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Ratgeber: Tresor für Edelmetalle, wie Gold und Silber, kaufen

Gold und Silber im heimischen Tresor aufbewahren: Das sollten Sie vor dem Kauf eines Wertschutzschranks wissen

In unserem großen Ratgeber möchten wir detailliert darauf eingehen, welche Vor- und Nachteile die Lagerung im heimischen Tresor hat, worauf Sie bei der Auswahl des Tresors achten sollten und was Sie zum Thema Sicherheit wissen sollten. Zudem geben wir Ihnen zahlreiche interessante Tipps, wie Sie die Aufbewahrung im heimischen Wertschutzschrank optimal gestalten können.

Inhaltsverzeichnis 

 

Schwachstellen im Tresor: Ex-Profi-Einbrecher knackt Tresore


Der Tresor für zu Hause als sinnvolle Lagermöglichkeit für Gold und Silber?

Bei der physischen Anlage in Edelmetalle geht es im Hinblick auf die Aufbewahrung mehrere Alternativen. Sie haben unter anderem die Möglichkeit, Goldbarren, Goldmünzen, Silberbarren oder Silbermünzen im Banksafe aufbewahren zu lassen. Eine weitere Alternative besteht darin, die Edelmetalle im heimischen Tresor zu lagern. Hierzu möchten wir Sie bestmöglich vorbereiten damit Sie entscheiden können, ob ein Tresor eine Alternative zu einem Bankschließfach, dem Verstecken zu Hause oder der bankenunabhängigen Lagerung ist. Die verschiedenen Verwahrmöglichkeiten vergleichen wir im Ratgeber zur Lagerung von Gold und Silber.

Welche Lagermöglichkeiten gibt es für Edelmetallbestände?

Falls Sie vielleicht zum ersten Mal in physische Edelmetalle investieren, also beispielsweise Goldbarren oder Silbermünzen erwerben, beschäftigen Sie sich vermutlich ebenso erstmals mit der möglichen Lagerung. Grundsätzlich gibt es für physische Edelmetalle drei unterschiedliche versicherbare Verwahrmöglichkeiten, nämlich:

  • Banksafe
  • Lagerung über einen Anbieter (Edelmetallhändler)
  • Zuhause im heimischen Tresor / Wertschutzschrank

Das Bankschließfach ist nicht unbedingt sicherer als der heimische Tresor für Ihre Edelmetalle

Die Lagerung im Bankschließfach ist eine relativ sichere, aber nicht die sicherste Verwahrung Ihrer Edelmetallbestände handelt. In der Vergangenheit kam es bereits häufiger zu Einbrüchen in Banken, verbunden mit dem Aufbruch der Schließfächer. Dann haben Kunden sogar oftmals das Problem, dass der Inhalt nicht einmal versichert ist. Häufig unterschreibt der Kunden nämlich nur einen Mietvertrag für den Banksafe, jedoch keine zusätzliche Versicherung bei Verlust oder Diebstahl des Fachinhaltes. Der Nachteil eines Bankschließfaches ist, dass die Verwahrung mit Kosten verbunden ist. Diese liegen - je nach Größe des Schließfaches - bei durchschnittlich zwischen 100 bis 300 Euro im Jahr.

Eine weitere Möglichkeit der Verwahrung ist es, dass sich der Edelmetallhändler, bei dem Sie die Barren oder Münzen erworben haben, um die sichere Lagerung kümmert. Dies gilt insbesondere für große Edelmetallhändler, wir wir, die häufig für die Lagerung der Bestände in externen Hochsicherheitstresoren sorgen. In dem Fall müssen Sie dem Anbieter allerdings vertrauen, dass Ihre persönlichen Bestände jederzeit identifizierbar sind und tatsächlich eine sichere Lagerung erfolgt. Bei seriösen Anbietern haben Sie den enormen Vorteil – gegenüber dem Bankschließfach und erst recht gegenüber dem heimischen Tresor – dass es sich um die sicherste Form der Lagerung handelt. Zum einen findet die Verwahrung der Bestände in Hochsicherheitsbereichen statt. Eine deutlich höhere Sicherheitsstufe als bei Banken. Zum anderen findet die Versicherung in der Regel immer zum aktuellen Gegenwert der Bestände statt – es besteht somit nicht das Risiko, dass es zu einer Unterversicherung, weil Sie versäumt haben die Versicherungssumme analog des Wertzuwachses der Edelmetalle zu erhöhen.

