Vor 45 Jahren: Der US-Dollar als Fiatwährung wird geboren

12.08.2016 15:30  Von:: Markus Blaschzok

Zum 45. Mal jährt sich am kommenden Montag ein Ereignis, von dem wir auch heute noch die Folgen zu tragen haben: Die Schließung des Goldfensters durch Richard Nixon am 15. August 1971.
 
Warum kam es überhaupt zu dieser Schließung des Goldfensters und was hatte es damit auf sich? Die USA standen vor einem riesigen Schuldenberg. Laut Nixon waren dafür (mal wieder) die Spekulanten verantwortlich. Die Wahrheit: Nixon pumpte immer mehr und mehr Geld in die Wirtschaft, Wohlfahrtsprogramme und vor allem Kriege wie bspw. den Vietnamkrieg. Seit dem Bretton Woods Abkommen im Jahre 1944 – wir berichteten – war die US-Notenbank eigentlich dazu verpflichtet gegen 35 USD jeweils eine Feinunze Gold auszugeben – der US-Dollar hatte also einen festen Wert. Die USA verfügte jedoch nicht über die nötigen Goldreserven, um all diese Ausgaben zu finanzieren. Was also tun, wenn mehr Geld benötigt wird, als Gold vorhanden ist? Die USA schmiss die Notenpresse an und druckte neues Geld. Die Inflation wurde dadurch im Laufe der Zeit immer weiter angeheizt. Gleichzeitig stieg der Goldpreis, der am 09. August 1971 sein Rekordhoch von 43,94 USD erreichte. Auch die Zahlungsbilanz der USA geriet in Schieflage, da viel mehr importiert als exportiert wurde. Die Folge: Große Mengen an Dollarbeständen sammelten sich im Ausland an. Die Goldeinlösepflicht, die im Bretton Woods System vorgegeben war, war so faktisch nicht mehr gegeben. Im Jahr 1969 schöpfte Frankreich schließlich Verdacht und möchte seine Dollardevisen gegen Gold tauschen. Die USA lieferten nicht.
 
Um zu verhindern, dass die im Ausland befindlichen US-Dollar in Gold umgewandelt werden konnten, schloss Nixon 1971 schließlich das Goldfenster und beging damit einen Vertragsbruch des Bretton Woods Abkommens. Mit der Schließung des Goldfensters wurden US-Dollars und Gold voneinander abgekoppelt und der US-Dollar war so fortan nicht mehr mit Gold gedeckt. Damit war der US-Dollar als reine Fiatwährung geboren und wird damit am Jahrestag der Schließung des Goldfensters ebenso 45 Jahre alt. Ohne diese Abkopplung des US-Dollars von Gold wäre unser heutiges Finanzsystem nie entstanden und damit auch nicht die Finanzkrise, die auch heute noch ein unbekanntes Ende hat.
 
Ob unser wertloses Papiergeld auch noch seinen 50. Geburtstag erleben wird, bleibt abzuwarten, darf aber durchaus bezweifelt werden. Eines steht aber fest: Die Rückkehr zu realen Werten wie Edelmetallen ist unabdingbar, um Ihr Vermögen auch zukünftig vor der fortwährenden Inflation der Fiatwährungen zu schützen.
 
Mehr zum Thema finden Sie auch in folgendem Beitrag auf unserer Webseite: Bretton Woods, Goldstandard - Geschichte des Geldes

Palladium – Gewinner der aktuellen Rallye

Gold und Silber halten sich weiter in den luftigen Höhen, in die sie durch den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union zuletzt gehievt wurden. So handelt Gold weiter in der Handelsspanne zwischen 1.375$ auf der Oberseite und 1.300$ auf der Unterseite trend- und orientierungslos, während die Longposition der Spekulanten am Terminmarkt für Gold und Silber historisch einmalig hoch ist und eine Korrektur bisher ausblieb.

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Der Goldpreis konsolidiert bisher auf hohem Niveau.
 
Die von vielen Marktteilnehmern immer noch viel beachtete Saisonalität, die nach statistisch falschen Berechnungen für die zweite Jahreshälfte angeblich bullisch wäre, wird leider immer noch in vielen Analysen zum Goldmarkt berücksichtigt und sogar hoch gewichtet. Abgesehen davon, dass die bekannten saisonalen Charts statistisch falsch berechnet wurden und die letzten Jahre gezeigt haben, dass dieses vermeintliche saisonale Muster nicht existent ist, spricht schon das „Stock to Flow-Ratio“ von 60 für Gold dafür, dass die Saisonalität aus logischer Sicht praktisch keinen Einfluss auf die Preisentwicklung haben dürfte. Während wir die Saisonalität in unseren Analysen zu vielen anderen Rohstoffen hoch gewichten, spielt diese für Gold und Silber bei uns keinerlei Rolle, weshalb wir hier auch keinen stützenden Faktor für die zweite Jahreshälfte sehen.

