Silber: 7% Mehrwertsteuer bei der Anlage in Silbermünzen oder Münzbarren nur noch bis 31.12.2013

Silber ist zwar nicht mehrwertsteuerfrei wie Anlagegold, doch beim Kauf von Silbermünzen und Münzbarren wird die Anlage in Silber – zumindest noch in 2013 - mit der ermäßigten Mehrwertsteuer von 7% versteuert. Für normale Silberbarren und ab 2014 dagegen gelten 19% MwSt. Anleger haben aber die Möglichkeit, sofern ihr Edelmetallhändler von der Differenzbesteuerung Gebrauch macht, Silbermünzen auch 2014 zu nahezu unveränderten Preisen zu erwerben.

Eine Anlage in Silber ist eine stabile Sachwertinvestition. Allerdings fallen für die Investition in Silber in Form von Barren 19 % Mehrwertsteuer an. Im Gegensatz zu Gold ist die Anlage in Silber nicht generell mehrwertsteuerfrei. Für Privatanleger ist es daher lohnenswerter, sich auf Silbermünzen oder Münzbarren zu konzentrieren, die als Anlagemünzen in Silber gewertet und damit lediglich mit 7% Mehrwertsteuer versteuert werden müssen. Zwar sind die Herstellungs- bzw. Prägekosten für Silbermünzen und Münzbarren höher als für normale Silberbarren, dies wird jedoch mit dem verringerten Satz für Anlagemünzen in Silber zu 7% MwSt. entsprechend kompensiert.

Regelung im Umsatzsteuergesetz:

Im Gegensatz zu physischem Anlagegold, das gemäß § 25c Abs. 2 UStG umsatzsteuerfrei ist, können Sie Silber nicht mehrwertsteuerfrei kaufen. Dies gilt auch für alle anderen Edelmetalle. Ausnahmen von der regulären Versteuerung von Silber mit 19% Mehrwertsteuer gelten nur dann, wenn es sich um Bullionmünzen in Form von Silbermünzen handelt. Dies gilt auch für Münzbarren, daher lohnt es sich eher, in diese beiden Varianten von Silber zu investieren und zumindest nur 7% MwSt. zahlen zu müssen. Welche Silbermünzen als Investitionen in Silber mit der ermäßigten Mehrwertsteuer von 7 % zu versteuern sind, wird jährlich in einem Schreiben des BFM veröffentlicht.

Keine Mehrwertsteuer-Vergünstigung mehr ab 2014 für Silbermünzen und Münzbarren

Silbermünzen und Silber-Münzbarren werden in Deutschland aktuell mit dem vergünstigten Mehrwertsteuersatz von 7% versteuert. Für Silberbarren hingegen wird der volle Mehrwertsteuersatz von 19% fällig. Dieses Steuerprivileg auf Silberbarren und Silber-Münzbarren soll nun ab Januar 2014 abgeschafft werden, so dass beim Kauf von Silbermünzen keine Steuervorteile mehr erzielt werden können.

Die Silber-Mehrwertsteuer im europäischen Vergleich

Der vergünstigte Mehrwertsteuersatz beim Kauf von Silbermünzen und Silber-Münzbarren ist einmalig in Europa. In Österreich beispielsweise fallen 20 % Mehrwertsteuer an, Anleger in Finnland müssen sogar 22% entrichten. Da die Steuergesetzgebung europaweit harmonisiert werden soll, hat die EU-Kommission Deutschland für diesen Alleingang bereits gerügt und ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet. In Deutschland haben Bundestag und Bundesrat im Juni 2013 die Mehrwertsteuererhöhung von Silbermünzen und Münzbarren von 7% auf 19% ab dem 1. Januar 2014 aufgrund des Gesetzes zur Umsetzung der Amtshilferichtlinie sowie zur Änderung steuerlicher Vorschriften beschlossen.

Die Folgen der Steueranpassung für Silber-Anlagen

Durch die Anpassung der Mehrwertsteuer auf dann 19% werden die Preise für Silbermünzen wie dem Wiener Philharmoniker oder den Maple Leaf Münzen steigen, und zwar um den Differenzbetrag in Höhe von zwölf Prozent.