Die dritte Option der Verwahrung von Edelmetallen wird - wie die Verwahrung im Banksafe - ebenfalls sehr häufig genutzt: die Lagerung der Münzen und Barren im Wertschutzschrank. Viele Edelmetallbesitzer fühlen sich nur dann sicher, wenn sie im eigenen Tresor jederzeit Zugriff auf Goldmünzen, Goldbarren, Silberbarren oder Silbermünzen haben. Zahlreiche Eigentümer physischer Edelmetalle lassen sich vom Plan der Selbstverwahrung nicht abbringen, obwohl die Lagerung im heimischen Tresor tendenziell natürlich etwas unsicherer als die Verwahrung im Banksafe ist. Dennoch kann auch die Sicherheit im eigenen Zuhause deutlich erhöht werden, wenn Sie - zum Beispiel bei der Wahl des Tresors - auf einige Punkte achten.

heimtresor

Unserer folgenden Tabelle können Sie im Vergleich der Verwahrungsalternativen die wesentlichen Eigenschaften der unterschiedlichen Lagerungsarten in der Übersicht entnehmen:

Lagerungsart Sicherheit Kosten Zugriff Anonymität
Banksafe hoch laufende Jahresmiete Öffnungszeiten Inhalt unbekannt
Edelmetallhändler je nach Anbieter kostenfrei bis geringe Gebühr nach Abruf nein
Tresor Zuhause niedrig bis mittel Anschaffungskosten jederzeit ja

Hauptgefahren beim Tresor Zuhause: Einbruch und Diebstahl

Der heimische Tresor gilt im Vergleich zum Banksafe deshalb als weniger sicher, weil die Gefahr deutlich höher ist, dass Einbrecher Ihr Zuhause aufsuchen als wenn eine Bank mitsamt aller Schließfächer ausgeräumt wird. Hinzu kommt, dass insbesondere professionelle Einbrecher heutzutage nahezu jeden Tresor relativ problemlos aufbrechen und den Inhalt entwenden können. Daher geht es bei der Wahl des richtigen Tresors vor allem darum, dass dieser größtmöglichen Widerstand beim Aufbruchsversuch leistet. Darauf sollten Sie bei der Wahl unbedingt achten, insbesondere dann, wenn Sie im heimischen Tresor relativ hohe Gegenwerte lagern möchten, wie zum Beispiel Goldmünzen oder Goldbarren.

Für den Schadensfall: Inventarliste anfertigen

Damit Sie im Schadensfall, also bei Einbruch / Aufbruch des Tresors oder Diebstahl keine Probleme mit der Versicherung bekommen, ist es empfehlenswert, eine Inventarliste anzufertigen. Diese beinhaltet eine genaue Auflistung der einzelnen Barren, Münzen und Münzbarren. Optional können Sie diese Liste noch durch Fotos der Bestände ergänzen. Zudem sollten Sie die Kaufbelege / Abrechnungen gut aufbewahren. Am besten verwahren Sie Inventarliste nebst Nachweisen und eventuellen Fotos in einem versiegelten Umschlag entweder im Bankschließfach, in Ihrem Büro Zuhause oder bei einer vertrauenswürdigen Person. Die Zahlenkombination können Sie ebenfalls in dieser versiegelten Mappe aufbewahren. Falls Ihnen etwas zustoßen sollte ist dadurch gewährleistet, dass auch ein anderes Familienmitglied den Tresor öffnen kann.

Bei der Auswahl des Tresors beachten: Widerstandsgrad und Eigenschaften

Zunächst möchten wir uns damit beschäftigen, worauf Sie bei der Wahl des Tresors achten sollten. Hier geht es natürlich um die bereits angesprochene, möglichst hohe Widerstandskraft. Hilfreich ist, dass die am Markt angebotenen Wertschutzschränke hinsichtlich ihrer Sicherheit nach Widerstandsklassen auf Grundlage der EU-Norm EN 1143-1 eingeteilt werden. Auf dieser Grundlage lassen sich die folgenden Widerstandsgrade unterscheiden:

  • I: 1x (relative Widerstandsfähigkeit)
  • II: 5x
  • III: 11x
  • IV: 19x
  • V: 31x


Was bedeutet nun die relative Widerstandsfähigkeit? Nehmen wir als Beispiel einen Tresor, der über den Widerstandsgrad IV verfügt. In diesem Fall liegt die relative Widerstandsfähigkeit bei „19x“. Im Verhältnis zu einem Tresor der Widerstandsklasse I heißt das, dass ein anderer Tresor mit dem Widerstandsgrad IV tatsächlich 19 mal so widerstandsfähig ist.

Welche Eigenschaften sollte ein Sicherheitstresor aufweisen?

