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Marktmanipulation, deflationäre Fed und die nächste Chance bei Edelmetallen?

Der Goldpreis hat in dieser Woche um 2,2 % auf 4.760 US-Dollar nachgegeben, während der Silberpreis um 5 % auf 78,17 US-Dollar korrigierte, nachdem sich die Friedenshoffnung der vergangenen Woche über das Wochenende in Luft aufgelöst hatte. Am 17. April hatte der iranische Außenminister die Straße von Hormuz offiziell für geöffnet erklärt, und rund 200 aufgestaute Tanker konnten passieren, worauf der Rohölpreis an einem einzigen Tag um fast 11 % fiel. Gold stieg daraufhin kurzzeitig auf 4.891 US-Dollar an, während Silber mit fast 83 US-Dollar dem Widerstandsbereich um die Marke von 84 US-Dollar sehr nahe kam. Diese Hoffnung auf eine Entspannung des Konflikts im Mittleren Osten währte jedoch weniger als 24 Stunden, und das geopolitische Bild drehte sich wieder einmal über das Wochenende, was die Diskussion um Insidergeschäfte und gezielte Marktmanipulation weiter anheizt.

Die Fronten verhärteten sich über das Wochenende wieder, und der Iran erklärte Hormuz erneut für geschlossen, wobei iranische Kanonenboote zwei Tanker beschossen und US-Streitkräfte ein iranisches Frachtschiff angriffen. Der Waffenstillstand wurde am Dienstagabend einseitig seitens der USA auf unbestimmte Zeit verlängert, während der Iran dem nicht zugestimmt hat und Friedensgespräche nicht geplant sind. Die US-Blockade iranischer Häfen läuft jedoch weiter, während iranische Hardliner einen Trick zur Vorbereitung eines Überraschungsangriffs vermuten, womit die Lage sehr instabil bleibt. Brent stieg heute auf 98 US-Dollar, während WTI bei 89 US-Dollar handelt, einem Plus von 10,2 % bzw. 7,3 % gegenüber dem Freitagsschluss.

Für Gold ist diese Entwicklung kurzfristig ungünstig und für die zyklischen Edelmetalle Silber, Platin und Palladium strukturell belastend. Der Platinpreis fiel seit Freitag um 2,1 % auf 2.082 US-Dollar und Palladium um 1 % auf 1.572 US-Dollar. Je länger der Konflikt andauert, desto stärker trüben sich die Konjunkturerwartungen ein, und die industrielle Nachfrage fällt. Was letzte Woche an Optimismus in den Edelmetallpreisen und in Rohöl steckte, wurde zu Wochenbeginn wieder ausgepreist. Sollten die Kampfhandlungen wieder aufgenommen werden, könnte es zu einem massiven Short-Squeeze mit folgendem Preisanstieg auf 140 US-Dollar je Fass kommen, wobei es für die Aktienmärkte sowie die zyklischen Metalle erheblichen Raum nach unten geben würde.

Die deflationäre Wende der Fed und ihre Folgen für Gold und Aktien

Gestern stellte sich Kevin Warsh, Trumps Kandidat für den Fed-Vorsitz, dem Senate Banking Committee in einer Anhörung. Erwartet wurden Antworten zur Unabhängigkeit der Notenbank, zu seiner Nähe zum Weißen Haus bzw. der Unabhängigkeit der Fed und zu Zinssenkungen in der Zukunft. Warsh überraschte den Markt jedoch mit einer völlig unerwarteten geldpolitischen Strategie und bekräftigte seinen Wunsch nach einer Reform der Federal Reserve und forderte insbesondere eine Überprüfung der Forward Guidance, die er gänzlich abschaffen möchte, sowie einen neuen Inflationsrahmen.

In seiner Tragweite geht dies deutlich weiter, als es der Markt bislang eingepreist hat. Warsh will die Bilanz der Federal Reserve, die aktuell bei 6,7 Bio. US-Dollar liegt, aggressiv verkleinern und zugleich die kurzfristigen Zinsen senken. Seine Formel sei, dass man sich mit einer kleineren Bilanz niedrigere Zinsen leisten könne.

