Terminmarkt: CoT-Report
Der CoT-Report wird immer freitags seitens der US-Terminmarktaufsicht (CFTC) veröffentlicht, wobei der Stichtag der Datenerhebung der Schlusskurs vom Dienstag ist. Die CoT-Daten werden also immer mit einer Verzögerung von drei Tagen veröffentlicht. Premium-Abonnenten von Blaschzok Research erhalten vor Handelsschluss am Freitag ein Blitzupdate mit Analysen zu Gold, Silber und Platin. Die CoT-Daten ermöglichen einen Blick in die Zukunft, da sie einerseits ein Sentiment-Indikator sind und andererseits eine gute Einschätzung des Angebots und der Nachfrage am physischen Markt ermöglichen. Mit ihnen hat man einen Vorteil im Trading am Rohstoffmarkt.
CoT-Analyse vom 30. Oktober:
Der Silberpreis fiel zur Vorwoche um 3,60 US-Dollar auf 54,50 US-Dollar, während die Spekulanten in der gleichen Zeit gerade einmal mit 1,5 Tsd. Kontrakten Short gingen. Hier zeigte sich anders als am Goldmarkt eine deutliche Schwäche bei Silber. Der CoT-Index zum Open Interest adjustiert verbesserte sich dennoch von 63 auf 68 Punkte.
Insgesamt zeigt Silber im Vergleich zum Goldmarkt eine deutlichere Schwäche, was letztlich auch zu dem Abverkauf auf 48 US-Dollar führte. Mit einem CoT-Index zum Open Interest adjustiert von 68 Punkten ist der Terminmarkt noch nicht vollständig bereinigt, aber bereits auf einem guten Weg. Der absolute CoT-Index liegt inzwischen bei 89 Punkten und damit nahe am Kaufbereich.
Die aktuelle Schwäche in den Daten und die Tatsache, dass beim CoT-Index zum Open Interest adjustiert noch etwas Luft vorhanden ist, zeigen, dass ein weiterer Abverkauf über den Terminmarkt durchaus möglich ist, insbesondere wenn der Goldpreis weiter in Richtung 3.500 US-Dollar je Feinunze korrigieren sollte.
Bei einem weiteren Einbruch wäre der Terminmarkt für Silber jedoch derart stark überverkauft, dass man antizyklisch in Bereichen um 40 US-Dollar gut zugreifen könnte.
Korrektur auf das vorherige Allzeithoch abgeschlossen
Ende August gab ich beim Silberpreis im Bereich um 69 US-Dollar je Feinunze ein Verkaufssignal, nachdem ich gleichzeitig auch beim Goldpreis bei 4.630 US-Dollar auf die Short-Seite gewechselt war. Mein Ziel für Silber lag damals in der Unterstützungszone zwischen 50 US-Dollar und 55 US-Dollar. Diese Zone wurde inzwischen sogar unterschritten und der Silberpreis fiel im Tief bis auf rund 49 US-Dollar je Feinunze.
In der vergangenen Nacht konnte sich Silber zwar deutlich erholen und wieder bis auf rund 52 US-Dollar ansteigen, doch ist diese Bewegung bislang lediglich als technische Gegenreaktion auf die US-Wahlergebnisse zu werten. Der Terminmarkt ist inzwischen zwar deutlich bereinigt und befindet sich bereits nahe am überverkauften Bereich, gleichzeitig zeigte sich zuletzt jedoch weiterhin Schwäche in den CoT-Daten.
Belastend wirken vor allem die hohen Zinsen, die hohen Energiepreise und die damit verbundenen Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung. Dies trifft insbesondere die industrielle Nachfrage nach Silber. Gleichzeitig sorgte der zuletzt stärkere US-Dollar für zusätzlichen Druck.
Am Terminmarkt besteht noch etwas Bereinigungsspielraum, vor allem dann, wenn der Goldpreis erneut unter 4.000 US-Dollar fällt und in den Bereich zwischen 3.400 US-Dollar und 3.600 US-Dollar abrutschen sollte. In einem finalen Sell-off wäre bei Silber dann sogar ein Rückgang bis an die Kreuzunterstützung im Bereich zwischen 35 US-Dollar und 38 US-Dollar je Feinunze denkbar.
Auf diesem Niveau halte ich antizyklische spekulative Käufe auf kurzfristige Sicht sowie mittel- bis langfristige Investments in Silber für äußerst attraktiv. Eine solche Kaufchance sollte man meines Erachtens nicht verpassen.
Der kurzfristige Abwärtstrend ist aktuell jedoch weiterhin intakt. Erst mit einem Anstieg über rund 54 US-Dollar würde dieser gebrochen. In diesem Fall wäre zumindest eine temporäre Rallye bis in den Bereich um 62 US-Dollar je Feinunze denkbar.
Solange der Abwärtstrend intakt bleibt, spricht die Gesamtgemengelage jedoch weiterhin für das Risiko eines letzten finalen Sell-offs. Trader und Investoren sollten deshalb vor allem die Entwicklung am Goldmarkt im Blick behalten. Fällt Gold erneut unter 4.000 US-Dollar, sollte man am Silbermarkt vorsichtig bleiben und eher die Short-Seite bevorzugen.
Erst wenn sich Gold nachhaltig über 4.000 US-Dollar halten und anschließend wieder über 4.100 US-Dollar ansteigen kann, würde das bullische Szenario bei Silber mit einem Bruch des Abwärtstrends stärker in den Vordergrund rücken.
Auch im Langfristchart zeigt sich schön, wie der Silberpreis nach dem exponentiellen Anstieg zum Jahresende und im Januar nun an das frühere Allzeithoch im Bereich um 50 US-Dollar zurückgefallen ist und dieses Ausbruchsniveau testet. Dort liegen Kauforders von Marktteilnehmern, die den vorherigen Ausbruch für nicht nachhaltig hielten und im Bereich um 50 US-Dollar verkauft hatten. Diese Positionen werden nun teilweise zurückgekauft und sorgen kurzfristig für Unterstützung.
Gleichzeitig wäre nach der Übertreibung auf der Oberseite auch eine Übertreibung auf der Unterseite durchaus denkbar. Im Langfristchart liegt die nächste große Unterstützungszone zwischen rund 35 US-Dollar und 38 US-Dollar je Feinunze. Sollte es in einem finalen Sell-off zu einem Rückgang in diesen Bereich kommen, wäre dies aus meiner Sicht ein sehr attraktives Setup für antizyklische Käufe.





