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Gold und Silber als sicherer Hafen weiterhin gefragt

Der Goldpreis konnte sich in dieser Woche auf 5.100 US-Dollar erholen und präsentiert sich damit weiterhin robust. Die Terminmarktdaten zeigten zuletzt ein neutrales Bild, weisen jedoch im Vergleich zum Vormonat relative Stärke auf.

Die letzte Woche brachte eine überraschende Wende bei den Arbeitsmarkterhebungen vor der Veröffentlichung der NFP-Zahlen. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe erreichte den höchsten Stand seit Anfang Dezember. Die Entlassungen bei Challenger erinnerten erneut an die Jahre 2008–2009, und selbst die zuvor wieder anziehenden privaten Beschäftigungszahlen von ADP überraschten mit einem Rückgang, was dem Goldpreis Rückenwind verlieh.

China gab bekannt, dass der Januar der 15. Monat in Folge war, in dem das Land Gold gekauft hat, was seine vorsichtige Haltung gegenüber dem US-Dollar widerspiegelt. Übrigens haben die chinesischen Regulierungsbehörden kürzlich gefordert, dass Banken ihre Abhängigkeit von US-Staatsanleihen reduzieren, was eine neue Wende im finanziellen „Kalten Krieg“ markiert.

Der Silberpreis überwand heute seinen Widerstand bei 84 US-Dollar und stieg in der Folge auf 85,70 US-Dollar. Nach dem historischen Einbruch, der auf eine außergewöhnlich starke Rallye folgte, haben sich die Preise wieder erholt, während das Sentiment weiterhin klar bullisch bleibt. Entscheidend ist nun, wie weit diese Erholung tragen wird und auf welchem Niveau sich möglicherweise ein tieferes Hoch ausbildet.

Bis Anfang Juni 2025 war der Silberpreis über ein Jahr hinweg in einer engen Handelsspanne von nur fünf US-Dollar gefangen, während wir nun eine nahezu beispiellose Volatilität auf Stunden- und Tagesbasis erleben. Die FOMO (Fear of Missing Out) und das spekulative Interesse am Silbermarkt hatten zuletzt Ausmaße erreicht, die wir seit Ende der siebziger Jahre nicht mehr gesehen haben. In der Stagflation der siebziger Jahre lag die US-Inflationsrate jedoch im zweistelligen Bereich, weshalb Gold und Silber bei Zinsen um die 20 % der letzte sichere Hafen waren. Diesmal sind die offiziellen Inflationsraten niedrig, und die Aktienmärkte handeln auf Allzeithochs – zwei grundverschiedene Umfelder.

Ende der siebziger Jahre trieben unter anderem die Gebrüder Hunt den Silberpreis zusätzlich nach oben, während sich die Masse der Investoren vor der grassierenden Inflation schützen wollte. Bei der aktuellen Rallye sehen wir erstmals weltweit über das Internet gleichgeschaltete Investoren, die in den relativ kleinen Silbermarkt strömen und den Preis in einer Manie auf ungeahnte Höhen treiben. In der vorletzten Handelswoche erlebten wir möglicherweise ein klassisches Blow-Off-Top nach einer Volumenexplosion bei exponentiellem Preisanstieg.

Ich hatte bereits im letzten Marktkommentar vor zwei Wochen das Ende des Anstiegs bei Silber in Aussicht gestellt und angesichts eines Gold-Silber-Ratios von 44 zu Umschichtungen in Gold geraten.

Betrachtet man die Zu- und Abflüsse in Silber-ETF-Produkte, zeigt sich, dass Investoren im Januar Gewinne mitnahmen. Nach massiven Zuflüssen im Jahr 2025 (rund 204 Mio. Unzen netto) flossen im Januar etwa 30 Mio. Unzen netto ab. Die Divergenz zwischen dem starken Preisanstieg von ca. 71 US-Dollar auf 121,78 US-Dollar im Januar und den gleichzeitig hohen Abflüssen aus ETF-Produkten wies frühzeitig auf eine Korrektur hin. Damit war der Tisch für einen starken Preiseinbruch bereitet, der am letzten Freitag zu einer kaskadenartigen Liquidation von Long-Positionen führte, mit einem Crashtief bei 73,86 US-Dollar.

Nach der zuletzt exponentiellen Fahnenstange lag ich bereits die ganze Woche auf der Lauer, um den Crash optimal nutzen zu können. Deshalb erhielten meine Premium-Abonnenten am Vorabend des Einbruchs ein Video mit einem konkreten Verkaufssignal und exakten Korrekturzielen, wobei diese für Gold, Platin und Palladium perfekt erreicht und das für Silber sogar noch übertroffen wurden.