Eine Bereinigung am Terminmarkt für Gold wird seit dem Brexit hingegen durch andere Faktoren verhindert. Dazu gehören bspw. die zuletzt sehr schlechten Daten zum Wirtschaftswachstum in den USA oder die dort  weiter sinkende Produktivität, die eine Zinsanhebung in den USA unwahrscheinlicher macht und sogar weitere QE Maßnahmen auf mittelfristige Sicht auf den Tisch bringt. Würde die offiziell ausgewiesene Preissteigerungsrate anhand der statistischen Warenkörbe den realen Kaufkraftschwund widerspiegeln, so wäre längst offensichtlich, dass sich die Weltwirtschaft spätestens seit 2008 in einer realen Kontraktion befindet. Der Haupttreiber für die Edelmetalle bleibt aber weiterhin die Flucht institutioneller Anleger in den sicheren Hafen Gold, da mittlerweile ein Großteil aller Staatsanleihen negativ rentiert – ohne Berücksichtigung des Kaufkraftverlustes durch Inflation. Berücksichtigt man beispielsweise die offizielle Preissteigerungsrate auf Sicht von 10 Jahren bei den 10-jährigen Staatsanleihen, so werfen diese nicht etwa eine Rendite von 1,46% ab, sondern bringen jedes Jahr einen Verlust von 0,38%. Der Markt müsste hier eigentlich eine höhere Rendite fordern, was entweder aufgrund der unablässigen Käufe von Staatsanleihen durch die Notenbanken nicht möglich ist oder weil der Markt ein deflationäres Szenario einpreist – letzteres ist aber eher unwahrscheinlich. Daher verwundert es nicht, dass Investoren an ihrer Goldposition festhalten und diese immer weiter ausbauen, da diese keine Zinsen kostet und gleichzeitig als eine Absicherung gegen die weitere Abwertung der Weltwährungen fungiert.

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Real sind die Zinsen für 10-jährige US-Staatsanleihen längst negativ.
 
Aber auch die Krise in der Türkei, nach dem erfolglosen Putsch gegen den islamischen Machthaber Erdogan, ist ein Faktor, der für eine weitere Nachfrage nach dem sicheren Hafen Gold sorgt. Auch wenn einige wie John Hilsenrath vom Wall Street Journal glauben, dass eine weitere Zinsanhebung in den USA schneller kommen könnte als es viele an den Märkten erwarten würden, wird dieses Szenario aufgrund der schlechten Wirtschaftsdaten und der vielen Krisenherde immer unwahrscheinlicher und die Worte der US-Notenbank verkommen zu leeren Worthülsen. Etwas Beruhigung in die Märkte bringen hingegen die Aktienmärkte, die widererwarten der Masse der Spekulanten nicht kollabiert sind, sondern neue Allzeithochs erreichten, wie beispielsweise der amerikanische Aktienindex S&P500. Es gibt immer noch viele Bären, die auf einen Einbruch wetten, doch wie in den letzten Wochen und Monaten aufgezeigt, haben die Aktienmärkte seit dem Jahr 2000 real bereits bis zu 70% eingebüßt und die Inflation der Geldmenge scheint die Märkte – bedingt durch die viele Liquidität – weiter nach oben zu hieven. Sicherlich haben auch Notenbanken und die staatlichen „Plunge Protection Teams“ geholfen einen Einbruch zu verhindern, was nun jederzeit in einen Short Squeeze zu einer weiteren Rallye führen könnte.

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Die Bullen haben die Bären besiegt - der amerikanische Aktienmarkt notiert auf neuen Allzeithochs.
 
Auch der deutsche Aktienindex DAX, der sich im Vergleich zu seinem amerikanischen Pendant bisher viel schlechter entwickelte, konnte in dieser Woche den wichtigen Widerstand bei 10.500 Punkte überschreiten und so ein mehrwöchiges Kaufsignal generieren. Dieses wird solange Bestand haben, wie diese Marke nicht wieder nach unten durchbrochen wird.