Ein Hauptkriterium für die Auswahl des Tresors, in dem Sie Ihre Edelmetalle aufbewahren können, ist also zunächst die Widerstandsklasse. Darüber hinaus sollte der Safe für Zuhause weitere Eigenschaften besitzen. Diese dienen vor allem dazu, es Einbrechern so schwer wie möglich zu machen und auch vor anderen Gefahren zu schützen, wie zum Beispiel Feuer oder blockierende Riegel, sodass Sie Ihren eigenen Tresor eventuell nicht mehr öffnen können. Zu den wichtigsten Merkmalen eines guten und empfehlenswerten Tresors zählen:

  • Zertifizierung des Tresors nach Euronorm EN 1143-1
  • Dicke der Panzerung von mindestens sieben Zentimeter
  • Scharniere sollten innen liegenden sein
  • Tresor hat mindestens den Widerstandsgrad III
  • Notverriegelung innen, sodass bei einem gewaltsamen Aufbruchsversuch die Riegel blockieren
  • Tresor sollte an mindestens einer Seite verankert werden können
  • Doppelter Schließ- bzw. Öffnungsmechanismus (Schlüssel + Zifferneingabe bzw. Stellrad)


Wenn Sie auf diese Merkmale achten, sind Sie Ihrem Ziel der äußerst sicheren Verwahrung Ihrer Edelmetallbestände im heimischen Tresor bereits ein gutes Stück näher gekommen.

Wie groß sollte der Wertschutzschrank sein?

Die Frage nach der Größe des Wertschutzschranks lässt sich pauschal nicht beantworten, da es auf den individuellen Bedarf ankommt. Der Tresor sollte natürlich mindestens so groß sein, dass Sie alle geplanten Edelmetalle wie Barren und Münzen dort unterbringen können. Falls Sie zukünftig weitere Anschaffungen planen, sollten Sie dies bei der Auswahl der Tresorgröße selbstverständlich berücksichtigen. Die Größe des Tresors hat allerdings auch etwas mit der Sicherheit zu tun. Einbrecher haben nicht immer vor, den Tresor vor Ort zu knacken. Manchmal ist es für Diebe sinnvoller, den gesamten Tresor mitzunehmen und anschließend in Ruhe einen Aufbruchsversuch zu starten.

Wichtig für die richtige Größe ist zudem, welchen Platz die Edelmetalle einnehmen, die Sie in Ihrem Safe Zuhause lagern möchten. Bei Gold, Platin und Palladium gibt es meistens aufgrund der hohen Gegenwerte in der Regel kein Platzproblem, sodass oft schon kleinere Tresore ausreichen. Immerhin hat zum Beispiel ein 1-Kilogramm Goldbarren eine Abmessung von lediglich rund 12 x 5 x 1 Zentimeter, aber dennoch einen Gegenwert von etwa 50.000 Euro. Bei zehn solcher Barren aufeinander und teilweise nebeneinander gestapelt müsste Ihr Tresor demnach lediglich Maße von zum Beispiel 25 x 10 x 10 Zentimeter haben, um darin einen Gegenwert von fast einer halben Millionen Euro lagern zu können.

Anders stellt sich die Situation hingegen beim Silber dar, denn der Wert eines 1-Kilo Silberbarren entspricht nur etwa einem Achtzigstel eines Goldbarrens. Daher möchten wir Ihnen mit der folgenden Tabelle einmal einen Anhaltspunkt geben, wie groß Ihr Tresor in etwa bei verschiedenen Gegenwerten und Anzahl von Barren Silber sein müsste. Ein 1-Kilo-Silberbarren von Degussa hat zum Beispiel die Maße Maße 120,5 x 55,5 x 16,5 mm. Ein solcher Barren hat Ende 2020 einen Gegenwert von rund 630 Euro.

Gegenwert der Silberbarren Anzahl 1-Kilo-Barren Silber Mindestmaße Tresor (Tresorgröße)
5.000 Euro 8 13 x 10 x 8 cm
20.000 Euro 32 26 x 10 x 16 cm
50.000 Euro 80 30 x 20 x 20 cm
100.000 Euro 160 50 x 30 x 30 cm
200.000 Euro 320 80 x 50 x 30 cm
500.000 Euro 800 150 x 80 x 40 cm

 

Bezüglich der Sicherheit gilt hinsichtlich der Größe von Tresoren, dass natürlich ein großer Safe deutlich schwerer oder zum Teil gar nicht transportabel ist, als wenn es sich um einen kleineren Tresor handelt. Wenn Sie also sichergehen möchten, dass Ihr Heimsafe nicht leicht von Einbrechern abtransportiert werden kann, sollten Sie sich für einen recht großen Wertschutzschrank mit Mindestmaßen von beispielsweise ein Meter Höhe und 80 Zentimeter Breite entscheiden. Eine andere Möglichkeit, falls Sie doch einen kleineren Tresor bevorzugen, besteht darin, den Safe fest im Mauerwerk oder an einer sonstigen Stelle im Haus verankern. Darauf gehen wir im Folgenden noch etwas näher ein.

tresor

Unterbringung des Wertschutzschranks: Wo ist der beste Standort?

