COT-Report für Silber vom 20. Februar:
Der Silberpreis fiel zur Vorwoche zum Stichtag des 17. Februar um 8,7 % auf 73,55 $, während sich die Positionierung der Spekulanten praktisch nicht verändert hat. Das zeigte zum Stichtag eine deutliche Schwäche am Silbermarkt. Der COT-Index blieb ebenfalls unverändert. Damit sehen wir am Silbermarkt die dritte Woche mit physischem Überangebot und anhaltender Schwäche. Das ist ein klares Warnzeichen dafür, dass der Preisanstieg auf über 84 $ auf tönernen Füßen steht. Einen weiterhin möglichen Anstieg in den Bereich um 100 $ sollte man daher nutzen, um nach einem entsprechenden charttechnischen Signal Gewinne mitzunehmen, bzw. abzusichern und gegebenenfalls auch auf der Short-Seite zu profitieren.
Anfang Februar fiel der Silberpreis auf 64 $ und lief damit nahezu an seinen Aufwärtstrend heran, der immer noch intakt ist, womit die Hausse auch noch nicht vorbei ist. Die anschließende Gegenbewegung trug ihn zurück bis 84 $, bevor die Verkäufer erneut Druck aufbauten. Dieses Mal entstand jedoch im Bereich um 72 $ ein höheres Tief. Dort zeigte der Markt klar erkennbare relative Stärke, Käufer kamen zurück, und es bildete sich ein charttechnisches Kaufsignal.
Ich gab meinen Abonnenten bei rund 77$ ein erstes Kaufsignal. Weitere Signale folgten über 78$ am gebrochenen Abwärtstrend sowie über dem Widerstand bei 84 $. Inzwischen stieg der Silberpreis auf 91 $, was im kurzfristigen Trading einen Gewinn von rund 13 $ je Feinunze innerhalb einer Woche ermöglichte.
Der Konflikt mit dem Iran bleibt ein relevanter Risikofaktor. Eine mögliche militärische Aktion der USA könnte zusätzliche Fluchtbewegungen in den sicheren Hafen Gold auslösen und damit auch Silber weiter nach oben ziehen. Solange Silber oberhalb von 84 $ handelt, bleibt das charttechnische Signal Long. Oberhalb davon besteht Spielraum bis zur runden Marke von 100 $.
Gleichzeitig mahnen die Daten zur Disziplin. Die Terminmarktdaten zeigten in den letzten drei Wochen Schwäche, zudem kam es zu Abflüssen aus Silber ETFs. Das spricht für eine spekulativ überdehnte Lage, in der Rücksetzer jederzeit möglich sind. Entsprechend sollten Gewinne sukzessive abgesichert und Teilgewinne realisiert werden, spätestens wenn der Widerstandsbereich um die 100$ erreicht wird.
Am heutigen Morgen gelang ein weiterer Ausbruch über 88 $, was ein zusätzliches charttechnisches Kaufsignal lieferte. Kurzfristige Stop-Loss-Orders sollten aktuell auf 87 $ nachgezogen werden.
In den vergangenen Monaten konnten wir den Silbermarkt sehr erfolgreich handeln. Wir gingen bei 53 $ Long Anfang Dezember und kauften sukzessive zu, wobei es gelang nahe dem Hoch bei 116 $ ein Verkaufssignal geben, was ich mit entsprechenden Publikationen belegte. Am Abwärtstrend deckten wir die Short-Positionen ein und sind seit der vergangenen Woche erneut auf der Long Seite positioniert. Weitere Informationen zu unseren kurzfristigen Handelssignalen finden Sie unter www.blaschzokresearch.de.
Im Langfristchart sehen wir den parabolischen Anstieg der letzten Monate, insbesondere seit dem Ausbruch über das Allzeithoch bei 50$. In der Spitze erreichte der Silberpreis dabei ein Plus von 440%, bevor es insgesamt zu einer scharfen Korrektur von 47% kam. Typischerweise versuchen die Bullen nach einer solchen Manie, den Preis erneut nach oben zu treiben. Das ist ein normales massenpsychologisches Muster, mit dem wir in dieser Phase gerechnet haben. Entscheidend ist nun, wie oft und wie weit die Bullen den Preis noch nach oben drücken können, bevor der nächste starke Einbruch folgt.