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Auch der DAX konnte über 10.500 Punkte ansteigen und ein mittelfristiges Kaufsignal generieren

Die Demokraten in den USA zwingen die Produktivität in die Knie

Die Produktivität in den USA außerhalb der Landwirtschaft ist das dritte Quartal in Folge gesunken. Dies ist das erste Mal seit 1979 und stellt damit den seit damals größten Einbruch dar. Nicht einmal in der Rezession von 1980 bis 1982 gab es einen derartig starken Rückgang. Ein Anstieg der Produktivität um +0,4% war erwartet worden. Mit einem Minus von 0,6% wurde diese Erwartung bitter enttäuscht. Während der USD-Index aufgrund der guten Arbeitsmarktdaten der letzten Woche noch stärker wurde, verlor dieser nach Bekanntgabe der gesunkenen Produktivität wieder seine Gewinne. Gold und Silber verhielten sich dementsprechend diametral gegensätzlich wobei Gold die durch den Arbeitsmarktbericht verlorenen 20$ nach Veröffentlichung der schlechten Produktivitätszahlen wieder wettmachen konnte, da durch die neuerlichen Zahlen eine Zinsanhebung in den USA wieder unwahrscheinlicher wurde.

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Der Produktivitätszuwachs sinkt in den USA immer weiter.
 
Selbst der ehemalige Chef der US-Notenbank Alan Greenspan warnte, dass Amerika „in Problemen stecke, grundsätzlich weil die Produktivität tot im Wasser läge…“ Es ist nicht verwunderlich, dass die statistische Produktivität in einer Zeit des wirtschaftlichen Niedergangs sinkt. Je höher die Produktivität einer Nation ist, desto höher sind auch deren Durchschnittseinkommen und ihr Wohlstand. Primär sorgen die durch die Notenbanken künstlich niedrigen Zinsen dafür, dass Ersparnisse eher verkonsumiert anstatt investiert werden. Die fehlenden Investitionen in neue Technologien und Maschinen führen letztendlich dazu, dass das Wachstum der Produktivität abnimmt. Der folgende Chart zeigt, wie die Produktivität seit der Auflösung des Gold-Devisenstandards immer weiter abnahm. Dies ist eine direkte Folge einer zunehmenden Staatsquote sowie planwirtschaftlicher Maßnahmen.

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Die Produktivität nimmt seit dem Ende des Goldstandards ab.
 
Ein weiterer Grund, für die fortwährende Abnahme der statistischen Produktivität ist die ungehemmte Ausweitung des Wohlfahrtsstaates mit immer mehr leistungslosen Transferempfängern, die nichts zum Wirtschaftswachstum beitragen. Bei einer impliziten Staatsquote von ca. 50% in den USA und 75% in Deutschland sowie der negativen Selektion in allen Bereichen der Gesellschaft, deren Ursache im Wohlfahrtsstaat über die letzten Jahrzehnte hinweg liegt, ist es nur eine logische Konsequenz, dass erst die Wachstumsraten abnehmen und die Produktivität letztlich sogar fallen wird. Könnten staatliche Planungen ein Produktivitätswachstum schaffen, so wären die Sowjetunion, die DDR, Kuba und Venezuela Wirtschaftswunderländer gewesen. Da aber nur Freiheit und Wettbewerb mit Moral Hazard und natürlicher Selektion produktivitätssteigernd wirken, sind diese sozialistischen Staaten alle an ihrer Ideologie verarmt und zugrunde gegangen. Im sozialistischen Venezuela hat die Regierung aktuell die Wirtschaft soweit zerstört, dass die Menschen sogar die Zoos gestürmt haben, um dort die Tiere als Nahrung zu nutzen. Desweiteren wurden die Grenzen ins Ausland überrannt, um dort Nahrungsmittel zu beschaffen. Die sinkende Produktivität in Zeiten großer technologischer Fortschritte ist eine bedenkliche gesellschaftliche Entwicklung, die zumeist von Ökonomen aufgrund marxistischer Ideologien bewusst ignoriert oder einfach übersehen wird. Für die langfristige Fortentwicklung der Nationen ist der Rückgang der Produktivität ein Symptom des gesellschaftlichen Niedergangs, der über Jahrhunderte nicht mehr korrigiert werden kann. Um diesen Prozess aufzuhalten, sollte der sozialistische Weg alsbald verlassen werden und wieder mehr Freiheit gewagt werden.

Einladung zur nächsten Onlinekonferenz mit Chef-Analyst Markus Blaschzok

Am 16.08.2016 findet um 17:30 Uhr unsere nächste Onlinekonferenz mit Chef-Analyst Markus Blaschzok statt – Sie können sich dafür hier kostenlos anmelden und exzellente Marktinformationen zu Edelmetallen aus erster Hand erhalten. Gerade im jetzigen Kursumfeld hat er Interessantes für Ihre Anlageentscheidungen zu berichten.



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