Schnelle Lieferung Über 100 Standorte Bezahlen mit Käuferschutz Trusted Shops 4,71 Hervorragend Gold-Preisvergleich: Sehr gut
Trusted Shops 4,71 Hervorragend Gold-Preisvergleich: Sehr gut
moinAI Chat
Preisgarantie:
Loading...
Minuten
Zur Startseite gehen
Focus Money Bester Edelmetallhändler
Kurse in € / oz, Stand:
...

Gold verteidigt 4.000 $ – Ölpreisschock könnte die nächste große Kaufchance auslösen

Der Goldpreis fiel seit Anfang vergangener Woche von rund 4.200 $ auf ein Tief von 3.984 $ am Montagabend, nachdem der Rohölpreis aufgrund der erneuten Eskalation im Nahen Osten von 68 $ auf rund 80 $ je Fass angestiegen war. Mit steigenden Energiepreisen und einer folgend höheren Teuerungsrate werden Zinserhöhungen der US-Notenbank wahrscheinlicher, weshalb der US-Dollar und die Renditen am US-Anleihemarkt anzogen, während der Goldpreis unter Druck kam. 

Die Unterstützung bei 4.000 $ konnte am Montagabend im Vorfeld der Veröffentlichung der neuesten Inflationszahlen für Juni verteidigt werden. Da die am Dienstagnachmittag veröffentlichten Daten mit 3,5 % deutlich unter der Markterwartung lagen, sank die Wahrscheinlichkeit für weitere Zinsanhebungen der Fed. Der US-Dollar und die Renditen der US-Staatsanleihen fielen, während der Goldpreis auf 4.100 $ sprang. Diese Preiserholung war jedoch nur von kurzer Dauer und wurde unmittelbar wieder bis auf rund 4.020 $ abverkauft, was von einer weiterhin bestehenden Schwäche zeugt. 

Am Mittwoch fielen auch die US-Produzentenpreise schwächer aus als vom Markt erwartet wurde, worauf der Goldpreis erneut kurzzeitig bis auf rund 4.074 $ anstieg. Kurzfristige Erholungen werden aktuell weiterhin in der Nähe des intakten Abwärtstrends verkauft, womit die Bären weiterhin das Ruder in der Hand halten. 

Der Silberpreis fiel seit Anfang vergangener Woche um über 9% von 63$ auf rund 57 $ je Feinunze, womit die Erholung nach dem Test der Unterstützungszone bei 55$ schwach ausfiel. Die Goldminenaktien litten noch stärker, wobei der GDX rund 5 % und der GDXJ etwa 6 % verloren.

Kurzfristig schwächere Inflationszahlen stützen Gold über 4.000$ Marke

Der US-Verbraucherpreisindex fiel im Juni um 0,4 %, nachdem dieser im Mai noch um 0,5 % gestiegen war. Zum Vorjahr war der Rückgang von 4,2 % auf 3,5 % noch deutlicher. Die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie blieb im Monatsvergleich unverändert, nachdem diese im Mai noch um 0,2 % angestiegen war. Im Jahresvergleich sank diese von 2,9 % auf 2,6 %. 

Der Rückgang der Energiepreise war dabei der entscheidende Faktor. Diese fielen im Juni um 5,7 %, wobei Benzin um 9,7 % und Heizöl um 9,2 % günstiger wurden. Auch die am Mittwoch veröffentlichten US-Produzentenpreise überraschten positiv und sanken im Juni um 0,3 %, nachdem sie im Mai noch um 0,6 % gestiegen waren. Im Jahresvergleich erhöhten sie sich um 5,5 %. Der um Nahrungsmittel und Energie bereinigte Produzentenpreisindex legte im Monatsvergleich um 0,1 % und im Jahresvergleich um 5,1 % zu. Der unterliegende Preisdruck ist damit noch immer nicht vollständig verschwunden. 