Warum die Fed heute kaum noch Handlungsspielraum hat

Ich hatte in den vergangenen Monaten immer wieder darauf hingewiesen, dass sich die Fed mit ihren QE-Programmen und der massiven Ausweitung ihrer Bilanz geldpolitisch selbst in eine Ecke gepinselt hat. Ihr sind die Hände heute weit stärker gebunden als in früheren Zyklen. Die Möglichkeit, mit neuen Eingriffen den Konjunkturzyklus künstlich zu verlängern und eine Rezession noch einmal hinauszuschieben, ist heute stark begrenzt, wenn nicht unmöglich. Im Kern bleibt der Fed damit nur noch die Wahl zwischen Stagflation und einer deflationären Rezession.

Ebenso hatte ich mehrfach dargelegt, dass die Fed nicht zwingend erneut die Gelddruckerpresse anwerfen muss. Mit den QE-Programmen der vergangenen zwei Jahrzehnte wurde das Bankensystem bereits zur Genüge rekapitalisiert. Das Verhältnis von M2 zur Geldbasis zeigt deutlich, dass das System heute nicht mehr so stark gehebelt ist wie in früheren Krisen. Anders als damals droht in einer deflationären Rezession deshalb nicht automatisch ein unmittelbarer Kollaps des Bankensystems. Im Gegenteil könnte man dem System spürbar Luft entziehen und auch die Aktienmärkte über längere Zeit fallen lassen, ohne dass sofort das gesamte Kreditgefüge zerbricht.

Die Märkte sind auf ein deflationäres Szenario nicht vorbereitet

Auf eine derartige Entwicklung sind die Märkte jedoch überhaupt nicht vorbereitet, und für Investoren bedeutet dies einen harten Realitätscheck. Eine ganze Generation von Investoren und Tradern kennt faktisch nur steigende Kurse und Notenbanken, die eingreifen, sobald es ungemütlich wird. Diesmal könnte es anders kommen. Erstmals seit langer Zeit könnten die Märkte wieder eine echte Rezession erleben mit fallenden Aktienkursen über längere Zeit, wie zuletzt der Bärenmarkt der Jahre 2000 bis 2003 vor dem geldpolitischen Tabubruch und vor der massiven Ausweitung der Geldmenge ab 2008, die damals nötig war, um das Banken- und Kreditgeldsystem vor dem Kollaps zu bewahren.

Bears-Cartoon
Ein mehrjähriger Aktienbärenmarkt ist für die junge Generation von Investoren unvorstellbar, doch mit Warsh könnte der ausgestorben geglaubte Bär wieder auf dem Parkett erscheinen

Interessant ist nun, dass die Pläne von Warsh genau diesem Bild Rechnung tragen. Eine weitere Kontraktion der Geldmenge würde die deflationären und rezessiven Kräfte verstärken. Sie würde damit jene Bereinigung beschleunigen, die ohnehin kaum noch zu vermeiden ist und zugleich die Aktienmärkte in einem deflationären Umfeld über längere Zeit unter Druck setzen. Es sieht daher so aus, als habe man sich, sollte Warsh tatsächlich bestätigt werden, bewusst für das deflationäre Szenario entschieden.

Für Edelmetalle wäre das kurzfristig eher belastend, insbesondere für die zyklischeren Industriemetalle. Gerade daraus könnten sich aber erneut attraktive Einstiegschancen zu günstigeren Preisen ergeben und noch bessere Chancen für Trader.

Bilanzabbau, Geldmenge und der Konflikt mit Trumps Wachstumsagenda

Warsh argumentiert klar, dass die Ausweitung der Fed-Bilanz durch Quantitative Easing die langfristigen Renditen künstlich gedrückt, Marktpreise verzerrt und Liquidität in das Finanzsystem gepumpt hat, die dort bis heute nachwirkt. Ein Rückbau dieser Bilanz würde die langfristigen Zinsen normalisieren und dem Markt ein Stück seiner Preisfindung zurückgeben. Genau dadurch, so Warsh, entstünde Spielraum für niedrigere kurzfristige Zinsen, ohne den Inflationsdruck erneut anzuheizen. Er hatte die Fed schon 2011 auch deshalb verlassen, weil er das QE-Programm für strukturell schädlich hielt. Nun will er genau diesen Kurs zurückdrehen.