Auch Münzbarren sowie die Tafelmünzbarren der Cook Islands, so genannte Combicoins, werden dann wohl zu höheren Preisen verkauft, denn auch bei diesen Münzbarren, die von vielen Anlegern als günstige Alternative zu klassischen Silberbarren erworben wurden, fällt ab 2014 der höhere Mehrwertsteuersatz an. Beim Kauf dieser Münzbarren müssen Anleger also auch in diesem Fall tiefer in die Tasche greifen, wodurch die Rendite der Silberanlage insgesamt beeinträchtigt wird. Aufgrund der höheren Prägekosten ist davon auszugehen, dass dies das Ende der Münzbarren ist und Anleger sich wieder verstärkt auf die in der Herstellung günstigeren Silberbarren und Silber-Tafelbarren konzentrieren.

Silbermünzen hingegen werden sicherlich weiterhin gefragt bleibt, der Trend wird sicherlich aber zu größeren Gewichtseinheiten, wie die 1-kg-Silbermünze oder Barren gehen, da die Prägekosten geringer ausfallen je größer der Barren oder die Münze ist.

Was Silber-Anleger noch im Jahr 2013 tun sollten

Anleger, die einen Teil ihres Geldes in Sachwerte und insbesondere in Silbermünzen und Münzbarren investieren wollen, sollten sich überlegen, ob sie noch in diesem Jahr handeln möchten. Besonders Silbermünzen mit einem nur geringen Aufschlag auf den Silbernennwert sind in diesem Zusammenhang lohnende Investments. Zu beachten ist, dass die bestellten Münzen und Münzbarren bis zum 31. Dezember ausgeliefert sein müssen. Eine frühzeitige Bestellung ist daher sinnvoll, denn es ist zu erwarten, dass sich viele Anleger noch 2013 entscheiden, Silbermünzen oder Münzbarren zu erwerben.

Für Anleger, die vor 2014 in Silbermünzen und Münzbarren investiert haben, könnte sich die Erhöhung der Mehrwertsteuer außerdem durch höhere Ankaufspreise beim späteren Verkauf der eigenen Bestände lohnen.

Nähere Details mit den Für und Wider sowie weitere Details können Sie dem nachfolgend aufgeführten "Ratgeber Mehrwertsteuererhöhung bei Silbermünzen dank Differenzbesteuerung vermeidbar" entnehmen.

Für welche Silber-Anlagen Sie sich 2013 noch entscheiden sollten

Besonders die links an der Seite empfohlenen Silber-Produkte, die aktuell nur mit 7% Mehrwertsteuer verkauft werden, empfehlen sich aufgrund ihrer geringen Prägekosten.

Übersicht: Silberbarren

Übersicht: Silbermünzen

Übersicht: Münzbarren

Silbermünzen Ankauf

Silberbarren Ankauf

Aktueller Silberpreis

Eilige Silberkäufe nicht zwingend notwendig - Differenzbesteuerung hebelt mehrwertsteuerbedingte Preiserhöhung für Silbermünzen aus

Ratgeber: Silbermünzen ohne Mehrwertsteuererhöhung dank Differenzbesteuerung kaufen

Es gibt eine Möglichkeit Silbermünzen auch im nächsten Jahr dank Differenzbesteuerung zu nahezu unveränderten Preisen anzubieten – bisher wird das Thema mit Blick auf einen „Silber-Jahresschlussverkauf“ und Unwissenheit von Edelmetallhändlern weitestgehend verschwiegen.

Kurz zusammengefasst funktioniert dies so: Laut UstG wird der Import aus Nicht-EU-Ländern von Kunstgegenständen, zu denen auch Silbermünzen gehören, weiterhin mit dem ermäßigten Einfuhrumsatzsteuersatz von 7% verzollt. Der Importeur (=Edelmetallhändler) kann von der Differenzbesteuerung nach §25a UStG. Gebrauch machen. Er muss dann nur die Differenz zwischen seinem Einkaufs- und Verkaufspreis mit 19% MwSt. besteuern. Da die Handelsmargen bei Edelmetallen bei unter 1% liegt, verteuert sich die Silbermünze so nur um weniger als 0,2%.

Silber-Investoren können Silbermünzen so auch im nächsten Jahr ohne 11,2%-ige Preiserhöhung erwerben.

Details dazu finden Sie in unserem Ratgeber für Edelmetallhändler und Silber-Investoren, den Sie kostenlos herunterladen können:

Ratgeber: Mehrwertsteuererhöhung bei Silbermünzen dank Differenzbesteuerung vermeidbar