Die schwächeren CPI- und PPI-Daten haben die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung im Juli deutlich reduziert und somit den Goldpreis kurzfristig gestützt. Die Zahlen bilden jedoch noch den vorherigen Rückgang der Energiepreise ab, doch nicht deren neuerlichen starken Anstieg. Da die Märkte die Zukunft handeln, fiel der Goldpreis angesichts des gestiegenen Rohölpreises immer wieder zurück auf die Unterstützung bei 4.000 $. Bleibt die Straße von Hormus längerfristig geschlossen und verharrt der Rohölpreis auf diesem oder einem höheren Niveau, so dürften die Verbraucherpreise in den kommenden Monaten wieder steigen und die Wahrscheinlichkeit für Zinsanhebungen zunehmen, was den US-Dollar stärken und die Edelmetallpreise tendenziell belasten wird.

Rohöl bleibt der größte Risikofaktor Die erneute Eskalation zwischen den USA und dem Iran sowie die Wiedereinführung der US-Seeblockade haben neue Sorgen über die Passierbarkeit der Straße von Hormus und eine Verknappung der Energieversorgung ausgelöst. WTI-Rohöl handelte am Mittwoch bei rund 80 $, während Brent auf fast 85 $ gestiegen war. Sollte sich der Konflikt weiter verschärfen und der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus erneut stärker beeinträchtigt werden, wären deutlich höhere Ölpreise möglich.

Dies würde die Inflation erneut anheizen und die Federal Reserve dazu zwingen, länger an ihrer restriktiven Geldpolitik festzuhalten oder die Zinsen sogar noch einmal anzuheben. In der Folge dürften der US-Dollar und die Renditen am US-Anleihemarkt weiter steigen, während Aktien und Gold erneut unter Verkaufsdruck gerieten.

Kriege und geopolitische Spannungen sind deshalb kurzfristig nicht automatisch bullisch für Gold. In diesem Fall lassen steigende Energiepreise der US-Notenbank weniger Spielraum für geldpolitische Lockerungen. Dadurch bleibt die Geldpolitik restriktiv, die Geldmenge nimmt ab und es entwickelt sich ein deflationäres Umfeld, in dem Gold und Silber trotz ihrer Funktion als sichere Häfen unter Verkaufsdruck geraten können.

Erst wenn die Federal Reserve aufgrund wachsender Gefahren für das Banken- und Finanzsystem einknicken und ihre Geldpolitik trotz der Risiken für die langfristigen Zinsen lockern würde, entstünde wieder Inflation, die eine Flucht in die sicheren Häfen Gold und Silber nach sich ziehen würde. Unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh erscheint ein solcher geldpolitischer Kurswechsel vorerst jedoch wenig wahrscheinlich.

Genau dies war in den vergangenen Tagen zu beobachten. Der Anstieg des Ölpreises drückte Gold zunächst unter 4.000 $, während schwächere Inflationsdaten anschließend für Erholungen sorgten, die bisher jedoch nicht nachhaltig waren.

Der US-Anleihemarkt bleibt unter Druck Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen handelte zuletzt im Bereich um 4,6 %, während die Rendite dreißigjähriger US-Staatsanleihen wieder über 5 % lag. Die Renditen kamen nach den schwächeren Inflationsdaten kurzfristig zurück, bewegen sich jedoch weiterhin auf einem hohen Niveau. Sollte der Ölpreis weiter steigen und die Inflation erneut anziehen, dürfte auch der Verkaufsdruck am US-Anleihemarkt zurückkehren. Eine nachhaltige Erholung des Goldpreises wird daher schwieriger, solange sich der Anleihemarkt nicht stabilisiert. Auch eine stärkere Korrektur am Aktienmarkt wird mit persistent hohen oder gar steigenden Zinsen immer wahrscheinlicher. Da es diesmal unter Kevin Warsh keine Fed-Put geben wird, könnte sich daraus ein richtiger Aktienbärenmarkt über längere Zeit entwickeln.

