Technische Analyse zu Platin

03.07.2015 16:00  Von:: Markus Blaschzok

Sieht man sich die Terminmarktdaten der US-Börsenaufsicht CFTC im Vergleich zum Open Interest an, so hatten seit dem Einbruch des Jahres 2008 nicht mehr so viele Spekulanten auf fallende Preise gesetzt, wie aktuell. Da fast alle spekulativ agierenden Marktteilnehmer bereits verkauft haben und so nicht weiter auf fallende Preise setzen können, ist dies bullisch zu werten. Es besteht somit großes Potenzial für eine Eindeckungsrallye, wenn es in den nächsten Wochen zu einem technischen Kaufsignal kommt.

Positionierung der spekulativen Anleger (Commitment of Traders)

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Solange Gold und Silber jedoch schwach bleiben, wird sich Platin diesem Trend nicht entziehen können und zur Schwäche neigen. Ein Bruch des Abwärtstrends mit Preisen über 1.130$ würde ein Kaufsignal erzeugen, das Potenzial bis mindestens 1.180$ oder gar 1.300$ hätte. Die Gefahr einer Zinsanhebung in den USA hängt jedoch über dem gesamten Edelmetallsektor wie ein Damoklesschwert und könnte den gesamten Sektor in den nächsten drei Monaten kurzfristig noch einmal unter Druck bringen. Auch wenn die Terminmarktdaten bullisch sind, ergibt sich ein mehrwöchiges Kaufsignal erst mit dem Bruch des Abwärtstrends, weshalb jeder, der nicht im Daytrading aktiv ist, auf dieses Signal warten sollte.

Platin in US-Dollar

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Der Abwärtstrend bei Platin verläuft im Augenblick bei 1.120 USD – erst mit dessen Überwindung würde es ein Kaufsignal für Platin in US-Dollar geben.

In Euro hat der Platinpreis vor zwei Wochen bei 930 Euro je Feinunze eine Unterstützung erreicht und konnte sich von dort aus seither erholen. Auf Sicht der letzten zwei Jahre blieb der Platinpreis nahezu unverändert, wobei ein leichter Abwärtstrend vorherrschend ist. Ein langfristiges Kaufsignal gibt es erst über dem langfristigen Abwärtstrend und dem Widerstandsbereich bei 1.160 Euro je Feinunze. Antizyklisch wäre ein Kauf im Bereich von 950 Euro in Ordnung, doch sollte der Stop Loss für eine kleine Long-Position im Bereich von 925 Euro liegen für den Fall eines letztmaligen Sell Off des Edelmetallsektors. Fällt die Zinsanhebung in den USA im September hingegen aus, so könnten wir bereits im Juni die Tiefs bei Platin gesehen haben.

Platin in Euro

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Seit zwei Jahren läuft der Platinpreis in Euro seitwärts. Eine Zwischenerholung bis in den Bereich von 1.100 Euro scheint möglich. Ein langfristiges Kaufsignal kommt jedoch erst über 1.600 Euro.

Selbst wenn es im Herbst wirklich zu einer Zinsanhebung in den USA kommen sollte, bedeutet das nicht, dass der Platinpreis auch in Euro fallen muss. Das QE-Programm der EZB sorgt für ständige Liquidität und eine Ausweitung der Geldmenge, die zu einer ständigen Abwertung des Euros führt. Deshalb ist der Preis in Euro seit zwei Jahren kaum gefallen und steigt seit zwei Wochen wieder. Platin eignet sich als Münze oder Barren gut um ein Investment in Edelmetalle zu diversifizieren, wobei der Anteil an den Edelmetallen am Gesamtvermögen etwa 10% bis 15% betragen sollte. 

 

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