Technische Analyse zu Platin

06.05.2019 14:00  Von:: Markus Blaschzok

Terminmarkt deutet weiterhin auf Überangebot am physischen Markt hin

Positionierung der spekulativen Anleger (Commitment of Traders)

Der Preis fiel zur Vorwoche um 1,2 $ und die Spekulanten gingen mit 2,4 Tsd. Kontrakten long. Dies ist eine schwache Wochenentwicklung. Zum Vormonat zeigen sich die Daten neutral. Mit einem CoT-Index von 29 Punkten ist das Sentiment als bullisch einzustufen, was eher bärisch für die kurzfristige Preisentwicklung ist. Platin befindet sich damit eher im Verkaufsbereich. Langfristig dürfte das physische Überangebot, das wir in den letzten anderthalb Jahren sahen, noch einige Zeit Bestand haben und sich weiterhin Schwäche in den CoT-Daten zeigen. In der Gesamtbetrachtung sprechen die Daten bestenfalls für eine trendlose Bodenbildung in den kommenden Wochen. Im Worst Case gibt es eine erneute Korrektur auf 800 $ je Feinunze.

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Der Terminmarkt zeigte sich zum 30. April kurzfristig bärisch – es gibt ein fundamentales Überangebot.

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Die einfache Darstellung zeigt, dass sich die Spekulation im roten extremen Bereich befindet und der Preis wieder fallen sollte.

Platin in USD: Preisanstieg war spekulativ getrieben

 Die Terminmarktdaten des CoT-Reports lieferten uns wieder einmal sehr wertvolle Informationen zur wahrscheinlichen Preisentwicklung in den kommenden Wochen. Der Report enthüllte, dass der kurzzeitige Anstieg im Platinpreis auf über 900 $ weniger fundamental auf erhöhte physische Nachfrage gründete, sondern lediglich auf Spekulation am Terminmarkt beruhte. Damit ist dieser Anstieg nicht nachhaltig und dürfte wieder in sich zusammenfallen. Bereits vor zwei Wochen wiesen wir darauf hin und stellten in Aussicht, dass der Preis wieder unter die charttechnische Unterstützung bei 900 $ fallen wird und wahrscheinlich bis auf 800 $ je Feinunze korrigieren dürfte. Sogar ein Test der Unterstützung bei 780 $ scheint möglich zu sein, wenn der Goldpreis noch weiter unter Druck gerät und auf 1.240 $ oder darunter fällt.

Kurz- und mittelfristig steht es um Platin nicht gut, da ein Überangebot am Markt herrscht und eine aufziehende Rezession auf die Nachfrage drücken dürfte. Langfristig gesehen ist Platin sehr günstig und im Vergleich zur Inflation der Geldmenge sogar historisch günstig. Das macht es zu einem interessanten langfristigen antizyklischen Investment. Das Platin-Palladium-Ratio von 0,5 zeigt auch, dass Platin auf Sicht der nächsten zehn Jahre ein langfristig besseres Investment als Palladium sein dürfte.

Kurzfristig und bis Jahresende dürfte der Platinpreis hingegen unter hoher Volatilität eher trendlos seitwärts verlaufen. Auf Sicht der nächsten 2-3 Wochen ist gar ein Test der Unterstützung bei 780 $ je Feinunze wahrscheinlich. Dort bietet sich dann womöglich bereits eine gute kurzfristige antizyklische Kaufchance, sofern sich auch Kaufsignale bei Gold und Silber ergeben.

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Platin könnte kurzfristig noch etwas fallen, was eine erneute kurzfristige Kaufchance bieten könnte.

Platin in Euro: Test des Aufwärtstrends steht bevor

 In Euro gerechnet hält sich der Platinpreis aufgrund des schwachen Euros stärker als in US-Dollar. Kurzfristig ist ein Test des neu gebildeten Aufwärtstrends bei 710 Euro wahrscheinlich. Danach besteht die Chance eines erneuten Anstiegs. Für Investoren im Euroraum, die unter dem schwachen Euro leiden, ist ein Investment in Platin zur Absicherung gegen Inflation noch wichtiger und bietet kurzfristig mehr Chancen als im US-Dollar-Raum.

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Platin in Euro hat einen Aufwärtstrend ausgebildet.



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