Dies ist eine fundamentale Weichenstellung, denn ein Bilanzabbau der Fed ist nichts anderes als eine Kontraktion der Geldmenge. Wenn auslaufende Anleihen nicht reinvestiert werden, wird dem System weiter Liquidität entzogen. Die nach der Pandemie weiter massiv aufgeblähte Geldmenge M2 würde unter Warsh strukturell schrumpfen. Genau das entspricht im Kern jener Bereinigung, die Vertreter der Österreichischen Schule seit Jahren fordern, nämlich dem Abbau der durch QE geschaffenen Geldmenge und der daraus entstandenen Fehlallokationen.

Die eigentliche Frage lautet jedoch, ob der Markt eine solche Korrektur überhaupt absorbieren kann, ohne in eine tiefe Rezession zu rutschen. John Williams von der New Yorker Fed formulierte nüchtern, dass ein Bilanzabbau die Gesamtnachfrage dämpfen und die langfristigen Renditen erhöhen würde. Das heißt höhere Finanzierungskosten für Unternehmen und den Immobiliensektor und damit genau den Wachstumsdruck, den Trump durch niedrigere Zinsen eigentlich lindern will. Warshs Modell ist in sich konsistent, steht aber im Widerspruch zu dem politischen Auftrag, unter dem er antritt.

Warum Gold kurzfristig leiden und langfristig profitieren könnte

Für Gold ist diese Gemengelage ambivalent. Eine tatsächliche Kontraktion der Geldmenge wäre kurzfristig bärisch, da ein schrumpfendes Liquiditätsangebot den monetären Inflationsdruck mindert. Dieser Effekt setzt jedoch voraus, dass Warsh seinen Plan überhaupt durchsetzen kann, und genau das ist alles andere als sicher. Für substanzielle Änderungen bräuchte er eine Mehrheit von 11 der 12 stimmberechtigten FOMC-Mitglieder. Damit läge er auf offenem Konfrontationskurs mit dem bestehenden politischen Apparat. Janet Yellen bezweifelt bereits öffentlich, dass er eine solche Mehrheit organisieren kann. Hinzu kommt, dass seine Bestätigung durch Senator Tillis weiterhin blockiert wird.

Unabhängig davon wächst das Haushaltsdefizit weiter, und genau das bleibt für Gold ein tragender Faktor, denn am Ende des Tages bleibt die Fed der Kreditgeber der letzten Instanz. Zugleich bleibt das stagflationäre Umfeld mit Inflation oberhalb des Ziels und schwachem Wachstum vorerst bestehen. Ob Warsh bestätigt wird, ob er seinen Plan umsetzen kann und ob die Geldmenge am Ende tatsächlich sinkt, sind drei unterschiedliche Fragen, die alle offen sind. Klar ist nur, dass unter Warsh wahrscheinlich keine geldpolitische Rettung der Märkte mehr zu erwarten wäre, womit sich Investoren auf ein neues Marktumfeld einstellen müssen, das seit über zwei Jahrzehnten nicht mehr gesehen wurde.

Sollte Warsh ernannt werden und er seine Pläne umsetzen können, dürfte die Zeit der immer weiter steigenden Aktienmärkte erst einmal vorüber sein. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass der Dow Jones über 16 Jahre nominal an der 1.000-Punkte-Marke scheiterte, bevor er diese nachhaltig durchbrechen konnte. Vielleicht muss der deflationäre und rezessive Druck erst deutlich zunehmen, bevor die Notenbanken erneut mit quantitativen Lockerungen auf eine neue Krise reagieren werden. Das böte Investoren die neuerliche Chance, günstig in Edelmetalle einzusteigen, bevor diese dann zu neuen Allzeithochs ansteigen werden.

Wer weiß was wann, Insider-Trading im Iran-Krieg

Seit Beginn der US-iranischen Konfrontation im Februar 2026 beobachten Regulatoren und Marktanalysten ein ebenso auffälliges wie konsistentes Muster. Kurz vor jedem größeren politischen Schwenk der Trump-Administration tauchen gebündelte Großwetten in Öl-Futures und Vorhersagemärkten auf, die erstaunlich präzise auf das jeweils bevorstehende Ereignis ausgerichtet sind.

