Die Terminmarktdaten für Gold haben sich in der letzten Woche während des Crashes verbessert. Als der Preis um 210 US-Dollar fiel, gingen die Spekulanten mit 40 Tsd. Kontrakten short. Dadurch verbesserte sich der CoT-Index um 16 Punkte auf 53 Punkte, wobei der CoT-Index zum Open Interest adjustiert komplett unverändert blieb. Das würde eher eine neutrale Entwicklung bis hin zu einer leichten Schwäche indizieren.
Im Vergleich zum Vormonat zeigt sich jedoch weiterhin eine beeindruckende Stärke. Der CoT-Index hat sich deutlich verbessert, obwohl der Preis unter dem Strich zum Vormonat um 465 US-Dollar anstieg. Auf Monatssicht bleibt das Bild damit klar bullisch, auch wenn die Crashwoche eher neutral bis leicht schwach ausfiel.
Goldpreis erholt sich auf über 5.000 US-Dollar
Nach dem Crash des Goldpreises von 5.600 US-Dollar auf 4.400 US-Dollar binnen drei Handelstagen konnte sich dieser wieder deutlich erholen und notiert aktuell bei 5.070 US-Dollar. Der langfristige Aufwärtstrend bleibt intakt und verläuft im Bereich um 4.000 US-Dollar nahe der 200-Tage-Linie. Auch der mittelfristige Aufwärtstrend wurde verteidigt; dort endete der Abverkauf. Dieser Trend verläuft derzeit bei rund 4.600 US-Dollar je Feinunze.
Aktuell ist davon auszugehen, dass der Goldpreis mindestens ein weiteres Mal korrigieren und ein tieferes Hoch im Bereich zwischen 5.000 US-Dollar und 5.600 US-Dollar ausbilden wird. Im bullischsten Fall könnte sich ein Doppeltop um 5.600 US-Dollar formieren, bevor eine erneute Korrektur in Richtung des nächsten Aufwärtstrends bei etwa 4.700 US-Dollar einsetzt. Unterhalb dieses Trends wäre der Weg frei bis zum übergeordneten langfristigen Aufwärtstrend nahe der 200-Tage-Linie im Bereich von 4.100 US-Dollar bis 4.200 US-Dollar je Feinunze.
Kurz- bis mittelfristig ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass eine Konsolidierung über die Zeitachse oder sogar eine Korrektur bis zur 200-Tage-Linie erfolgt, bevor sich der Goldpreis stabilisiert und erneut in Richtung Allzeithoch ansteigen und dieses überschreiten kann. Wir achten daher aktuell darauf, wann und wo sich ein tieferes Hoch ausbilden könnte, um dort erneut short gehen zu können.
Das bullische Szenario bestünde darin, dass der Goldpreis unmittelbar weiter nach oben läuft, was eine FOMO und einen weiteren Short-Squeeze auslösen würde. Dieses Szenario erscheint nach dem starken Crash jedoch weniger wahrscheinlich.
Goldpreis in Euro – Test der 200-Tage-Linie möglich
Der Goldpreis in Euro stieg in der Spitze auf fast 4.700 € je Feinunze, nachdem er im September des vergangenen Jahres noch bei rund 2.900 € handelte. Der langfristige Aufwärtstrend bleibt intakt, und die 200-Tage-Linie verläuft derzeit erst im Bereich um 3.200 € bis 3.300 €. Nach einer Rallye von rund 1.700 € in so kurzer Zeit wäre eine Korrektur in diesen Bereich durchaus denkbar.
Entscheidend ist nun, wo sich das nächste tiefere Hoch ausbilden wird, um dieses erneut zu shorten. Der kurzfristige Aufwärtstrend verläuft aktuell bei rund 4.000 € je Feinunze. Wird dieser Trend gebrochen, liegt die nächste größere Unterstützungszone erst wieder im Bereich um 3.300 € bis 3.200 € je Feinunze. Kurz- bis mittelfristig sind wir daher eher bärisch. Erst nach einem erfolgreichen Test dieser Unterstützung oder nach einem stärkeren Abverkauf bei gleichzeitiger Bereinigung der Terminmarktdaten sowie möglichen bullischen exogenen Faktoren würde ich kurz- bis mittelfristig wieder zum Bullen mutieren.