Gold-Silber-Ratio bot Chance des Jahrzehnts

Das Gold-Silber-Ratio war zuletzt unter die Marke von 50 gefallen und signalisierte damit, dass die Rallye überhitzt und der Silberpreis relativ zu Gold zu teuer war. Im Tief erreichte das Ratio 44, was seit 1984 nur zweimal zu beobachten war, 1998 und 2011. Das war ein klares Indiz dafür, dass die Silber-Rallye zu schnell, zu weit gelaufen war und dass es an der Zeit war, Gewinne zu realisieren. In diesem Umfeld habe ich geraten, Silber im Bereich zwischen 110 US-Dollar und 120 US-Dollar je Feinunze zu verkaufen und/oder in Gold zu tauschen, um diesen seltenen strategischen Trade konsequent nutzen zu können.

Aus Markterfahrung ist ein so tiefes Ratio eine echte Ausnahmesituation und eine seltene Chance, eine Investition in Edelmetalle im Wert zu verdoppeln. Ich handle seit 25 Jahren am Gold- und Silbermarkt, und es ist erst das zweite Mal, dass ich ein derart extremes Verhältnis miterlebe. Genau deshalb war das eine Gelegenheit des Jahrzehnts, physisches Silber in Stärke zu verkaufen und in Gold zu rotieren. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass das Gold-Silber-Ratio in den kommenden Jahren wieder in Richtung 100 oder darüber ansteigen wird. Historisch geschah eine solche Rückkehr im Durchschnitt binnen 2 bis 3 Jahren. Sollte sich dieses Muster wiederholen, könnte eine frühzeitige Umschichtung den relativen Wert der Edelmetallbestände deutlich steigern, wobei sogar eine Verdopplung möglich ist.

Nach dem jüngsten Rücksetzer im Silberpreis ist das Ratio inzwischen wieder auf 63 gestiegen. Damit bleibt Silber relativ betrachtet immer noch teuer im Vergleich zu den letzten 10 Jahren.

Starke ETF-Zuflüsse nach dem Crash am Silbermarkt

Den ganzen Januar über baute sich Druck auf den Silbermarkt auf, nachdem aus dem iShares Silver Trust netto 33 Mio. Unzen abflossen, während der Preis spekulativ getrieben gleichzeitig weiter stark anstieg. Diese Divergenz auf einem historisch hohen Preisniveau bei gleichzeitiger FOMO-Stimmung am Markt war ein starkes Warnsignal, weshalb wir auf der Lauer lagen, um einen Einbruch oder Crash auf der Shortseite spielen zu können. Wie im letzten Webinar aufgezeigt, ist uns dies gut gelungen.

Am 2. Februar drehte die Dynamik, nachdem der Silberpreis im Tief auf 71 US-Dollar gefallen war und allein an einem Handelstag 36,3 Mio. Unzen zurück in den SLV gekauft wurden. Das entspricht einem Tages-Inflow von über 3 Milliarden US-Dollar in den SLV-ETF. Der stärkste Zufluss seit 2021, der den Preis stützte und binnen weniger Tage wieder deutlich nach oben in den Bereich um die 84 US-Dollar je Feinunze trieb.

Bis zum Freitag, den 6. Februar, gab es jedoch wieder Abflüsse von rund 11,24 Mio. Unzen, während der Silberpreis zwischen 70 und 80 US-Dollar pendelte. Der iShares Silver Trust steht aktuell bei 575 Millionen Anteilen und etwa 16.226 Tonnen physischem Silber zum Stichtag des 6. Februar. Seit Anfang 2025 flossen insgesamt rund 62 Mio. Unzen in den SLV-Silber-ETF.

Goldpreis bewertet zur Geldmengenausweitung

Betrachtet man den Goldpreis im Verhältnis zur US-Notenbankbilanz bzw. zur US-Geldmenge, zeigt sich, dass der Goldpreis liquiditätsbereinigt aktuell teurer ist als am Hoch 2011, aber weiterhin günstiger als vor den ersten QE-Programmen von 2008 rund um Lehman, Immobiliencrash und Finanzkrise. In den vergangenen Jahren nahm die Liquidität tendenziell ab, und die Fed-Bilanz wurde geschrumpft, womit Gold relativ „teurer“ wurde. Gleichzeitig gibt es inzwischen erste Gedankenspiele in Richtung neuer QE-Programme. Sollte es dazu kommen, würde zusätzliche Liquidität dem Goldpreis längerfristig wieder Rückenwind geben.