Damit bleiben auch die Finanzierungskosten am US-Immobilienmarkt hoch. Der durchschnittliche Zinssatz für eine dreißigjährige Hypothek lag zuletzt bei rund 6,5 %. Die hohen Zinsen belasten auch die Nachfrage nach Neuwagen spürbar. Viele Hersteller und Händler reagieren derzeit noch mit aggressiven Rabatten und Margenverzicht, um Bestände abzubauen. Hält der Zinsdruck jedoch an, drohen Produktionskürzungen und ein nachhaltiger Rückgang der Absatzzahlen. Für Platin und Palladium, die primär in Katalysatoren Verwendung finden, würde dieser Nachfragerückgang deren Preise weiter unter Druck setzen.

Sentiment und COT-Daten noch zu bullisch

Trotz der bisherigen Korrektur rechnen viele Marktteilnehmer weiterhin mit deutlich höheren Goldpreisen bis zum Jahresende. Nach den Daten des Prognosemarktes Kalshi liegt die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Gold das Jahr bei mindestens 4.300 $ beendet, weiterhin bei 49 %. Für einen Goldpreis über 4.400 $ werden 39 % und für einen Anstieg über 4.500 $ noch 33 % eingepreist. Die Wettmärkte zeigen damit, dass ein großer Teil der Marktteilnehmer weiterhin mit höheren Preisen rechnen. Das Sentiment ist demnach noch recht bullisch und eine echte Kapitulation am Ende einer Korrektur sieht anders aus. Die neuesten Terminmarktdaten der Warenterminbörse COMEX zeigen ebenfalls, dass das Sentiment am Goldmarkt noch immer überwiegend bullisch ist und bestätigen somit die Wettmärkte. Der COT-Index liegt weiterhin bei lediglich 8 Punkten und damit sehr nahe am Verkaufsbereich, was angesichts des bisher starken Preisrückgangs überrascht.

Immerhin zeigte sich rund um die Unterstützung bei 4.000 $ zuletzt eine gewisse Stärke, da in diesem Bereich aktuell physische Käufer in den Markt kamen, die auf eine Erholung des Goldpreises setzten. Eine Schwalbe macht jedoch noch keinen Sommer und auf Monatssicht zeigte sich zuletzt weiterhin Schwäche am Terminmarkt. 

Aus Sicht des Sentiments ist eine Preiserholung von diesem Niveau aus noch recht unwahrscheinlich und eine Fortsetzung der Korrektur in den Bereich zwischen 3.600 $ und 3.400 $ gut möglich. Erst nach einer deutlichen Bereinigung der bullischen Spekulation am Terminmarkt, dürfte sich eine wirklich attraktive antizyklische Kaufchance ergeben. Ein finaler Abverkauf erfolgt oftmals sehr schnell, weshalb man sich darauf gefasst machen sollte, diese Chance zu nutzen, um auf die Käuferseite zu wechseln. 

Langfristig bleibt das fundamentale Bild bullisch

Kurzfristig belasten die hohen Ölpreise, die gestiegenen Anleiherenditen, die hawkishe US-Notenbank die Edelmetallpreise. Langfristig bleiben die steigenden Staatsschulden, die anhaltenden Haushaltsdefizite, Kriege und geopolitische Unsicherheiten jedoch bullisch für Gold und Silber. 

Diese Ausgaben werden am Ende des Tages durch eine erneute Ausweitung der Geldmenge finanziert werden müssen. Dies wird die Kaufkraft der Fiat-Währungen weiter schwächen und die Nachfrage nach Gold und Silber als sicheren Hafen stärken und deren Preise auf neue Allzeithochs treiben. Ein möglicherweise finaler Preisrückgang auf 3.400 $ bis 3.600 $, sollte daher für antizyklische langfristige Investments zur Absicherung gegen künftige Inflation genutzt werden!