CoT-Analyse vom 26. Juli
Der Goldpreis fiel in der letzten Handelswoche um 224 US-Dollar, während die Spekulanten in der gleichen Zeit gerade einmal mit 2,1 Tsd. Kontrakten Short gingen. Das ist nicht viel und deutet auf ein Überangebot am Markt hin. Der CoT-Index zum Open Interest adjustiert stieg um 7 Punkte auf 12 Punkte an, während der absolute CoT-Index nahezu unverändert blieb.
Auch im Vergleich zu den letzten zwei Wochen zeigt sich eine Schwäche, ebenso wie zum Vormonat. Zum Vormonat fiel der Goldpreis sogar um 378 US-Dollar, während sich die Terminmarktdaten im CoT-Index zum Open Interest adjustiert um weitere 12 Punkte verschlechterten.
Hier zeigt sich nun seit zwei bis drei Monaten ein deutliches Überangebot am Markt und ein völliges Abebben der Investmentnachfrage. Gleichzeitig zeigen die Daten aber auch, dass das Sentiment unter den Goldbugs und Investoren weiterhin ziemlich bullisch ist und der Markt noch nicht kapituliert hat, was für weiteres Korrekturpotenzial spricht.
Einzig der CoT-Index der Kleinspekulanten zeigt, dass mittlerweile ein gewisses Maß an Kapitulation in den Markt kommt. Das ändert jedoch nichts daran, dass der gesamte Terminmarkt noch immer überkauft ist und weiteres Abwärtspotenzial besitzt.
Die aktuellen Daten sprechen dafür, dass ein finaler Sell-off notwendig ist, bevor wir einen Boden oder ein attraktives antizyklisches Kauf-Setup sehen werden.
Pullback und Test des gebrochenen Aufwärtstrends
Wie bereits in den Analysen des Vormonats erwartet, hat der Goldpreis seinen langfristigen Aufwärtstrend gebrochen. Bereits im Vorfeld hatte sich am Terminmarkt deutliche Schwäche gezeigt. Ein physisches Defizit war seit vielen Wochen nicht mehr erkennbar, stattdessen zeigte sich ein Überangebot. Mit dem Bruch des Aufwärtstrends entstand ein charttechnisches Verkaufssignal mit einem ersten Kursziel im Bereich um 4.000 US-Dollar und einer übergeordneten Zielzone zwischen 3.400 US-Dollar und 3.600 US-Dollar je Feinunze. Wir haben dieses Verkaufssignal entsprechend umgesetzt und unsere Short-Position eröffnet, die aktuell weiterhin intakt ist.
Der Bruch des zweieinhalbjährigen Aufwärtstrends ist ein bedeutendes charttechnisches Signal und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die gesamte dritte Impulswelle der Rallye nun vollständig korrigiert wird. Die Unterstützungszone zwischen 3.400 US-Dollar und 3.600 US-Dollar bleibt deshalb in den kommenden Wochen und Monaten die entscheidende Zielzone. Dort dürfte es zu umfangreichen Short-Eindeckungen sowie zu antizyklischen Käufen institutioneller und privater Investoren kommen. Dass die US-Notenbank unter Kevin Warsh wie erwartet einen hawkishen Kurs bestätigt hat, erhöht die Wahrscheinlichkeit dieses Szenarios zusätzlich.
Kurzfristig bleibt der Abwärtstrend intakt. Erst mit einem Bruch dieses kurzfristigen Abwärtstrends würde sich das Chartbild wieder etwas aufhellen und erste antizyklische Käufe rechtfertigen. Aktuell peilen wir jedoch weiterhin die Unterstützungszone am ehemaligen Ausbruchsniveau vom August des vergangenen Jahres an. Auch die Terminmarktdaten lieferten in den vergangenen Wochen keinerlei Anzeichen eines Anstiegs der Investmentnachfrage und bestätigen damit das bärische Szenario. Selbst die Hoffnung auf einen Frieden im Mittleren Osten und der damit verbundene deutliche Rückgang des Ölpreises konnten den Goldpreis nicht nachhaltig stützen, was ein weiteres Warnsignal ist.
Erst im Bereich zwischen 3.400 US-Dollar und 3.600 US-Dollar würden wir unsere Short-Positionen vollständig schließen und wieder auf die Käuferseite wechseln. Auch für langfristig orientierte Investoren dürfte diese Zone eine attraktive Gelegenheit bieten, physisches Gold – beispielsweise über das FlexGold-Zollfreilager – antizyklisch aufzustocken. Nach Abschluss dieser Bereinigung erwarten wir wieder ein deutlich attraktiveres Chance-Risiko-Verhältnis für Gold.
Wir haben die Hoch- und Tiefpunkte am Goldmarkt in diesem Jahr treffend identifiziert und gemeinsam mit unseren Premium-Abonnenten erfolgreich gehandelt. Ein Teil dieser Analysen wurde auch kostenfrei veröffentlicht, sodass selbst Nicht-Abonnenten davon profitieren konnten. Wenn Sie sich für wöchentliche Chartanalysen, faktenbasierten Research und akkurate Prognosen für den Edelmetallmarkt interessieren, registrieren Sie sich kostenfrei auf www.blaschzokresearch.de oder sichern Sie sich direkt das Premium-Abo, um künftig keine wichtigen Chancen und Signale am Edelmetallmarkt mehr zu verpassen.
Goldpreis in Euro: Aufwärtstrend in Gefahr
Die erste Zielzone am langfristigen Aufwärtstrend bei Gold in Euro wurde im Bereich um 3.400 € bis 3.500 € je Feinunze erreicht. Nun steht dieser Aufwärtstrend jedoch unter Druck. Sollte er brechen, liegt die nächste wichtige Unterstützungs- und Kaufzone erst im Bereich zwischen 2.900 € und 3.100 € je Feinunze.
Der kurzfristige Abwärtstrend ist weiterhin intakt. Nur wenn der langfristige Aufwärtstrend verteidigt und zugleich der kurzfristige Abwärtstrend gebrochen werden kann, besteht die Möglichkeit, dass bei Gold in Euro und Gold in US-Dollar bereits ein Boden ausgebildet wurde und von dort aus eine neue Aufwärtsbewegung startet. Da sich das makroökonomische und geldpolitische Umfeld jedoch weiter eintrübt, gehen wir aktuell davon aus, dass dieser Aufwärtstrend mittelfristig fallen wird und es zu einem Sell-off in die Unterstützungszone zwischen 2.900 € und 3.100 € je Feinunze kommt.
Das Short-Signal bleibt intakt, solange der kurz- bis mittelfristige Abwärtstrend nicht überwunden wird. Erst ein Anstieg über 3.600 € beziehungsweise über diesen Abwärtstrend würde das Verkaufssignal negieren. Kurzfristig sollte man daher weiterhin vorsichtig bleiben, sich aber zugleich darauf vorbereiten, im Bereich zwischen 2.900 € und 3.100 € je Feinunze die Shorts zu schließen und antizyklisch auf die Käuferseite zu wechseln.