Die Quintessenz ist deshalb zweigeteilt: Liquiditätsbereinigt ist Gold nicht mehr günstig, die Luft nach oben ist dünner geworden, und die Rallye der letzten zwei Jahre dürfte sich kurz- bis mittelfristig nicht einfach in gleicher Dynamik fortsetzen. Trotzdem sind historische Niveaus noch nicht erreicht. Schrumpft die Liquidität weiter, steigt das Verhältnis tendenziell weiter an, was die Anfälligkeit für Rücksetzer oder längere Seitwärtsphasen erhöht. Wird die Liquidität dagegen wieder ausgeweitet, entspannt sich das Verhältnis, und Gold bekommt erneut Potenzial für einen nachhaltigen, langfristigen Anstieg.

Ein zusätzlicher Schlüssel bleibt der US-Dollar: Gelingt dem US-Dollar-Index eine Rückeroberung wichtiger Unterstützungen und folgt daraus eine Rallye, kann das die Fortsetzung der Goldhausse bremsen. Bleibt der Dollar dagegen schwach, wirkt das typischerweise unterstützend für den Goldpreis. Insgesamt spricht der Indikator dafür, dass Gold aktuell weniger ein „Value-Long“ ist, sondern eher ein fortgeschrittener Trend-Trade, was nicht automatisch bärisch ist, jedoch mit höherem Anspruch an Timing und Risikomanagement.

Betrachtet man Silber im Verhältnis zur US-Notenbankbilanz, liegt das aktuelle Niveau im Ratio um 150 und unter den Extrempunkten von 2011 und 2008. In dieser liquiditätsbereinigten Sicht ist Silber damit nicht mehr günstig, aber es wäre im historischen Vergleich noch Luft nach oben vorhanden, bevor die früheren Übertreibungsniveaus erreicht würden.

Preisunterschiede Shanghai/Mumbai vs. London/NY

Am Freitag und über das Wochenende lagen die Silberpreise in Shanghai bei etwa 120 US-Dollar, während COMEX-Silber in New York bei 85 US-Dollar die Handelswoche schloss. Während die Comex den Markt ohne Handelsunterbrechung einbrechen ließ, griffen in Shanghai (SHFE) und Mumbai (MCX) Regeln ein, die den Handel stoppen oder stark einschränken (tägliche Preislimits), wenn Preise zu stark schwanken. Die COMEX hat hingegen dynamische Circuit Breaker (10 % in 1 Stunde rolling), die aber am 30. Januar trotz eines Intraday-Drops von bis zu 37 % nicht getriggert wurden. Daher konnten erst in der neuen Woche die Preise an der MCX und SHFE zeitverzögert zum Weltpreis der COMEX aufschließen.

Die COMEX greift nicht in Preise ein, um diese zu steuern, sondern nur, um die Funktionsfähigkeit des Kontrakts sicherzustellen (Margenanpassungen, Maßnahmen wie 1980 bei Manipulation). Die Preisunterschiede zwischen der SHFE in Shanghai und der COMEX erklären sich einfach aufgrund von Marktbarrieren, die die chinesische Regierung aufgebaut und somit den eigenen Markt vom Rest der Welt isoliert hat.

An der COMEX ist eine Reinheit von 99,9 % Feinheit der Silberbarren Standard, wohingegen an der SHFE/SGE 99,99 % erforderlich sind. Dies verhindert schnelle Arbitrage-Geschäfte nach China, da West-Silber erst raffiniert und umgeschmolzen werden muss. Das erzeugt einen Aufschlag von typischerweise 3 %–7 %, und da die Raffineriekapazität begrenzt ist, kann dieses Import-Upgrade viele Wochen dauern, in denen das Kapital gebunden bleibt. Dazu kommen Kosten für Transport, Versicherung, Zollabfertigung, Währungs- und Kapitalkontrollen, Umsatzsteuer sowie bürokratische Hürden, wodurch ein Transfer risikoreich und zeitaufwendig wird (Wochen bis Monate).

Da der direkte Zugang zur SHFE nur für in China registrierte Firmen, Produzenten und Broker möglich ist, können westliche Spekulanten die Preisdifferenz nicht direkt ausnutzen. Selbst lokale Spekulanten unterliegen strengen Positionslimits und höheren Marginanforderungen (aktuell 18–19 % für spekulative Positionen), was die Volatilität dämpft. Schnelle und billige Arbitragegeschäfte sind somit nicht möglich.

Wann immer es persistente Preisdifferenzen an den Weltbörsen gibt, sind staatliche Marktbarrieren die Ursache dafür. Ohne solche Barrieren würden Arbitrageure die Differenzen gewinnbringend ausnutzen und die Preise schnell angleichen.