Neben einer möglichst hohen Sicherheit eines Wertschutzschranks für die Aufbewahrung Ihrer Edelmetalle ist auch die Wahl des optimalen Standortes in Ihrem Haus von nicht unerheblicher Bedeutung. Entgegen der weit verbreiteten Meinung raten die meisten Fachleute allerdings dazu, den Tresor nicht besonders gut zu verstecken. Zwar sollte er einerseits nicht sofort offensichtlich für jeden Besucher zu erkennen sein. Auf der anderen Seite sollten Sie Ihren Tresor auch nicht nahezu unauffindbar im Haus verstecken.

Der Grund ist, dass Einbrecher möglichst schnell erkennen sollten, dass sie bei Ihrem Tresor vermutlich auf einen kaum überwindbaren Widerstand treffen werden. Der Standort sollte demnach eine gute Mischung aus nicht sofort erkennbar und dennoch für Profis relativ schnell auffindbar sein. Beim Standort geht es zudem darum, in welchem Raum oder Gebäudeteil Sie den Tresor unterbringen sollten. In erster Linie sind es die folgenden Räume, die von Experten für die Tresore empfohlen werden:

  • Keller
  • Büroraum
  • Schlafzimmer


Der Keller ist insbesondere für größere Tresore geeignet, denn diese können in der Regel - schon allein aufgrund ihres Gewichts - schlecht in anderen Räumen in der ersten oder zweiten Etage untergebracht werden. Ebenfalls gut geeignet sind Büroräume, und zwar für mittelgroße Tresor. Das Schlafzimmer eignet sich vor allem deshalb für kleinere Tresor, weil Einbrecher in der Nacht mit dem Eintritt in Ihr Schlafzimmer eine zusätzliche „Hürde“ überwinden müssen, während sie sich in den anderen Räumen vielleicht vollkommen unbemerkt zu schaffen machen können.

Wertschutzschrank-Aufstellort im Hinblick auf Gewicht und Statik

Lassen Sie uns an dieser Stelle noch etwas näher auf den geeigneten Aufstellort Ihres Tresors im Hinblick auf Gewicht des Tresors und Statik des Hauses/Zimmers eingehen. Häufig müssen Tresore im Keller gelagert werden, weil aufgrund der Statik nur dort das Gewicht des Tresors getragen werden kann. Sie können also einen Safe ab einem bestimmten Gewicht nicht ohne Weiteres in Paterre oder einer oberen Etage unterbringen. Das Gewicht der Edelmetalle im Tresor muss natürlich auch berücksichtigt werden bei der Statik-Berechnung.

Falls Sie diesen Standort doch in Erwägung ziehen, sollten Sie unbedingt zuvor einen Statiker beauftragen. Dieser wird klären, ob die Traglast im gewünschte Raum als Standort für den Tresor gegeben ist. Oft besteht eine mögliche Lösung darin, dass eine Druckverteilerplatte unter dem Tresor angebracht wird. Ferner sollten bedenken, dass der Tresor in das entsprechende Zimmer transportiert werden muss und es auf dem Weg dorthin eventuell zu Beschädigungen kommen könnte, beispielsweise Ihrer Treppenstufen.

Ist die Verankerung des Tresors empfehlenswert?

Die Verankerung des Tresors in Ihrem Heim ist nahezu immer empfehlenswert. Für gewöhnlich können Einbrecher sogar teilweise Tresore mit einem Gewicht von über einer Tonne – mit entsprechenden Hilfsmitteln - aus dem Haus schaffen. Daher ist es stets sinnvoll, den Tresor mit entsprechenden Befestigungen zu versehen. Dabei ist es wichtig, dass mindestens eine Wand des Tresors verankert wird.

Verschluss-Technik: Zahlenkombination oder Tresorschlüssel?

