Technische Analyse zu Palladium

03.12.2018 16:30  Von:: Markus Blaschzok

Positionierung der spekulativen Anleger (Commitment of Traders)

Die aktuellen, wöchentlich von der US-Terminmarktaufsicht „CFTC“ veröffentlichten Daten für Palladium befinden sich im neutralen bis leicht überkauften Bereich.

Auf Monatssicht ist die relative Stärke nun verschwunden. Dies ist ein erstes Warnzeichen, dass der Aufwärtstrend in den nächsten Wochen und Monaten zum Erliegen kommen könnte. Die aufziehende Rezession zeigt sich bereits in der Automobilindustrie, in der die Produktion von Neuwagen nun zurückgeht und die Zulieferer ihre Produktion bereits deutlich zurückfahren. Es verwundert daher nicht, dass das BIP in der Bundesrepublik nun sinkt, da dieses sehr von der Automobilindustrie abhängig ist. Sobald im Zuge einer Rezession die Nachfrage nach Palladium für Benzinkatalysatoren abnimmt, wird der Palladiummarkt in ein Überangebot rutschen und die Preise können dann teilweise deutlich einbrechen.

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Der Terminmarkt für Palladium ist kurzfristig schon eher als überkauft zu bewerten.

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Die einfache Darstellung zeigt, dass sich die Positionierung im neutralen gelben Bereich befindet.

Chartanalyse zu Palladium in US-Dollar

Der Anstieg des Palladiumpreises scheint kein Halten zu kennen. Noch hält das Defizit am physischen Markt an, was für die immer steigenden Notierungen sorgt. Der Terminmarkt zeigt jedoch, dass die neuerlichen Anstiege der vergangenen Wochen nicht mehr durch relative Stärke begleitet werden. Es zeigt sich zwar noch keine relative Schwäche, doch ist die Entwicklung am Terminmarkt neutral, was ein guter Hinweis auf ein ausgeglichenes Angebo-Nachfrage-Verhältnis ist.

Es scheint erste deutliche Produktionskürzungen in der Automobil- und Zulieferindustrie zu geben, die diese Veränderung in der Nachfrage erklären könnten. Sollte eine Rezession ausbrechen, so könnte der Palladiummarkt in ein Überangebot rutschen und die Preise stark korrigieren.

Noch ist der Aufwärtstrend bei Palladium intakt und in dieser Woche könnte der Preis für eine Feinunze den Preis für eine Feinunze Gold erstmals seit der Jahrtausendwende übertreffen. Eine Unterstützung liegt aktuell bei 1.125 $, unter welcher der positive Bias verschwindet und das Kaufsignal für Palladium negiert wird. Solange dies nicht geschieht, ist Palladium in US-Dollar weiterhin long und könnte weiter ansteigen. Unter 1.125 $ muss das Risikomanagement greifen.

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Palladium stieg mittlerweile auf über 1.200 $ an und noch läuft die Rallye.

Chartanalyse zu Palladium in Euro

In Euro konnte der Palladiumpreis in den vergangenen Monaten noch stärker performen und stieg auf über 1.050 € je Feinunze an. Die nächste Unterstützung liegt weit abgeschlagen bei 920 € je Feinunze und über dem aktuellen Preis befindet sich der Kurs im charttechnischen Niemandsland. Sobald der steile Aufwärtstrend bricht, sollte man kurzfristig Teilgewinne realisieren.

Langfristig würden wir aufgrund der relativen Überbewertung zum Gold sowie zum Platin eher nicht zu einem Investment in Palladium raten. Größere Chancen scheinen auf Sicht der kommenden zehn Jahre antizyklische Investments in das aktuell unterbewertete Gold oder Platin zu bieten.

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In Euro gerechnet konnte Palladium seit Jahresbeginn noch deutlicher zulegen.



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