Die Schwäche der Terminmarktdaten in den letzten drei Wochen sowie die Abflüsse aus den Silber ETFs sind zusätzliche Warnsignale. Sie sprechen dafür, dass dieser spekulative Anstieg mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht direkt in ein neues Allzeithoch münden wird. Vielmehr ist zu erwarten, dass sich irgendwo zwischen 91 $ und 121 $ ein tieferes Hoch ausbildet, bevor der Preis wieder in Richtung Aufwärtstrend zurückfällt. Der steile kurzfristige Aufwärtstrend ist zwar noch intakt, doch auf Jahressicht ist es durchaus möglich, dass auch dieser bricht und eine weitere, stärkere Korrektur folgt.
Ein ähnliches Muster war 2011 zu beobachten. Nachdem Silber damals sein Hoch bei 50 $ markiert hatte, kam es nach einem ersten Einbruch zunächst zu einer Gegenbewegung und anschließend zu einem weiteren kräftigen Abverkauf. Darauf folgte über mehr als ein Jahr eine hochvolatile Seitwärtsphase. Mit einem vergleichbaren Szenario rechnen wir auch diesmal. Damit entsteht für Trader, sowohl auf der Long- als auch auf der Short-Seite, in den kommenden Monaten ein sehr lukratives Umfeld, um von erratischen Bewegungen zu profitieren. Kurzfristig ist Buy and Hold nicht mehr die beste Strategie, vielmehr sollte man die hohe Volatilität taktisch nutzen, um eine Outperformance zu erzielen.
Die Chartsignale dürften grundsätzlich gut handelbar sein, auch wenn diese oft in der Nacht im asiatischen Handel entstehen, was das Timing erschwert. Übergeordnet sollte man in den nächsten ein bis zwei Wochen nach einem mittelfristigen Hoch Ausschau halten, bevor es zu einer erneuten Korrektur am Silbermarkt kommt. Geopolitische Faktoren, insbesondere ein möglicher Konflikt mit dem Iran, könnten dem Silberpreis kurzfristig nochmals einen zusätzlichen Schub verleihen.
Langfristige Analyse
Im Langfristchart sieht man, wie der Silberpreis bis Mitte letzten Jahres in einer engen Handelsspanne von nur 5 $ verharrte. Erst mit dem Ausbruch über 35 $ zur Jahresmitte begann eine steile Preisrallye, die sich oberhalb des alten Allzeithochs bei 50 $ nochmals exponentiell beschleunigte.
Sollte der Goldpreis stärker korrigieren und sich die Konjunkturaussichten eintrüben, wäre es durchaus denkbar, dass der Silberpreis zurück bis an die Unterstützung, also an das ehemalige Allzeithoch bei rund 50 $, fällt. Mit dem Tief bei 64 $ wurde diese Zone zuletzt bereits fast erreicht. In einem weiteren Abverkauf, begleitet von einer Bereinigung am Terminmarkt, könnte auch die Marke von 50 $ getestet werden. Im ungünstigsten Szenario einer Rezession oder eines stärkeren Einbruchs am Aktienmarkt in einem deflationären Umfeld wären sogar nochmals Kurse in Richtung 35 $ möglich. Auf diesem Niveau läge langfristig ein sehr gutes Chance-Risiko-Verhältnis mit einem klar antizyklischen Kaufsignal. Ob es so weit kommt, wird die Zeit zeigen. Charttechnisch und massenpsychologisch ist ein Test des Ausbruchsniveaus bei 50 $ jedoch realistisch und im Verlauf des Jahres durchaus möglich.
Der Silbermarkt war in den letzten neun Monaten deutlich volatiler als in den Vorjahren, in denen er sich nur begrenzt in einem engen Rahmen bewegte. Mittel bis langfristig rechne ich damit, dass die Volatilität wieder abnimmt und sich der Markt beruhigt. Kurzfristig bleibt Silber jedoch vorerst volatil, wahrscheinlich über das gesamte Jahr hinweg, was erhebliche Chancen sowohl auf der Long Seite als auch auf der Short Seite eröffnet.
Bullisch für Silber wäre, wenn Gold aufgrund exogener Faktoren, etwa eines großen Krieges oder einer sehr lockeren Fiskal oder Geldpolitik, weiter ansteigen könnte. In diesem Fall würde Silber wegen der steigenden Investmentnachfrage mit nach oben gezogen. Das ist aktuell jedoch nicht absehbar und bleibt daher Spekulation, auf die man nicht setzen sollte. Wir bleiben eng am Markt und handeln die kurzfristigen Signale, während wir gleichzeitig das fundamentale Verhältnis von Angebot und Nachfrage im Blick behalten, um bestmögliche Trading Ergebnisse zu erzielen.