Eine nicht ganz unwichtige Frage für viele Besitzer eines Tresors bzw. zukünftige Eigentümer ist, ob der Safe lieber mit einer Zahlenkombination oder einem Schlüssel geöffnet werden sollte. Die empfehlenswerte Verschlusstechnik sind digitale Schlösser, die durch die Eingabe einer Ziffern-Kombination geöffnet werden. Die digitalen Verschlüsse sind heutzutage sehr zuverlässig. Sie müssen lediglich darauf achten, dass Sie rechtzeitig die Batterien wechseln, wofür es allerdings eine entsprechende Anzeige gibt.

In dem Zusammenhang haben digitale Schlösser vor allem im Hinblick auf eine möglichst geringe Gesundheitsgefährdung der Bewohner im Rahmen eines möglichen Einbruchs bzw. Überfalls einen großen Vorteil: Sie können so konfiguriert werden, dass zum Beispiel immer zwei Personen anwesend sein müssen, um die richtige Zahlenkombination einzugeben. Darüber hinaus besteht meistens die Option, eine Zeitverzögerung bei der Öffnung festzulegen. Dies macht es für Einbrecher deutlich unattraktiver, denn die meisten Diebe möchten sich nicht 20, 30 oder noch mehr Minuten in der entsprechenden Wohnung aufhalten.

Ein Tipp lautet in dem Zusammenhang, dass nicht nur eine Person die Kombination kennt, sondern mehrere Familienmitglieder. Der Grund besteht darin, dass der sonst alleinige Inhaber der Kombination vielleicht während des Einbruchs nicht zugegen ist und deshalb Familienmitglieder bedroht werden, die aber gar keine Kenntnis von der Kombination haben. Diese Bedrohungssituation kann man definitiv dadurch verringern, dass auch ausgewählte Familienmitglieder, beispielsweise der Ehepartner, die richtige Ziffernkombination für das digitale Schloss kennen.

Tipp: Falls Sie sich für den alleinigen oder teilweisen Öffnungsmechanismus Schlüssel entscheiden, gibt es für den Erstschlüssel zwei Aufbewahrungsmöglichkeiten, nämlich im Haus oder extern bzw. an Ihrem Schlüsselbund. Den Zweitschlüssel allerdings sollten Sie auf jeden Fall extern lagern, zum Beispiel bei vertrauten Personen wie Eltern.

Sicherheitsstufe der Tresore als Kriterium


In einem vorherigen Abschnitt haben wir bereits erläutert, dass die Sicherheit von Tresoren unter anderem an der Widerstandsfähigkeit bzw. den sogenannten Widerstandsklassen gemessen wird. Darüber hinaus gibt es auch eine Unterteilung in Sicherheitsstufen, die vor allem im Hinblick auf den im Tresor befindlichen Wert von Bedeutung sind. Auf dieser Grundlage werden die am Markt erhältlichen Tresore hinsichtlich der VdS Schadenverhütung GmbH für den privaten Bereich in die folgenden Kategorien unterteilt:

vds-icon

 

VdS-Norm Richtwert Versicherungssumme
S1 (EN 14450) bis ca. 5.000 Euro
S2 (EN 14450) bis ca. 20.000 Euro
Klasse 0/N bis ca. 40.000 Euro
Klasse I bis ca. 60.000 Euro
Klasse II bis ca. 100.000 Euro
Klasse III bis ca. 200.000 Euro
Klasse IV bis ca. 400.000 Euro
Klasse V individuell


Für den gewerblichen Bereich sind die Versicherungssummen etwas anders gestaffelt, nämlich wie folgt: 

VdS-Norm Richtwert Versicherungssumme
Sicherheitsstufe 0 nach EN 1143-1 10.000 Euro
Sicherheitsstufe 1 20.000 Euro
Sicherheitsstufe 2 40.000 Euro
Sicherheitsstufe 3 100.000 Euro
Sicherheitsstufe 4 150.000 Euro
Sicherheitsstufe 4KB 250.000 Euro
Sicherheitsstufe 5 250.000 Euro
Sicherheitsstufe 5KB 375.000 Euro
Sicherheitsstufe 6 375.000 Euro
Sicherheitsstufe 6KB 500.000 Euro


Info: Die zuvor aufgelisteten Versicherungssummen erhöhen sich zum Beispiel durch das Vorhandensein einer Alarmanlage oder Körperschallmelder am Tresor zum Teil deutlich, da sich dadurch die Einbruchsgefahr reduziert. In der Regel verdoppeln sich die Versicherungssummen sogar, wenn eine Einbruchmeldeanlage installiert ist. Siehe dazu auch unseren Ratgeber zum Einbruchschutz

Wie sollte ich den Inhalt meines Tresors versichern?

