Die Preisentwicklung bei Gold und Silber

17.12.2012 17:33  Von:: Tim Schieferstein

Die Preise für Gold und Silber befinden sich trotz geringer Kursschwankungen derzeit in einem Seitwärtstrend. Zwar erholten sich die Kurse von Gold und Silber Ende November von ihren Tiefstständen, gaben im Anschluss aber erneut leicht nach.

Die Entwicklung des Goldpreises

Nachdem durch die Rettungsaktionen der Notenbanken und der europäischen Staaten eine Insolvenz Griechenlands weitgehend abgewendet wurde, sahen viele Marktteilnehmer dies als einen Grund, sich von Teilen ihres Goldinvestments zu trennen. Zudem sank die Goldnachfrage aus Ländern wie Indien, die vor allem dem hohem Goldpreis geschuldet war.

 

Goldpreisentwicklung Dezember 2012

Quelle: Thomson Reuters | Grafik: SOLIT Kapital GmbH (Daten bis 4. Dezember 2012)

 

Aktuell ist der Goldpreis leicht unter seine bisherige Unterstützungslinie von 1.315 Euro pro Feinunze gesunken. Der Preis von derzeit 1.296 Euro pro Feinunze entspricht einem leichten Rückgang von 1,5 Prozent gegenüber dem Vormonat. Dieser Rückgang ist wenig problematisch, denn die Rahmenbedingungen für Goldinvestments haben sich in den vergangenen Monaten nicht verändert. Nach wie vor ist Gold für viele Investoren ein begehrter Rückzugsort, zudem wird Gold als Reservewährung verwendet. Im Vergleich der vergangenen zwölf Monate ergibt sich nach wie vor eine positive Entwicklung von etwa acht Prozent.

Die weitere Entwicklung beim Goldpreis

Betrachtet man die Entwicklung des Goldpreises in den vergangenen Jahren, ist davon auszugehen, dass dieser zum Jahresende und in den ersten Monaten des Jahres 2013 dynamisch ansteigen wird. Vor allem größere Investoren, die Bestände weiter aufbauen, sind hier für den Preisanstieg verantwortlich. Aber auch die Notenbanken schichten vorhandenes Vermögen zum Ende eines Jahres regelmäßig in physisches Gold um.

Die rückläufige Nachfrage nach Gold, die vor allem im dritten Quartal 2012 deutlich zu spüren war, war in erster Linie dem Erreichen neuer Goldhöchststände geschuldet. Vor allem Privatinvestoren aus Indien hielten sich beim Goldkauf zurück. Mittlerweile jedoch sind wieder erhöhte Auftragseingänge aus Mumbai zu verzeichnen, was auf dem Goldpreis erneut Auftrieb geben wird.

Die Preisentwicklung bei Silber

Nach dem erfolgten dynamischen Ausbruch aus der Trendlinie konsolidiert der Silberpreis leicht, konnte Anfang November durch ein erneutes Nachfragehoch aber wieder an Boden gewinnen. Aktuell kostet die Feinunze Silber 25,75 Euro, sodass der Preis von den bisherigen Höchstständen im April 2011, also die Feinunze Silber mit 32,82 Euro gehandelt wurde, noch etwas entfernt ist. Ein Anlauf auf diese Höchststände wird von Experten aber Anfang des Jahres 2013 erwartet, denn die Nachfrage nach Silber ist ungebrochen.

 

Silberpreisentwicklung Dezember 2012

Quelle: Thomson Reuters | Grafik: SOLIT Kapital GmbH (Daten bis 4. Dezember 2012)

 

Mit dem aktuellen Silberpreis konnte das Edelmetall im vergangenen Monat eine positive Rendite von 0,8 Prozent erreichen. Bezogen auf das vergangene Jahr rentierte Silber mit ca. sieben Prozent ebenso positiv wie Gold.

Die weiteren Aussichten für den Silberpreis

Ähnlich wie bei Gold sind auch die Aussichten für Silber in den kommenden Monaten sehr positiv. Im Vergleich zu Gold profitiert Silber aber von der enormen Industrienachfrage. Vor allem die jetzt wieder positive Entwicklung in Ländern wie China, Südkorea und Japan wird dafür sorgen, dass die Händler hohe Nachfrageüberschüsse registrieren können, die den Silberpreis nach oben treiben. Zudem ist davon auszugehen, dass die Notenbanken rund um den Globus die drohende Rezession trotz Inflationsrisiken mit niedrigeren Zinsen bekämpfen wollen. Dies jedoch führt Anleger vermehrt in Edelmetalle, da diese nicht nur eine attraktive Rendite bieten, sondern gleichzeitig Schutz vor Inflation ermöglichen.

Der geldpolitische Kampf in Japan

Der Bank of Japan, die ebenso wie die Europäische Zentralbank relativ eigenständig agiert, droht im kommenden Jahr Ungemach. Sie soll, so die Meinung einiger Insider, entmachtet werden, um dem Staat eine uneingeschränkte Finanzierung seiner Verbindlichkeiten zu ermöglichen.

 

Japan mit Aufholpotenzial beim Gelddrucken

Quelle: Thomson Reuters | Grafik: SOLIT Kapital GmbH (Daten bis 30. November 2012)

 

Grund für den drohenden geldpolitischen Putsch ist die schwierige politische Situation in Japan, die Beschlüsse sehr schwierig machen. Nach der Auflösung des Parlaments am 16. November 2012 wird nun am 16. Dezember diesen Jahres neu gewählt. Der sehr beliebte Politiker Shinzo Abe möchte bei seiner Wahl die Macht der Notenbank beschränken und gleichzeitig die Ausgaben in der Infrastruktur erhöhen und den Yen abwerten. So soll sich die kränkelnde japanische Wirtschaft wieder erholen, finanziert durch die Ausgabe neuer Anleihen, die von der Bank of Japan gekauft werden. Schon heute reagiert der Yen auf derartige Ankündigungen mit Kursverlusten, vor allem gegen über den starken Währungen Euro und US-Dollar.

Die Auswirkungen auf die Goldpreisentwicklung

Bisher investierten japanische Anleger ihre Altersvorsorge vor allem in Anleihen des japanischen Staates, statt diese in Aktien oder Gold zu investieren, wo womöglich höhere Renditen erwartbar sind. Aufgrund der aktuellen Entwicklung haben viele Pensionskassen die bisherige Praxis jedoch bereits aufgegeben und bauen vermehrt Goldpositionen auf. Diese Geschehnisse in Japan haben nicht nur Auswirkungen auf Asien, sondern auf die ganze Welt, denn in kurzer Zeit werden wohl auch die europäischen Finanzminister aufgefordert, auch den Euro abzuwerten, um die Wettbewerbsfähigkeit der Länder zu erhalten.

 

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Quelle: Thomson Reuters | Grafik: SOLIT Kapital GmbH (Daten bis 4. Dezember 2012)

 

Dies alles wird dazu beitragen, die Staatsverschuldungen weiter zu erhöhen und das Geld abzuwerten. Lediglich Gold wird dieser Entwicklung entgegenstehen können und damit zum Erhalt des Kapitals beitragen.



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