Ausblick:

Aktuell stellt sich am Edelmetallmarkt die zentrale Frage, ob die jüngsten Preisrückgänge bei Gold und Silber lediglich eine gesunde Korrektur innerhalb eines Bullenmarktes sind oder ob wir bereits ein relevantes Hoch gesehen haben. Angesichts des Sentiments und der Gesamtmarktlage halte ich es für wahrscheinlicher, dass wir nach dem parabolischen Anstieg ein Blow-Off-Top erlebt haben, ein Muster, das für die Endphase starker Trends typisch ist. Silber legte binnen zwei Jahren rund 440 % zu und Gold seit den 2024-Tiefs 180 %, während der Terminmarkt zumindest am Goldmarkt stark überkauft war. Die Rallye war die stärkste seit 1979/1980, was klar für Konsolidierungsbedarf spricht. Dass auch Platin und Palladium stark anzogen, obwohl diese Märkte fundamental eher im Gleichgewicht sind und im Palladiummarkt auf Sicht der nächsten Jahre sogar ein Überangebot zu erwarten ist, unterstreicht den spekulativen Charakter dieser Rallye in den letzten Monaten.

Parallel dazu erholt sich der US-Dollar-Index wieder. Der DXY, dessen Ende womöglich zu früh an die Wand gemalt wurde, ist am Terminmarkt historisch überverkauft und konnte sich stabilisieren, wobei der Euro zurück auf 1,18 US-Dollar fiel. Sollte der DXY über 100 Punkte klettern, hätte man den großen Abverkauf rund um Trump im Rückspiegel, und es stünde ein gewaltiger Short-Squeeze ins Haus, der das Narrativ des Debasement-Trades mittelfristig infrage stellen würde. Das würde die Edelmetalle mittelfristig in diesem Jahr zunächst weiter belasten, insbesondere wenn die Nominierung von Kevin Warsh als hawkisher Fed-Chef zu einer strafferen Zinspolitik führt.

Hinzu kommen klare Risiken, gerade am Silbermarkt. Viele im Internet kursierende Narrative halten einer genauen Prüfung nicht stand, weshalb belastbares Research vor mittelfristigen Investitionen entscheidend ist. Aktuell werden die Scheideanstalten mit physischer Ware überschüttet, sodass diese nur deutlich unter Spot ankaufen. Dieses Angebot dürfte sukzessive im ersten und zweiten Quartal in den Markt kommen. Gleichzeitig ebbt die Investmentnachfrage ab, wenn keine neuen Hochs im Markt ausgebildet werden können, worauf die im letzten Jahr starken Zuflüsse in ETF-Produkte ins Negative drehen könnten. Dann stehen die Spekulanten am Terminmarkt zunehmend allein da, um die Preise auf diesen Niveaus zu halten.

Die hohe Volatilität eröffnet jedoch auch Chancen. Bei Blaschzok Research sind wir auch im kurzfristigen Trading aktiv und geben Signale wie das Verkaufssignal unmittelbar vor dem Crash. Als Beleg für die exakte Analyse und Prognose, die voll eintrafen, sowohl für Gold, Silber als auch insbesondere Platin und Palladium, können Sie auch das neue Webinar auf dem YouTube-Kanal von SOLIT ansehen.

Bewegungen von 10–15 US-Dollar bei Silber, gefolgt von ähnlich starken Rücksetzern, lassen sich sehr gut traden, wenn man kurzfristig am Markt aktiv ist. Für das Trading ist Volatilität grundsätzlich positiv, solange die Crashs nicht zu schnell und unkontrolliert ablaufen. Investoren sollten in diesem Umfeld besonders darauf achten, erzielte Gewinne nicht wieder abzugeben und nach Anstiegen zu hedgen.

Langfristig bleiben wir für Edelmetalle auf Sicht der nächsten Jahre bullisch, weil das Umfeld aus weltweit lockerer Fiskalpolitik und anhaltender Schulden- und Geldmengenausweitung sich voraussichtlich fortsetzen wird. Kurz- bis mittelfristig dürfte sich die parabolische Aufwärtsbewegung jedoch kaum in dieser Form fortsetzen. Trotz der teilweise starken Preiskorrektur bei den Edelmetallen sind die mittel- bis langfristigen Aufwärtstrends noch intakt und das Sentiment noch immer sehr bullisch. Ein erneuter Run auf das Allzeithoch bei Silber wäre daher denkbar, wenn sich der Goldpreis weiter so stark hält. Wir versuchen, den Markt kurzfristig charttechnisch Long und Short zu handeln und die hohe Volatilität bestmöglich auszunutzen. Noch ist die Hausse voll intakt, doch gibt es bei erneuten Preisanstiegen Risiken, und man sollte dann auch mal Gewinne mitnehmen, von denen bekanntlich noch niemand arm geworden ist.

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