Viele Tresore erfüllen heutzutage zwar durchaus hohe Sicherheitsstandards. Dennoch gelingt es findigen und professionellen Einbrechern immer wieder, selbst die angeblich widerstandsfähigsten Tresore zu öffnen. Daher ist es unbedingt anzuraten, dass Sie sich nicht allein auf die „Widerstandskraft“ Ihres Tresors verlassen, sondern den Inhalt versichern. Wie hoch die Versicherungssumme sein sollte, hängt selbstverständlich davon ab, welchen Gegenwert der Inhalt Ihres Safes hat. Denken Sie beim Abschluss des Versicherungsvertrages daran, dass Sie eventuell später noch zusätzliche Edelmetalle einlagern.

Zudem werden die Bestände voraussichtlich über die Jahre hinweg an Wert gewinnen, durch Preissteigerungen bei Gold, Silber, Platin und Palladium. Dann reicht Ihre Versicherungssumme vielleicht nicht mehr aus, auch wenn Sie die Bestände nicht erhöht haben. Daher empfehlen wir, dass Sie in regelmäßigen Abständen – zum Beispiel alle 3 Monate – auf Basis der aktuellen Edelmetalle den Gegenwert Ihrer Bestände ermitteln und prüfen, ob die Versicherungssumme noch ausreicht.

Im Rahmen der regulären Hausratversicherung sind zwar auch Wertgegenstände, die in einem Tresor im Haus aufbewahrt werden, versichert. Allerdings ist die Grenze meistens relativ gering und beläuft sich im Normalfall auf maximal 20 Prozent der gesamten Versicherungssumme. Das bedeutet: Haben Sie Ihre Hausratversicherung mit einer Versicherungssumme in Höhe von 80.000 Euro abgeschlossen, sind die Münzen oder Barren im Tresor für gewöhnlich mit höchstens 16.000 Euro versichert.

Falls dieser Betrag nicht ausreichen sollte, ist es ratsam, entweder mit der Hausratversicherung zu sprechen und eine zusätzliche und höhere Versicherung für Edelmetalle im Wertschutzschrank abzuschließen. Alternativ können Sie sich auch für spezielle Diebstahlversicherungen entscheiden, bei denen explizit ein Schutz gegen für Wertgegenstände wie Edelmetalle besteht, die im Tresor sicher verschlossen sind. Diesbezüglich wird der Versicherer allerdings darauf achten, dass die entsprechende Sicherheitsstufe des Tresors in einem akzeptablen Verhältnis mit der Versicherungssumme und den somit im Tresor befindlichen Wertgegenständen steht.

Tresor anschaffen: Wie sieht es mit dem Transport aus?

Falls Sie sich für einen neuen Tresor entscheiden, um dort zukünftig Ihre Edelmetalle in Form von Barren oder Münzen aufzubewahren, stellt sich unter anderem die Frage des Transports. Kleinere und mittelgroße Tresore bis zu einem Gewicht von 100 oder 150 Kilogramm können Sie in der Regel mit einer oder zwei weiteren Personen selbst transportieren. Ab einem bestimmten Gericht wird es allerdings schwierig bis unmöglich, sodass in dem Fall ein Unternehmen damit beauftragt werden muss, den Tresor ins Haus zu tragen.

Wichtig ist, dass es sich dabei unbedingt um einen seriösen Transporteur handelt. Immerhin ist es sehr naheliegend, dass Sie in dem neuen Tresor Wertgegenstände aufbewahren werden. Daher ist es absolut nicht empfehlenswert, beispielsweise über bekannte Portale im Internet Einzelpersonen zu beauftragen. Diese könnten ihr Wissen um den neuen Tresor ausnutzen oder an andere Personen weitergeben, die sicherlich nichts Gutes im Schilde führen. Auch das Beauftragen einer Möbel-Transportfirma ist nicht empfehlenswert. Stattdessen ist es die optimale Lösung, wenn Sie einen Tresor-Verkäufer wählen, der sich gleichzeitig auch um den fachgerechten Transport kümmert.

Hier kommt es auf die richtige Wahl an! Zwar bieten manche Online-Shops für Tresore einen kostenlosen Transport an. Dieser endet jedoch meistens an der Bordsteinkante. Daher sollten Sie - gegen Aufpreis - besser einen Anbieter wählen, der den Tresor auch tatsächlich bis zum gewünschten Aufstellort liefert. Zudem ist es meistens gegen einen weiteren kleinen Aufpreis möglich, die Montage (Verankerung) durchführen zu lassen. Ein professioneller Transporteur wird in dem Zusammenhang vor der Lieferung eine „Besichtigung“ des Anlieferweges durchführen um zu wissen, wo es auf dem Weg eventuelle Hindernisse gibt und ob die Maße für den Transportweg ausreichen (Türen etc.).

