzerte. Dieser Konzertsaal wird bereits seit 1870 vom Wiener Orchester benutzt und gilt als einer der schönsten Säle mit hervorragender Akustik. Ebenfalls auf der Vorderseite finden sich die Einprägung "Republik Österreich" sowie der Nennwert der Münze und deren Feingehalt. Traditionell wird der Gold Wiener Philharmoniker mit einem Feingehalt von 999,9 gefertigt. Der Silber Wiener Philharmoniker hingegen wird aus 99,9%igem Silber gefertigt.

Gold Philharmoniker VorderseiteGold Philharmoniker Rückseite

© für alle hier gezeigten Fotos Wiener Philharmoniker bei MÜNZE ÖSTERREICH AG, Wien

Auf der Rückseite entschieden sich die Entwickler der Münze für verschiedene Orchesterinstrumente, die stellvertretend für die große Anzahl an Instrumenten im Ensamble stehen. Neben dem Cello, das die Mitte der Münze bildet, sind links und rechts je zwei Violinen und Violen angeordnet, darüber finden sich ein Horn, das Fagott und die Harfe.

Die Geschichte der Münzprägung

Die Prägung der Wiener Philharmoniker wurde vorerst nur in zwei Stückelungen vorgenommen. Neben der Münze mit einem Gewicht von 1 Unze wurde auch die ¼ Unze geprägt. 1991 wurde das Sortiment dann durch die 1/10 Unze erweitert, 1994 erschienen die Münzen schließlich auch mit einem Gewicht von 1/2 Unze. Diese vier Gewichtseinheiten werden noch heute regulär geprägt und können von Anlegern für ihr Goldinvestment genutzt werden.

Zusätzlich hierzu entschied sich die Münze Österreich AG, in regelmäßigen Abständen Sonderprägungen herzustellen, die dann in einer geringen Auflage produziert werden. So erschien 2004, zum 15-jährigen Jubiläum, eine Sonderausgabe mit einem Gewicht von 1000 Unzen. Der Nominalwert dieser Münze betrug 100.000 Euro. Die als "Big Phil" bezeichnete Münze war zum damaligen Zeitpunkt die größte Goldmünze der Welt, wog 31,103 Kilogramm und wies einen Durchmesser von 37 Zentimetern auf. Mit diesen Werten erhielt sie sogar einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.

Zum 20. Jahrestag dann wurde eine 20-Unzen-Sonderprägung gefertigt, die einen Nominalwert von 2.000 Euro trug. Die Gesamtauflage betrug hier 6.027 Stück und wurde sowohl in Europa wie auch in Amerika und Asien verkauft.

Der Nominalwert der Münzen

Jede Münze der Wiener Philharmoniker, ob in Gold oder Silber geprägt, zeigt auf der Vorderseite einen Nominalwert, der die Münze zum offiziellen Zahlungsmittel werden lässt. Bis 2001 lautete dieser Nominalwert auf österreichische Schilling, mit der Euro-Einführung wurde der Nennwert denn in Euro geändert. Die Nominalwerte wurden hierbei lediglich umgerechnet, eine Änderung erfolgte nicht.

Der Gold Wiener Philharmoniker mit einem Gewicht von einer Unze trägt einen Nennwert von 100 Euro (2.000 Schilling), die ½ Unze wird mit einem Nennwert von 50 Euro gehandelt. Trotz aufgeprägtem Nennwert erfolgt der Handel der Wiener Philharmoniker stets zum aktuellen Goldpreis, der in der Regel weitaus höher liegt.

Der Silber Philharmoniker

Silber Philharmoniker

Analog zum Gold Philharmoniker wird seit 2008 auch der Silber Philharmoniker geprägt. Auch er wird hochwertig aus reinstem Silber mit einem Feingehalt von 99,9 Prozent gefertigt. Das Motiv dieser Silber-Anlagemünze ist identisch mit dem Motiv der Goldmünze und zeigt auf der Vorderseite ebenfalls die Orgel des Goldenen Saals, auf der Rückseite hingegen werden die Orchesterinstrumente aufgeprägt.

Anders als die Goldmünze wird der Silber Philharmoniker ausschließlich mit einem Gewicht von einer Unze geprägt. Der Nennwert wurde auf 1,50 Euro festgesetzt. Auch hier erfolgt der Handel der Münze jedoch nicht zum Nennwert, sondern ausschließlich zum jeweils aktuellen Silberpreis, der wiederum den Nennwert übersteigt.



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