Am 27. Februar platzierten rund 150 anonyme Konten auf der Wettplattform Polymarket Einsätze auf US-Luftangriffe, die einen Tag später tatsächlich erfolgten. Am 23. März sprangen die Handelsvolumina in S&P-E-Mini-Futures und Rohölkontrakten abrupt um etwa 580 Mio. US-Dollar an, rund 15 Minuten vor Trumps Truth-Social-Post über einen aufgeschobenen Angriff auf Iran. Am 7. April, Stunden bevor Trump öffentlich einen zweiwöchigen Waffenstillstand und die Öffnung der Straße von Hormuz ankündigte, flossen rund 950 Mio. US-Dollar in Oil-Put-Positionen. Parallel dazu setzten mindestens 50 Polymarket-Konten auf einen Waffenstillstand. Am 17. April wiederholte sich das Muster erneut. Rund 760 Mio. US-Dollar wurden auf einen fallenden Ölpreis gesetzt, exakt 20 Minuten vor der offiziellen Erklärung des iranischen Außenministers zur Öffnung der Straße von Hormuz.

Die US-Regulatoren reagieren inzwischen, und die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) untersucht mehrere dieser Trades. Der Kongressabgeordnete Sam Liccardo schrieb am 17. April an die SEC und die CFTC, das Timing deute auf Akteure hin, die im Voraus Kenntnis von Trumps Entscheidungen gehabt hätten. Das könnte gegen den Securities Exchange Act von 1934, den Commodity Exchange Act von 1936 und den STOCK Act von 2012 verstoßen. Die Senatoren Warren und Whitehouse hatten bereits Mitte April eine förmliche Untersuchung gefordert. Selbst das Weiße Haus warnte seine Mitarbeiter intern vor Wetten auf Vorhersagemärkten zu Iran-Themen. Allein das ist bereits ein indirektes Eingeständnis, dass der Informationsfluss aus Regierungskreisen als reales Problem erkannt wurde.

Die eigentliche Brisanz dieser Vorgänge geht jedoch weit über die juristische Dimension hinaus. Die geopolitischen Entscheidungen im Iran-Konflikt fallen nicht nur in Washington, sondern in einem Geflecht aus Verhandlungen, Mittelsmächten und Gegenparteien, das zwangsläufig auch Teheran einschließt. Wer die Muster der vergangenen zwei Monate genau verfolgt hat, erkennt sofort, dass die Informationsasymmetrie in beide Richtungen wirkt. US-Insider können auf Trumps nächsten Schritt wetten, Teheran oder dessen Verhandlungspartner auf den eigenen. Für jeden Marktteilnehmer, der ohne diesen Informationsvorsprung handelt, bedeutet das nichts anderes, als dass er an einem Tisch sitzt, an dem andere die Karten bereits kennen.

Besonders bemerkenswert ist, dass dieses Muster ausgerechnet von jemandem öffentlich benannt wurde, von dem man es kaum erwartet hätte. Irans Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf formulierte es offen. Am Sonntag, den 30. März, schrieb er auf X, Truth-Social-Posts seien oft nur ein Setup für Gewinnmitnahmen. Im Kern seien sie ein Kontraindikator. Wenn sie pumpen, short it. Wenn sie dumpen, go long. Wenn am nächsten Morgen etwas komme, wisse man, was zu tun sei. Stunden später, um 07.26 Uhr, postete Trump, es gebe große Fortschritte bei den Friedensgesprächen mit dem Iran. Die S&P-500-Futures hatten in der Nacht zuvor rund 1 % verloren, holten nach Trumps Post ihre Verluste vollständig auf und legten weitere 100 Punkte zu. Das entsprach rund 900 Mrd. US-Dollar zusätzlicher Marktkapitalisierung in nur wenigen Stunden.