Denken Sie bei der Anlieferung bitte grundsätzlich daran, dass diese immer ein gewisses Sicherheitsrisiko darstellt. Die Lieferung eines (größeren) Tresors wird in der nahen Umgebung stets auf Aufmerksamkeit stoßen. Nachbar und eventuell „Unbeteiligte“ wissen dann, dass Sie einen Tresor im Haus haben.

Auf die Qualität der Tresore achten

Ein guter Tresor zeichnet sich nicht nur durch einen möglichst hohen Sicherheitsstandard aus, der bekanntlich auf Grundlage der Widerstandsfähigkeit in verschiedene Klassen eingeteilt wird. Ein Problem ist, dass zahlreiche Safes heutzutage im Ausland produziert werden, sodass die Qualität teilweise mangelhaft ist. Dies bezieht sich nicht unbedingt auf die Sicherheit, denn diese wird trotz Herstellung im Ausland oft von der VdS Schadensverhütung GmbH geprüft und bestätigt. Vielmehr geht es um das Material und den Verschleiß des Tresors, der bei mangelhafter Anfertigung enorm sein kann. Typische Mängel sind zum Beispiel:

  • Ausgeschlagene Scharniere nach kurzer Zeit
  • Schlechtes Material
  • Schnell klemmende Tresortüren


Hinsichtlich der Qualität sollten Sie beim Tresor daher insbesondere auf das Material und die Verarbeitung der Scharniere achten. Empfehlenswert sind vor allem Scharniere aus gehärtetem Stahl, die sich am Markt allerdings heute nur noch selten finden. Aus dem Grund gibt es nicht wenige Experten, die dazu raten, keinen der aktuellen Tresore am Markt zu erwerben. Stattdessen kann es sinnvoller sein, sich für Safes zu entscheiden, die am Anfang des Jahrtausends produziert wurden. Der Grund ist, dass die allgemeine Qualität zur Jahrtausendwende im Durchschnitt (deutlich) besser als heutzutage war.

Aber nicht nur im Hinblick auf die Verarbeitung und das Material raten Fachleute nahezu durch die Bank weg dazu, sich eher für etwas ältere Tresore zu entscheiden. Ein weiterer Grund ist, dass moderne Tresore deshalb einfacher als ältere Modelle zu „knacken“ sind, weil heutzutage eine geringere Wandstärke der Tür existiert. Hinzu kommt, dass die meisten „Tresorknacker“ nach wie vor sehr rabiat vorgehen und den Safe möglichst brachial öffnen wollen. Somit sind manche moderne Sicherungsmechanismen relativ überflüssig, denn nur wenige Einbrecher werden versuchen, die Zahlenkombination herauszufinden. Stattdessen ist es deutlich häufiger der Fall, dass - zum Beispiel mit einer Flex - der Tresor mit mechanischen Mitteln versucht wird zu öffnen.

Tipp: Eine Möglichkeit bei den Tresoren Kosten zu sparen besteht darin, den Händler/Verkäufer von Tresoren nach gebrauchten Modellen zu fragen. Da Tresoren nahezu „unkaputtbar“ sind, gebrauchte Safes jedoch (deutlich) günstiger als neue Modelle sind, haben Sie oft bei gleicher Qualität einen Kostenvorteil.

Was kostet ein qualitativ guter Tresor?

Insbesondere unter der Voraussetzung, dass Sie den heimischen Tresor auch aus Kostengründen wählen, um keinen Banksafe anmieten zu müssen, spielt es eine Rolle, mit welchen Kaufpreisen Sie für den „safe at home“ rechnen müssen. Hier wiederum kommt es auf die bereits angesprochenen Merkmale an, also Größe, Qualität und Sicherheitsgrad. Wer allerdings einen einigermaßen guten, sicheren und qualitativ vernünftigen Tresor haben möchte, der muss nach Ansicht der Experten bereits für kleinere bis mittlere Modelle mindestens 1.000 bis 2.000 Euro als Minimum ausgeben.