Ghalibaf hatte damit offensichtlich recht, und es war kein Einzelfall. Das Timing dieser Ankündigungen, regelmäßig kurz vor Marktöffnung oder zum Wochenschluss am Freitag mit anschließender Umkehr über das Wochenende, legt nahe, dass die Entscheidung, wann Trump was sagt, kaum zufällig ist. Ob Trump dabei selbst aktiver Nutznießer ist, instrumentalisiert wird oder beides zugleich, bleibt offen. Dass Teheran dieses Spiel erkannt hat und offenkundig mitspielt, ist dagegen kaum noch zu übersehen.

Wer die Entwicklungen im Mittleren Osten in den vergangenen Wochen aufmerksam verfolgt hat, dem musste bereits in der vergangenen Woche klar sein, dass Trumps Euphorie zum Wochenschluss völlig überzogen war und sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht als belastbare Realität erweisen würde. Genau deshalb hatten wir bereits am Freitag zum Handelsschluss Gewinne mitgenommen und diametral gegensätzlich kleine Short-Positionen bei Edelmetallen und Aktien aufgebaut, während wir bei Rohöl long gegangen waren. Premium-Abonnenten wurden über diese Zusammenhänge noch vor Handelsschluss am Freitag informiert. Dadurch konnten wir in dieser Woche unmittelbar mit einem Plus starten.

Die Manipulation als Exit- und Trading-Chance

Normalerweise rate ich davon ab, über das Wochenende nennenswerte Positionen zu halten. In den vergangenen Wochen waren wir jedoch bei Gold long mit einem Kursziel von 4.800 US-Dollar, und nach dem Bruch des Abwärtstrends bei Silber lag unser Ziel bei 84 US-Dollar. Vor diesem Hintergrund bot uns diese fast schon offenkundige Marktmanipulation einen willkommenen Exit, um bestehende Positionen nahe der Hochs zu schließen und auf die Short-Seite zu wechseln.

Gold und Silber hatten unsere Zielmarken erreicht, Gewinne mitzunehmen war daher ohnehin geplant. Zugleich wurde immer deutlicher, dass Gold bereits seit Wochen Schwäche zeigte. Die Gegenbewegung bei Gold erreichte bereits zum 1. April den Zielbereich bei 4.800 US-Dollar und konnte seither keinen nennenswerten Boden mehr gutmachen, was auf Verkäufe starker Hände auf diesem Preisniveau spricht. Auch der Silberpreis konnte sich nach dem Bruch des Abwärtstrends nur mühsam nach oben bis zum Widerstand um die Marke von 84 US-Dollar kämpfen, die ich als Best-Case-Szenario für eine durch politische Meldungen getriebene Gegenbewegung sah. Nachdem politische Meldungen, die offenkundig unglaubwürdig waren, nochmals einen kurzen Schub an diese Widerstände brachten, ergab sich daraus ein sehr attraktiver Zeitpunkt, um Gewinne mitzunehmen und einen anschließenden Short-Entry zu wählen. Unsere Positionen liegen inzwischen komfortabel im Plus und sind Break-even abgesichert.

Nun erwarten wir, dass sich der Krieg zunächst fortsetzt und der Ölpreis wieder anzieht. Das könnte Gold und Silber wieder unter Druck bringen, wobei wir für diese nächste mögliche Korrektur nun bereits bestmöglich positioniert sind.

Solche Muster halten jedoch nicht ewig. Spätestens dann, wenn zu viele Marktteilnehmer begreifen, was hier gespielt wird, verlieren sie ihre Wirkung. Auch Regierungen und jene Akteure, die Märkte gezielt beeinflussen, passen sich an. Man darf sich daher keinesfalls darauf verlassen, dass die nächste groß angekündigte Meldung erneut nur eine Ente sein wird oder die Märkte wieder in ähnlicher Weise reagieren.

Nichtsdestotrotz sollte man jede großspurig vorgetragene Meldung über angebliche Friedensfortschritte mit äußerster Vorsicht betrachten. Am besten hält man über das Wochenende in der Regel weder Long- noch Short-Positionen, sofern sich nicht ohnehin ein besonders gutes Setup bietet. Andernfalls könnte das schnell nach hinten losgehen, wenn das Risiko über das Wochenende nicht adäquat gemanagt werden kann. Wer nicht einschätzen kann, was hier tatsächlich gespielt wird, sollte sich in genau solchen Phasen besser zurückhalten.