Zahlreiche Tresore, die zum Beispiel in Baumärkten für 100 oder 200 Euro angeboten werden, dienen in erster Linie dem Brandschutz und weniger einer sicheren Aufbewahrung vor professionellen „Tresorknackern“. Mit steigender Sicherheit und Qualität steigt natürlich auch der Preis, sodass es oft eine individuelle Entscheidung ist, wie hoch Qualität und Sicherheit sein sollen. Dies wiederum sollten Sie unter anderem davon abhängig machen, welchen Gegenwert Sie im Tresor lagern möchten. Es macht diesbezüglich sicherlich einen Unterschied, ob Sie in den Tresor einige Silbermünzen im Gesamtwert von weniger als 1.000 Euro lagern möchten oder es sich um mehrere Goldbarren mit einem Gesamtwert im fünfstelligen Bereich handelt.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick zu durchschnittlichen Kosten, mit denen Sie je nach Sicherheitsklasse in etwa rechnen sollten:

Sicherheitsklasse Durchschnittlicher Preis
EN 1143-1 VDS-Klasse 0 300 bis 500 Euro
EN 1143-1 VDS-Klasse 1 500 bis 800 Euro
EN 1143-1 VDS-Klasse 2 1.000 bis 2.000 Euro
EN 1143-1 VDS-Klasse 3 1.500 bis 3.000 Euro
EN 1143-1 VDS-Klasse 4 2.500 bis 4.000 Euro
EN 1143-1 VDS-Klasse 5 5.000 bis 6.000 Euro

Vor- und Nachteile der Aufbewahrung von Edelmetallen im heimischen Safe

Gegen Ende unseres Beitrages möchten wir noch einmal die Vor- und Nachteile zusammenfassen, die mit der Aufbewahrung von Edelmetallen im heimischen Tresor verbunden sind.

Vorteile

+ Jederzeitiger Zugriff auf Barren bzw. Münzen
+ Anonyme Verwahrung
+ keine laufenden Kosten für den Tresor selbst, aber für die Versicherung (Hausratversicherung)
+ Versicherung der Werte gegen Diebstahl möglich
+ Verwahrung vieler Barren oder Münzen

Nachteile

- höheres Dienststahlrisiko als Banksafe
- viele unzureichend sichere Tresore am Markt
- höhere Anschaffungskosten
- Versicherungssumme Hausrat oft nicht ausreichend

Entscheidungshilfe: Wo bewahre ich meine Edelmetalle auf?

Gegen Ende unseres Beitrages möchten wir Ihnen durch einen Ablaufplan eine Entscheidungshilfe geben, wie Sie den richtigen Ort zur Lagerung Ihrer Edelmetallbestände finden, der am besten zu Ihrer Situationen und den Gegebenheiten passt. Dabei geht es vor allem darum, ob Sie sich gegen oder für einen eigenen Tresor Zuhause entscheiden möchten.

  1. Überlegen Sie, wie viele Edelmetalle in welcher Form und mit welchem Gegenwert sie jetzt und zukünftig verwahren (lassen) möchten
  2. Machen Sie einen Kostenvergleich zwischen der Lagerung Zuhause und extern (Banksafe bzw. Lagerung über den Händler)
  3. Führen Sie eine Risikoabwägung durch (Lagerung Zuhause vs. Bank vs. Händler)
  4. Sprechen Sie mit Familienmitgliedern, ob Verwahrung Zuhause gewünscht ist bzw. in Ordnung wäre
  5. Falls Sie sich für den Tresor Zuhause entscheiden legen Sie den Aufstellungsort fest und klären mit dem Transporteur die Details und Realisierbarkeit


Fazit zum heimischen Tresor: sichere Aufbewahrung von Edelmetallen möglich

Zwar ist der heimische Tresor für die Aufbewahrung Ihrer Münzen und Barren aus Gold und Silber nicht so sicher wie Banksafe und vor allem die externe Lagerung über einen seriösen Händler in einem Hochsicherheitsbereich. Dennoch gibt es sehr gute Modelle, die zumindest eine hohe Widerstandsfähigkeit aufweisen. Sie sollten allerdings nicht an der falschen Stelle sparen, denn gute Tresore kosten mit einer einigermaßen hohen Widerstandsfähigkeit durchaus zwischen 1.000 und 2.000 Euro aufwärts. Darüber hinaus ist es wichtig, dass Sie es möglichen Einbrechern so schwer wie möglich machen, den Tresor entweder mitzunehmen oder mit roher Gewalt aufzubrechen. Wenn Sie jedoch die in unserem Beitrag dargelegten Informationen und Fakten beachten, ist es relativ wahrscheinlich, dass Sie Ihre Goldmünzen, Silberbarren oder sonstige Edelmetalle vergleichsweise gut geschützt aufbewahren können.

Weitere Informationen zur Verwahrung von Edelmetallen

Vergleich verschiedener Lagermöglichkeiten für Gold und Silber
Ratgeber Einbruchschutz
Unser Angebot: Versicherte Verwahrung von Edelmetallen im Hochsicherheitslager